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Rettungsschiffe : Save Our Souls

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Für die Rettung auf hoher See: Der 44 Meter lange Seenotkreuzer „John T. Essberger“ wurde ab 1975 für die Großschifffahrt eingesetzt. SAR steht für Search and Rescue (Suchen und Retten). Bild: DGzRS/Sven Junge

Seit 150 Jahren wird unter dem Kürzel DGzRS in Nord- und Ostsee Leben gerettet. In dieser Zeit haben sich die Seenotkreuzer und Rettungsboote deutlich gewandelt - und die Suche nach dem besten Schiff dauert bis heute an.

          Rausfahren, wenn andere reinkommen. Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) feiert am 29. Mai ihren 150. Geburtstag. Und dies in einer Zeit, in der das Thema Seenotrettung eine beängstigende Aktualität hat. Im Mittelmeer sterben immer wieder Bootsflüchtlinge, und mancher wird sich fragen, warum Deutschland nicht einfach die DGzRS nach Süden schickt. Das hat nicht nur damit zu tun, dass die Gesellschaft mit Sitz in Bremen kein staatliches Unternehmen ist. Die Gesellschaft finanziert sich ausnahmslos durch private Spenden, vor allem durch Zuwendungen von Reedereien und anderen, der Schifffahrt nahestehenden Unternehmen. Viele der 20 Seenotkreuzer und 39 Rettungsboote sind für den Einsatz im fernen Mittelmeer kaum geeignet, weil zu klein oder für den Einsatz im flachen Wasser ausgelegt. Und sie würden natürlich vor Ort fehlen.

          Erfahrung genug hätten sie. Schon seit 1865 ist die Gesellschaft im Einsatz. Wer in dieser Zeit Menschenleben auf See retten wollte, hatte keine große Auswahl. Das wichtigste Mittel waren robuste Ruderboote. Der Dienst in ihnen war knochenhart: Acht oder zehn Mann ruderten, der Vormann saß am Steuer und führte das Kommando, dazu ein Ersatzmann, falls jemand über Bord ging. Es liegt in der Natur der Sache, dass Einsätze meist bei Sturm stattfinden. Im Ölzeug, den klobigen Rettungsgürtel aus Korkplatten umgeschnallt, war das Rudern eine reine Qual, nicht selten war die Mannschaft Tag und Nacht ohne Pause im Einsatz. Oft kehrte die Crew erschöpft und halb erfroren zurück.

          1911 kam das erste motorisierte Rettungsboot zum Einsatz

          Eines der effektivsten Rettungsmittel war die Hosenboje, eine an einem Tragseil laufende, sackähnliche Konstruktion aus Segeltuch, in die ein Schiffbrüchiger wie in eine Hose hinein stieg. Dazu musste vorher mit einer Rakete von Land aus eine Leine, das Tragseil, zum Schiff hinüber geschossen werden. Das wurde am Mast festgemacht, während mit dem endlos umlaufenden Jolltau der Rettungsgast an Land gezogen wurde.

          Kurz vor dem Ersten Weltkrieg ging es in technischer Hinsicht voran. 1911 setzte die DGzRS ihr erstes motorisiertes Rettungsboot ein, die zehn Meter lange „Oberinspektor Pfeifer“. So recht traute man dem Fortschritt aber nicht, das Boot hatte noch Ruder, und zur Not konnte man auch ein Segel setzen.

          Zu Beginn  der Arbeit der DGzRS fuhr man noch mit dem Ruderboot in den Sturm hinaus (Gemälde von Claus Bergen).

          In den Jahrzehnten danach suchte die Gesellschaft nach dem bestmöglichen Rettungsschiff für die deutschen Küsten. Die Suche dauert bis heute an. Klar war, dass dem Dieselmotor die Zukunft gehörte. Aber wie schnell mussten die Boote sein? Welcher Tiefgang war erforderlich? Welche Ausrüstung war optimal für die Rettungseinsätze? Welche Boote waren am besten geeignet für das Wattenmeer mit seinen tückischen Prielen? Mit zehn Knoten (18,5 km/h) Fahrt waren die ersten Motorboote viel zu langsam.

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