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Porsche Cayenne III : Erfolgsmenü ohne Dieselessenzen

  • -Aktualisiert am

Der Cayenne III wurde zum ersten Mal in Stuttgart-Zuffenhausen – im Porsche-Museum – der Öffentlichkeit gezeigt. Bild: Hersteller

Der Porsche Cayenne III kommt. Marktstart ist im Dezember mit zwei Benzinmotoren, ein Plug-in-Hybrid wird folgen. Ob es einen Selbstzünder geben wird, ist fraglich.

          Obwohl er ihn persönlich nicht mehr verfolgen konnte, hat Ferry Porsche den Erfolg des Geländewagens Cayenne wohl irgendwie vorausgeahnt. „Wenn wir ein Geländefahrzeug nach unseren Qualitätsvorstellungen bauten und vorne stünde Porsche drauf, würde es auch verkauft“, soll der Automobilunternehmer und Ingenieur, einziger Sohn des Firmengründers, der bis zu seinem Tod im Jahr 1998 Ehrenvorsitzender des Porsche-Aufsichtsrats war, schon 1989 gesagt haben – zu einer Zeit also, als die Stuttgarter Autoschmiede ausschließlich zweitürige Sportwagen baute und an bullige SUV noch keinen Gedanken verschwendete (es gab freilich in den fünfziger Jahren eine Kleinserie eines Geländewagens, Porsche hatte damals ja auch Traktoren im Programm).

          Es dauerte noch 13 Jahre, bis der Mythos Porsche auf ein SUV übertragen war und der Cayenne geboren wurde. Seit 15 Jahren gehört das große SUV zu den tragenden Säulen im Programm. Mehr als 760 000 Exemplare wurden von ihm bislang verkauft, 500 000 Einheiten entfielen auf die von 2009 an erhältliche zweite Generation. Ein Viertel der 28 760 im vergangenen Jahr in Deutschland neu zugelassenen Porsche-Modelle waren Cayenne.

          In der vergangen Woche wurde der Cayenne III zum ersten Mal in Stuttgart-Zuffenhausen – im Porsche-Museum – der Öffentlichkeit gezeigt. „Noch nie hatte ein Cayenne so viel Erbgut vom 911er“, schwärmte Porsche-Vorstandschef Oliver Blume. Von außen orientiert sich der Cayenne, der als Sportwagen, Geländewagen und Reiselimousine verstanden werden soll, freilich nur dezent an der ewigen Sportwagen-Ikone. Gleichzeitig nimmt er Anleihen an der Limousine Panamera und lässt dabei den eigenen Vorgänger nicht alt aussehen. Von vorn muss man schon zweimal hinschauen, um den bisherigen vom neuen, schon bestellbaren Cayenne zu unterscheiden. Vergrößerte Lufteinlässe zeugen von leistungsstärkeren Motoren.

          Die serienmäßigen LED-Frontscheinwerfer lassen sich gegen Aufpreis auch mit verschiedenen Lichtmodi wie Kurven- und Autobahnlicht aufrüsten, als dritte Alternative bietet die LED-Matrixbeleuchtung mit 84 einzeln ansteuerbaren LED auch eine adaptive Schilder-Entblendung und die Möglichkeit, immer mit Fernlicht zu fahren, ohne den Gegenverkehr zu blenden. Am Heck ist der Neuling eindeutig erkennbar: Wie beim Panamera kommen neu gestaltete Rückleuchten mit dreidimensionaler Leuchtengrafik und durchgehendem LED-Leuchtenband zum Einsatz, über das sich der dreidimensional gestaltete Porsche-Schriftzug spannt.

          Seit 15 Jahren gehört das große SUV zu den tragenden Säulen im Programm. Bilderstrecke
          Seit 15 Jahren gehört das große SUV zu den tragenden Säulen im Programm. :

          Bei unverändertem Radstand von 2,90 Meter hat sich der Cayenne um 63 Millimeter auf eine Länge von 4,92 Meter gestreckt. Davon profitiert vor allem der um 100 Liter auf 770 bis 1710 Liter vergrößerte Kofferraum. Der Innenraum bietet trotz des um neun Millimeter flacheren Dachs großzügige Platzverhältnisse für fünf Personen. Die optionale Mischbereifung auf den größeren Rädern (jetzt mindestens 19 statt bisher 18 Zoll) sorgt nicht nur für eine sportlichere Optik, sondern wie die erstmals für den Cayenne gegen Aufpreis erhältliche elektrische Hinterachslenkung auch für mehr Stabilität und eine bessere Fahrdynamik in Kurven.

          Neu entwickelt wurden auch die optionale Dreikammer-Luftfederung (bisher zwei Kammern) und die elektrische Wankstabilisierung, die durch die Umstellung auf ein 48-Volt-Bordnetz mit kürzeren Reaktionszeiten als das bisherige hydraulische System aufwartet.

          Teilautonomes Fahren im Stop-and-Go-Verkehr

          Innen überzeugt der luxuriöse Geländegänger mit hochwertigen, ansprechenden Materialien und einem neuen, im vergangenen Jahr mit dem Panamera eingeführten Anzeige- und Bedienkonzept, das einige analoge Instrumente abgelöst hat. Kernstück ist der 12,3 Zoll große Full-HD-Touchscreen mit serienmäßiger Online-Navigation und Echtzeit-Verkehrsinformationen. Ein LTE-Telefonmodul inklusive W-Lan-Hotspot, Parksensoren an Front und Heck sowie ein vorausschauender Fußgängerschutz zählen ebenso zum Serienumfang wie die neue Offroad-Precision-App, mit der Geländefahrten aufgezeichnet werden können. Der vorausschauende Tempomat ermöglicht teilautonomes Fahren im Stop-and-Go-Verkehr und bis 60 km/h, mit dem Parkassistenten lässt sich der Cayenne auch von außerhalb des Fahrzeugs einparken.

          Trotz höherer Ausstattung hat der mindestens 1985 Kilogramm schwere Wagen, dessen Außenhaut komplett aus Aluminium besteht, 65 Kilogramm an Gewicht verloren. Allein die neue Lithium-Eisen-Polymer-Starterbatterie aus dem 911 GT3 spart zehn Kilogramm Gewicht.

          Zum Marktstart im Dezember stehen zunächst zwei neu entwickelte Sechszylinder-Benziner zur Wahl, die ihre Kraft über eine neue, schneller schaltende Achtgang-Tiptronic an alle vier Räder leiten. Der 340 PS starke Dreiliter-Turbo zum Preis von 74 828 Euro an entwickelt ein maximales Drehmoment von 450 Newtonmeter Er beschleunigt den Cayenne in 6,2 Sekunden aus dem Stand auf 100 km/h und lässt ihn bis 245 km/h schnell werden. Der Motor leistet 40 PS mehr als der seit zwei Jahren nicht mehr angebotene Basisbenziner, der nur Euro 5 erfüllte. Der Cayenne S für mindestens 91 694 Euro wird von einem 440 PS starken 2,9-Liter-Motor mit Biturboaufladung und 550 Nm (bisher 420 PS, 85 062 Euro) angetrieben. Mit ihm gelingt der Standardsprint in 5,2 Sekunden, die Höchstgeschwindigkeit liegt bei 265 km/h. Weitere leistungsstarke und effiziente Motoren werden folgen, darunter auch eine Plug-in-Hybridvariante, verkündete Blume.

          Die Frage, ob es auch wieder Dieselversionen für den Cayenne geben wird, lässt der Porsche-Chef noch unbeantwortet. „Das Auto wurde auch konzipiert für einen Diesel,“ ist alles, was aus ihm herauszukitzeln ist, eine endgültige Entscheidung sei noch nicht getroffen. Zur IAA wissen wir vielleicht schon mehr. Wir tippen darauf, dass es keinen Diesel mehr geben wird.

          Quelle: F.A.Z.

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