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Škoda Karoq und Seat Arona : Die Familienrasselbande legt los

Seat Arona und Škoda Karoq Bild: Hersteller

Der VW-Konzern reizt die Drei-Auto-Strategie weiter aus. Er startet mit den beiden SUV Škoda Karoq und Seat Arona.

          Ein Familienleben organisieren ist eine Herausforderung. Das von Volkswagen war stets klar hierarchisch: Zuerst wurde die Mutter bedient, dann kam eine der Töchter dran. Seat, die unstete Spanierin, stand der seriösen Tschechin meist nach. Doch dann hat ein Sinneswandel eingesetzt. Seat durfte mit dem jüngsten Ibiza den Reigen der neuen Kleinwagentruppe eröffnen. Seat durfte sich mit dem Ateca die mittlere SUV-Kategorie erschließen. Und Seat darf jetzt mit dem Arona das erste SUV in der Kleinwagenklasse fahren. Erfolg nährt Erfolg.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Der Arona trägt die Gene des Ibiza, er ist aber länger und höher. Auf 4,14 adrett eingekleideten Metern haben die Konstrukteure überraschend viel Raum untergebracht. Vorn sitzt es sich bis auf die zu kurzen Kopfstützen bequem, in Reihe zwei bleibt selbst hinter großen Fahrern erträglicher Fußraum, und in den Kofferraum mit seinem doppelten Ladeboden passen erfreuliche 400 Liter. Leider sind die Außenspiegel arg klein. So keck der Arona aussieht, mal abgesehen von den beliebigen Rückleuchten vielleicht, so brav bewegt er sich. Fahrwerk und Antrieb sind komfortabel ausgerichtet und verzichten auf jedes Drama, geschaltet wird per Hand oder über das Doppelkupplungsgetriebe mit 7 Stufen. Zum Einsatz kommt hochwertigeres Material als im Ibiza, obgleich hartes Plastik offenbar nicht ganz unvermeidbar ist. Auch die Assistenten lernen dazu, im Arona sind Totwinkelwarner und Querverkehrserkennung zu haben. Und vom nächsten Jahr an wird sogar ein voll digitales Cockpit angeboten.

          Für Vortrieb sorgen 6 Antriebsstufen mit drei oder vier Zylindern in der Spanne von 95 bis 150 PS, darunter drei Benziner, zwei Diesel und ein CNG-Modell mit 95 PS, allesamt mit Frontantrieb. Die größte Nachfrage erwartet Seat für den Dreizylinderbenziner mit 115 PS, der ein relativ angenehmer Geselle ist. Die Preisliste startet mit 16 000 Euro, realistisch sind für eine attraktive Variante um 20 000 Euro einzukalkulieren.

          Am 4. November schickt Škoda seinen neuen Karoq ins Rennen. Bilderstrecke
          Am 4. November schickt Škoda seinen neuen Karoq ins Rennen. :

          Am 4. November kommt der Arona zu den Händlern. Am selben Tag schickt Škoda seinen neuen Karoq ins Rennen. Wie die Schwestermodelle VW Tiguan und Seat Ateca basiert das 4,38 Meter lange Kompaktmodell auf dem modularen Querbaukasten (MQB) von VW. Für das Segment darunter hat Škoda schon einen Arona-Zwilling in der Planung. Der Karoq folgt auf den eigenwilligen Yeti, er überragt jenen in der Länge um 16 Zentimeter und ist in der neuen Škoda-Formensprache gefälliger, aber auch beliebiger gezeichnet. Die Preise reichen in der zweiten Ausstattungslinie Ambition, die bereits über Klimaanlage, Tempomat, Parksensoren hinten und City-Notbremsassistent verfügt, von 24 290 Euro für den frontgetriebenen 1,0-Liter-TSI mit 115 PS bis 31 290 Euro für den kraftvollen Zweiliter-TDI mit 150 PS und Allrad. Die Basislinie Active wird im Frühjahr nachgereicht. Zum Einstiegsbenziner gesellt sich ein spritziger 1,5-Liter-TSI mit 150 PS und Zylinderabschaltung, unterhalb des Zweiliter-Diesels ist ein 115 PS starker 1,6-Liter-TDI angesiedelt.

          Alle Motoren sind Turbo-Direkteinspritzer, sie lassen sich gegen 1800 Euro Aufpreis mit dem 7-Gang-DSG kombinieren. Die Topmotorisierung, der generell an Allrad und DSG gekoppelte 2,0-Liter-TDI mit 190 PS, folgt wie die 4×4-Version des 1,5-Liter-TSI erst 2018. Das Raumangebot in dem komfortabel gefederten Fünfsitzer ist üppig. Der Kofferraum hinter der elektrisch aufschwingenden Heckklappe fasst 521 bis 1630 Liter, gegen 80 Euro Aufpreis ist die Lehne des Beifahrersitzes umklappbar.

          Zur Wahl stehen auch die drei vom Yeti übernommenen Vario-Flex-Rücksitze, die sich um 15 Zentimeter längs verschieben, nach vorn klappen und komplett ausbauen lassen. In der Ausstattung Ambition kosten sie 390 Euro mehr als die standardmäßig 40:60 geteilte Rückbank. Mit Vario-Flex steigt das Ladevolumen auf bis zu 1810 Liter, als Simply-Clever-Lösung lässt sich ein flexibles Rollo in die Heckklappe einhaken. Hochwertig präsentiert sich der Innenraum, alles fasst sich solide an.

          Als erstes Škoda-Modell kann der Karoq optional mit einem voll digitalen, frei konfigurierbaren Cockpit ausgestattet werden, allerdings erst im Frühjahr 2018. Mit der Umstellung auf den MQB werden zahlreiche Assistenzsysteme verfügbar, die es beim Yeti noch nicht gab: von Spurhalte- über Stau-Assistent bis hin zu Verkehrszeichenerkennung und Müdigkeitswarner. Je nach Motorisierung darf der Karoq bis zu zwei Tonnen an den Haken nehmen.

          Quelle: F.A.Z.

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