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Audi und Lamborghini : Diabolisches Quartett

  • -Aktualisiert am

Auf-Galopp: Im Lamborghini Huracàn Spyder entfesseln 610 Pferde einen Orkan. Bild: Herrsteller

Als R8 oder Huracán? Offen oder geschlossen? Audi und seine rassige Tochter Lamborghini verführen in den Grenzbereich. Eine Annäherung an 610 PS und 330 km/h.

          Wenn zwei das Gleiche tun, ist es nicht dasselbe. Selbst wenn sie dieselben Gene in sich tragen und demselben Elternhaus entstammen. Aus dem von Volkswagen kommen nun sogar gleich vier der schärfsten Geschwister, denen Mann verfallen kann. Vielleicht auch manche Frau. Zu treuen Händen der Redaktion gelangten der neue Lamborghini Huracán Spyder sowie das ebenso frische Audi R8 Coupé Plus, wobei der Zusatz Plus von gewisser Bedeutung ist, sind damit doch dem Stier ebenbürtige 610 PS sichergestellt.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Es gibt aus Ingolstadt auch eine pluslose, mithin günstigere Variante, die aber bietet nur schlappe 540 PS und kann dem feurigen Italiener kaum auf den Fersen bleiben. So weit die Rahmenbedingungen. Wer Autofahren als Transportaufgabe betrachtet, sollte nach diesem Satz nicht weiterlesen. Denn im Folgenden geht es um automobile Herzbeschleuniger, die das Tier im Menschen wecken, überwiegend in Männern mit Hang zum Exhibitionismus.

          Plus-Dampf-Perfekt: Audi R8 mit dem gewissen Extra unter der Haube und jugendlich-jauchzendem Spoiler am Heck Bilderstrecke

          Lamborghini Huracán und Audi R8 nutzen die gleiche Fahrzeugarchitektur, aber zwei komplett anders gestaltete (Aluminium-)Karosserien sowie eigenständige Interieurs. Das Außendesign des Lamborghini wirkt noch schärfer, radikaler, expressiver als das keinesfalls gleichgültige, doch etwas zurückhaltendere des R8. Keine Sorge, für Aufmerksamkeit ist auch mit dem Audi gesorgt, es vergeht keine Parkplatzsuche und kein Tankvorgang ohne Rudelbildung.

          Radikaler und rudimentärer

          Auch im Interieur wirkt der Lamborghini radikaler, rudimentärer. Während Audi im R8 halbwegs gut kaschierte Großserienbauteile einsetzt, nutzen die Italiener überwiegend neu gestaltete Schalter, Knöpfe, Regler, Luftauslässe. Das Layout im Lamborghini folgt dem Design von Jetcockpits, worauf der Killswitch zum Starten des Triebwerks einen herrlich unverblümten Hinweis gibt. Der R8 schlägt eine harmonischere Linie an und verwöhnt, man glaubt es kaum, mit bequemen Sitzen und einer praktischen Ablage in der Konsole. Viel mehr als die Brieftasche sollten Eigner und Auserwählte freilich nicht mitführen müssen, der Kofferraum ist in etwa so groß wie das Handschuhfach, aber wer fragt schon nach solchen Kleinigkeiten.

          Die Motoren sind wohl grundsätzlich baugleich, obgleich Audi und Lamborghini anderes behaupten. Sie unterscheiden sich in ein paar Nebenaggregaten, im Wesentlichen aber durch andere Abstimmung, um spezielle Charaktereigenschaften herauszukitzeln. So ist die Spreizung der wählbaren Fahrdynamikprogramme im R8 größer und reicht weiter in jenen Bereich hinein, der gemeinhin mit Komfort tituliert wird. Die Programme des Lamborghini liegen enger beieinander und zielen rücksichtslos auf Spitzensport. Gleiches gilt für die Fahrwerksmodi. Deshalb wirkt der Italiener beim Fahren vor allem in den Sportmodi spürbar spitzer, nimmt das Gas schärfer an, wechselt die Gänge schneller, lenkt in Kurven noch direkter ein und lässt unter dem rechten Fuß des Könners größere Driftwinkel zu. Und akustisch vulgärer darf er auch auftreten, obgleich der Audi ebenfalls ein Spezialist für Gänsehaut ist.

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