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Schanghai Motor Show : Europäische Ausrufezeichen in China

Nach dem X6 von BMW kommt jetzt der X4 Bild: Appel

Europas Autohersteller setzen große Hoffnung in den chinesischen Markt. Auf der Messe in Schanghai legen sie sich deshalb mächtig ins Zeug und zeigen echte Neuheiten.

          Gespräche mit Vorständen europäischer Automobilkonzerne kommen in diesen Tagen nach wenigen Minuten auf ein Thema: China. Das ist kein Wunder, scheint in dem Land die Sonne über dem Wirtschaftsaufschwung doch niemals unterzugehen. Der Verband der Automobilindustrie serviert die jüngsten Zahlen. In den ersten drei Monaten des Jahres 2013 sind in China 3,9 Millionen Personenwagen neu zugelassen worden, das sind 25 Prozent mehr als im selben Zeitraum des Vorjahrs. In Westeuropa sind 1,3 Millionen Autos neu zugelassen worden, 10 Prozent weniger als zuvor.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Die Automesse, die in dieser Woche in der chinesischen Wirtschaftsmetropole Schanghai stattfindet, gewinnt denn auch ständig an Bedeutung. 22 Prozent Marktanteil schreiben sich allein die deutschen Marken zu, die es durch frische Kooperationen, zusätzliche Händler und den Bau neuer Fabriken mindestens zu halten, aber besser noch auszuweiten gilt. Das scheint nicht mehr so einfach zu sein, denn der Rundgang durch die Messehallen fördert Bemerkenswertes zutage. Die schier unüberschaubare Zahl an chinesischen Anbietern - angeblich gibt es mehr als 100 einheimische Marken auf dem Markt - ist allein schon beeindruckend. Doch fällt zudem auf, dass die früher üblichen plumpen Kopien seltener geworden sind. Die Chinesen kreieren eigene Designstile, und die meisten Autos haben keine Luft mehr unter den ausgestellten Karosserien, sondern funktionierende Technik. Die europäischen Hersteller kommen mithin aus gutem Grund nicht mehr mit B-Ware nach Schanghai, sondern setzen Ausrufezeichen mit echten Neuheiten, die sowohl auf dem chinesischen Markt als auch rund um die Welt reüssieren sollen.

          „Wir werden den GLA auch in China produzieren“

          Unsere ganze Aufmerksamkeit gilt China. Wir haben hier großartige Wachstumsmöglichkeiten - und auch einigen Nachholbedarf. Wir werden bis zum Jahr 2015 zwanzig neue oder aufgefrischte Modelle in China einführen“, sagt Daimler-Vorstandsvorsitzender Dieter Zetsche zur Vorstellung des neuen, kompakten Geländewagens Mercedes-Benz GLA, den Daimler als seriennahe Studie (die endgültige Version wird auf der IAA in Frankfurt im September stehen) zeigt. Und zum Beweis der Ernsthaftigkeit sendet Zetsche ein Signal: „Wir werden den GLA auch in China produzieren.“

          Hohe Sitzposition, kompakte Abmessungen, schicker Auftritt - das liegt im Trend. Das Segment dieser Art von SUV werde international von derzeit 1,7 Millionen Einheiten bis zum Jahr 2020 auf 2,6 Millionen Stück jährlich zulegen, sagt Daimler voraus. Höchste Zeit also, dabei zu sein. Der GLA trägt die Gene der A- und B-Klasse, ist 4,38 Meter lang, mächtige 1,98 Meter breit und 1,58 Meter hoch. Das Konzeptfahrzeug wird von einem Zweiliter-Vierzylinder-Turbobenziner mit 211 PS (155 kW) angetrieben, der freilich nicht die einzige Quelle ist. Es wird Allrad- und Zweiradantrieb geben, ebenso Handschalter und Doppelkupplungsgetriebe. Der GLA reiht sich in die Riege von Audi Q3 oder Mini Countryman ein, doch das Ziel aller Ziele heißt BMW X1. Ein Blick in die dortige Liste von Motoren und Preisen zeigt, was Mercedes anstrebt. Es darf also mit einem Einstieg um 28000 Euro gerechnet werden.

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