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Lada Kalina : Alarmanlage hat er - aber wozu?

  • -Aktualisiert am

Schöner Name, schöner Preis: Lada Kalina Bild: Hersteller

Der russische Kleinwagen Lada Kalina ist weit vom Stand der Technik entfernt. Auch erzieht der Kalina zur Sparsamkeit. Vor jeder Fahrt fragt man sich: Muss es wirklich sein?

          Wer Lada hört, der denkt an Sibirien und Taiga und vielleicht noch an den unverwüstlichen Geländewagen Niva. Autovas, das Unternehmen hinter der Marke Lada, will jetzt aber mehr: Der Kalina, ein Kleinwagen im Corsa-Format, geht in aufgefrischter Version in Deutschland an den Neustart. Als Konkurrent zur Renault-Billigmarke Dacia wollen die Russen in der Klasse der Spartaner mitmachen, was widersinnig erscheint. Denn der Dacia-Eigner Renault hält auch an Autovas 25 Prozent der Anteile.

          7990 Euro kostet der viertürige Kalina, ein Preis, der manch einem die Entscheidung leicht machen könnte. Wobei: Beim Kalina geht gar nichts leicht, außer den winzigen Tasten der Verriegelungsfernbedienung am Zündschlüssel. Die drückt man gerne unbeabsichtigt, was das russische Auto bisweilen mit nervenden Hupsignalen quittiert. Ja, auch eine Alarmanlage gehört zur Serienausstattung, wer aber will den Lada stehlen? An Bord sind außerdem eine elektrische Spiegelverstellung und Fensterheber vorn. Eine Klimaanlage fehlt, das Gebläse macht einen Höllenlärm.

          7990 Euro kostet der viertürige Kalina

          Angetrieben wird der 1110 Kilogramm wiegende, 3,89 Meter lange Kalina von einem 1,6-Liter-Benzinmotor, er arbeitet recht altmodisch mit zwei Ventilen je Brennraum und will nicht immer auf die erste Umdrehung hin anspringen. Manchmal half in unserem Fall nur Hartnäckigkeit oder listiges Spiel mit dem Gaspedal, den Vierzylinder zum Leben zu erwecken. Bis zu 64 kW (87 PS) liefert die Maschine unter erheblichen Dröhngeräuschen, die sind im Drehzahlbereich von 2000 bis 4500/min immer präsent sind. Das Fünfganggetriebe heult beim Rückwärtsfahren.

          Dafür beweist der Motor hinreichende Durchzugskraft. In 13,5 Sekunden begibt sich der Kalina von 0 auf 100 km/h, 170 km/h schafft er als Höchstgeschwindigkeit. In beiden Disziplinen ist am Lenkrad ein ganzer Kerl gefragt. Die Schaltung verlangt einen kräftigen rechten Arm und Durchsetzungsvermögen, denn nur widerwillig und träge rückt der Hebel an die gewünschte Stelle. Die Lenkung erfordert trotz Servounterstützung eine starke Hand, der mäßige Geradeauslauf macht ständig Korrekturen nötig. Gefühllos sprechen die Bremsen an, nur hoher Pedaldruck führt zu guter Verzögerung, worunter naturgemäß die Dosierbarkeit leidet.

          Unterm Strich führen diese Eigenschaften dazu, dass vor dem Einstieg in den Kalina die Frage steht, ob die folgende Fahrt unbedingt sein muss. Damit relativiert sich der recht hohe Verbrauch: Wer seinen Kalina nicht bewegt, benötigt auch keine 6,8 Liter Benzin für 100 Kilometer.

          Ansonsten ist man im kleinen Lada ganz komfortabel unterwegs. Zwar verströmt der Innenraum den Charme einer Fertignasszelle im Günstig-Hotel, aber es gibt vorn wie hinten genügend Platz, viele Ablagefächer und sogar Frontairbags für Fahrer und Beifahrer. Die Vordersitze haben eine angenehm lange Beinauflage, allerdings sind die Flanken von Sitzfläche und Rückenlehne derart weich gepolstert, dass von Seitenhalt die Rede nicht sein kann. In Verbindung mit der sanften Federung jedoch wiegen sie die Passagiere über die Unebenheiten der Fahrbahn mit hinreichendem Komfort hinweg.

          Der Kofferraum ist mit 260 bis 600 Liter klassengerecht, die Ladefläche nach dem Umklappen der Rückbank weitestgehend eben. Dennoch finden wir den Kalina sehr eingeschränkt empfehlenswert. Sein Fahrverhalten ist überaus unsportlich, und das ohnehin bald vorgeschriebene ESP kann als Serienbauteil nicht versöhnen. Vielleicht doch besser einen Dacia?

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