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Infotainment Porsche Panamera : Mit sanften Fingerbewegungen zum Leben erweckt

Das Advanced Cockpit des neuen Porsche Panamera funktioniert einfacher, als man zunächst annimmt. Bild: Hersteller

Das PCM-Kommunikationssystem im neuen Porsche Panamera reduziert die Tasten. Es setzt auf Berührung, Echtzeit-Verkehrsdaten – und Online-Anbindung. Doch, wie funktioniert es genau?

          Alles ist neu, aber ist es gut? Kommt man nach wie vor schnell zum Ziel, oder muss man lange Strecken selbst für kleinste Etappen in Kauf nehmen? Solche Sorgen mögen den Freund der Marke Porsche umtreiben, wenn er vom bewährten PCM-Kommunikationssystem zum neuen digitalen Advanced Cockpit wechselt, etwa im Panamera. Drei hochauflösende Displays, nur noch ein klassisches analoges Rundinstrument, nämlich für den Drehzahlmesser, ansonsten berührungsempfindliche Flächen überall, Gestensteuerung und Online-Anbindung.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Doch das Advanced Cockpit des neuen PCM funktioniert einfacher, als man zunächst annimmt, weil unterschiedliche Wege zum Ziel führen. Das berührungsempfindliche Hauptdisplay mit einer Diagonale von riesigen 31 Zentimeter prangt in der Mitte des Armaturenbretts und erlaubt die Bedienung durch Fahrer und Beifahrer. Es reagiert auf die Annäherung mit dem Finger, blendet dann gegebenenfalls weitere Menüs ein – und bietet sogar das Buchstabenmalen mitsamt Handschrifterkennung. Wer von einem älteren Porsche kommt, nimmt zur Bedienung die Tastenlandschaft auf Klavierlackoberfläche oberhalb des Getriebeschalthebels. Dank eindeutiger Beschriftung der auf sanften Druck reagierenden Schaltflächen bleibt keine Frage offen. Kleine Kritik: Der Lautstärkeregler und der Menüdrehsteller, ebenfalls oberhalb des Schalthebels positioniert, sind eher schlecht zu erreichen, zumindest wenn man weit hinten sitzt.

          Das Cockpit ist ebenfalls neu: Links und rechts des analogen Drehzahlmessers befinden sich zwei 18-Zentimeter-Displays, die bewährte Rundinstrumente nachbilden. Links der virtuelle Tachometer mitsamt Zusatzinformationen im Innern des Rings und links außen ein weiteres kleines Rundinstrument, das konfigurierbar ist, also zum Beispiel die Infos der Verkehrszeichenerkennung anzeigt. Rechts vom Drehzahlmesser liegen meist zwei Rundinstrumente, etwa für Fahrzeugeinstellungen oder Daten des Bordcomputers. Oder beide verschmelzen zu einer einzigen Fläche und zeigen dann die Karte des Navis.

          Das berührungsempfindliche Hauptdisplay hat eine Diagonale von 31 Zentimetern.
          Das berührungsempfindliche Hauptdisplay hat eine Diagonale von 31 Zentimetern. : Bild: Hersteller

          Was der Hauptbildschirm zeigt, kann man zudem anpassen. Wie im Jaguar oder Range Rover lassen sich verschiedene „Widgets“ aus einer Liste wählen, Position und Größe ändern, man bastelt sich sein eigenes Menü. Zum Beispiel eine Kachel für die Routenführung nach Hause, eine für das Einschalten des Sportmodus und eine dritte für den Lieblingssender im Radio. Das alles ist fein gemacht und folgt bewährten Konventionen anderer Hersteller. Porsche bleibt Porsche in den Details und im Design. Die virtuellen Cockpit-Instrumente sind auf den ersten Blick nicht von analogen zu unterscheiden.

          Für die Online-Anbindung gibt es ein LTE-Telefonmodul mit Sim-Kartenleser, und damit gelingt dann auch der Aufbau eines W-Lan-Hotspots. Wir hatten keine Sim-Karte zur Hand und nahmen den Hotspot des iPhones, der zwar mühelos fortan den Porsche mit mobilen Daten befeuerte, aber bisweilen direkt nach dem Start hakte. Mit Internetanbindung holt sich der Panamera für die Routenführung Echtzeit-Verkehrsdaten ins Auto und visualisiert diese bei Bedarf wunderbar mit Straßenzügen in Ampelfarben. Die Güte der Premium-Daten, die drei Monate unentgeltlich zur Verfügung gestellt werden, war während unserer Fahrten gut, aber nicht sehr gut. Gleiches gilt für die Sprachsteuerung, die originellerweise mit einer Taste am Blinkerhebel gestartet wird, versehentliches Betätigen der Lichthupe inklusive. Die Assistentin arbeitet etwas langsam und ist nicht besonders flexibel bei Eingaben und Abfragen.

          Die Kommunikationstechnik ist jetzt mit Widgets.
          Die Kommunikationstechnik ist jetzt mit Widgets. : Bild: Hersteller

          Mit der Online-Anbindung kann man sodann sein Ziel vorab am Smartphone suchen und zum Fahrzeug senden, auch das hat man bereits bei anderen Herstellern gesehen. Die auf dem Hauptbildschirm angeordneten Apps erlauben die Suche nach Parkplätzen sowie Zug- und Flugverbindungen, sie zeigen Benzinpreise und Events in der Nähe, den Wetterbericht und Nachrichten. Letztere stammen von der Deutschen Welle, werden als Schlagzeilen angezeigt und lassen sich nach der Auswahl vorlesen.

          Mit Porsche Connect Plus, das serienmäßig zum neuen PCM gehört, gelingt dann auch der Start von Apples Carplay. Das rivalisierende Google-System Android Auto wird nicht unterstützt. Angeblich, weil es zu neugierig ist. Mit Car Connect als App kann man eine Fahrzeugortung bei Diebstahl vornehmen und aus der Ferne verschiedene Informationen abrufen oder Funktionen steuern. Alles in allem ist das neue PCM mit seinem Advanced Cockpit ein Schritt nach vorn. Es gehört in jedem Panamera zur Serienausstattung.

          Als empfehlenswerte Extras lässt sich ein Bose-Soundsystem mit 14 Lautsprechern und einer Gesamtleistung von 710 Watt buchen. Zudem bietet diese Anlage eine elektronische Nebengeräuschunterdrückung. In den Turbo-Modellen gehört Bose zur Serienausstattung und kostet sonst 1400 Euro. Oder man nimmt gleich das Burmester High-End-Surround-System für 6700 Euro. Mit einer Gesamtleistung von fast 1500 Watt werden sage und schreibe 21 Lautsprecher angesteuert, darunter auch ein 25 Zentimeter in der Diagonale messender Aktivsubwoofer, der eine Leistung von 400 Watt hat. Nicht lieferbar bleibt im Porsche indes ein Head-up-Display.

          Quelle: F.A.Z.

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