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Rolls-Royce : Das ewige Phantom

Länge läuft: Als „Extended Wheelbase“ ist der neue Rolls-Royce Phantom 5,99 Meter lang. Bild: James Lipman

Rolls-Royce steht für weit mehr als nur Fahrzeuge. Die Kult-Marke schickt die achte Generation des Phantom auf die Straße. Kein Automodell der Welt ist länger auf dem Markt.

          Ist ein Rolls-Royce nur ein Auto oder doch mehr? Die Kundschaft des Hauses liebäugelt gern auch mit der Anschaffung eines Privat-Jets, eines Penthouses in New York oder einer 20-Meter-Yacht. Bei Rolls-Royce weiß man um die Einzigartigkeit seiner Produkte und arbeitet nach dem Credo: „Wir verkaufen Luxusgüter und keine Autos.“ Und die kommen nicht alle Tage neu. Die achte Auflage des teuersten Luxusgutes, das Rolls-Royce bieten kann, ist jetzt frisch zu bestellen. Im Januar 2018 werden die ersten Fahrzeuge an die betuchte Kundschaft ausgeliefert. Wer noch nicht unterschrieben hat: Die Wartezeit beträgt aktuell ein Jahr. In Deutschland kostet der „kurze“ Phantom (5,76 Meter) 440.000 Euro, gleich 535.000 Euro werden für den langen mit einem Maß von 5,99 Meter verlangt. Und das sind nur die Basispreise.

          Frank Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Dafür gibt es ein Kunstwerk auf Rädern, mit einem V12-Motor, 6,75 Liter Hubraum und 571 PS. Das maximale Drehmoment beträgt gleich 900 Newtonmeter bei nur 1700 Umdrehungen die Minute. Damit lassen sich die rund 2,5 Tonnen Luxus standesgemäß bewegen, die Höchstgeschwindigkeit beträgt 250 km/h, der Normverbrauch 14 Liter Superbenzin. Dass der Wagen relativ leicht ist, liegt an seinem Spaceframe aus Aluminium, der wie der Motor ein bayrisches Produkt ist. Die Roh-Karosserie kommt aus Dingolfing, der Motor aus München. Das muss nicht wundern, schließlich gehört Rolls-Royce seit knapp 20 Jahren zu BMW (siehe Kasten unten).

          Hightech-Gegenstand mit Head-up-Display

          Ein neuer Rolls-Royce ist längst kein feiner, aber aus der Zeit gefallener Luxusschlitten mehr, sondern bei aller Handwerkskunst mit viel Holz und dicken Lammfell-Teppichen im Fond ist er in erster Linie ein Hightech-Gegenstand mit Head-up-Display, virtuellen Armaturen und Allradlenkung. Dennoch mag dies für den Kunden erst in zweiter Linie wichtig sein. Er sucht im Rolls-Royce das Besondere, das Individuelle, und, ja, auch das Künstlerische. Gerade dafür gibt es im neuen Phantom mehr Raum als je zuvor. So gilt jetzt das Motto „Gallery on Wheels“. Das Armaturenbrett ist so gestaltet, das etwa gut zwei Drittel „zur freien Verfügung“ stehen und diese von Künstlern je nach Gusto bearbeitet werden können. Das Interesse dafür sei groß. In Kauf genommen muss aber, dass der Navi-Schirm das Kunstwerk zum Teil abgedeckt, aber er kann eingefahren werden. Dann entfaltet die Kunst ihre ganze Schönheit.

          Bei Rolls-Royce erwartet man für das kommende Jahr rund 500 bis 600 verkaufte Phantom. Bilderstrecke
          Bei Rolls-Royce erwartet man für das kommende Jahr rund 500 bis 600 verkaufte Phantom. :

          Bei Rolls-Royce erwartet man für das kommende Jahr rund 500 bis 600 verkaufte Phantom. Fast niemand kauft einen Phantom von der Stange, jeder ist ein Einzelstück und wird individuell konfiguriert. Im Werk in Goodwod wird im Schnitt 1200 Stunden an einem Exemplar gearbeitet. Trotz des relativ großen Preissprungs für die offiziell „Extended Wheelbase“ genannte Langversion hatte diese bisher ein Übergewicht von ungefähr sechs zu vier. Der Phantom VII war 14 Jahre auf dem Markt. Der Phantom I kam 1925, kein Automodell der Welt existiert länger.

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