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Hilfreicher Asphalt : Sonnige Zeiten für die Straße

  • -Aktualisiert am

Ein Radweg mit Photovoltaik Bild: Pim Hendriksen

Der Asphalt wird modern. Mit Solarzellen, Sensoren oder einer Heizung erhält die Fahrbahn Zusatzfunktionen.

          Auch wenn es scheint, das Auto werde für das elektrische oder vollautomatisierte Fahren gerade neu erfunden - zum Rollen wird es weiterhin Straßen benötigen, und alle anderen Radmobile ebenfalls. Dennoch könnten sich auch die erdverbundenen Verkehrswege verändern. Zum Beispiel mit einer Oberfläche, die Energie erzeugt, oder mit eingebetteter Technik für ein sichereres Fahren.

          Photovoltaik auf der Straße - angesichts der gigantischen Flächen bietet sich das grundsätzlich an. Es gibt einige junge Ansätze, solchermaßen horizontal verlegte Siliziumzellen zu installieren. Praxisversuche werden zeigen, ob zum Beispiel der eher nicht optimale Neigungswinkel gegen die Sonne und eine erhöhte Verschmutzungs- oder Abnutzungsanfälligkeit zu echten Nachteilen im Wirkungsgrad und damit auch der Wirtschaftlichkeit werden, oder ob die Hersteller tatsächlich im Detail gut gearbeitet haben. Die Einspeisung ins Stromnetz ist überall konkretes Ziel; die Speisung von Elektrofahrzeugen direkt auf der Fahrbahn über Induktionsladung gehört eher noch zu den Visionen.

          Leuchtdioden weisen den Weg

          In Krommenie nördlich von Amsterdam liegt die erste Solarstraße der Welt: ein Fahrradweg, 100 Meter lang. Die Energieausbeute könne bis zu drei Haushalte mit Strom versorgen, sagt das Konsortium Solaroad. Dazu wurden rechteckige Betonmodule im Maß zweieinhalb mal drei Meter mit eingelassener Photovoltaik entwickelt, abgedeckt von einer ein Zentimeter dicken Sicherheitsglasschicht. Wird damit gebaut, entsteht die Solarstraße der Holländer in einem Arbeitsgang.

          In Frankreich wurde gerade der Startschuss gegeben, um in der Normandie bei Tourourve den ersten von 1000 geplanten Kilometern Landstraße mit Wattway-Solarmodulen des Herstellers Colas zu belegen. Sie werden auf der vorhandenen Fahrbahn installiert.

          Das deutsche Unternehmen Solmove mit Sitz in Inning am Ammersee arbeitet an Solarfliesen. Sie sind etwa so groß wie ein Bierdeckel, werden aneinander gekoppelt und passend zur Straßenbreite auf einer Art Netz befestigt, das dann vorproduziert einfach wie ein Rollrasen auf einer vorhandenen Straße verlegt wird. Es sei flexibel, so dass Straßenunebenheiten ausgeglichen werden können, erklärt Solmove. Ein Quadratmeter erzeuge bis zu 100 Watt Strom. Eine Teststrecke soll offenbar im kommenden Jahr in China entstehen, vielleicht sogar inklusive der Möglichkeit des induktiven Ladens für fahrende Elektroautos. Leuchtdioden könnten integriert werden, etwa für einen nachts leuchtenden Seitenstreifen.

          Unter Idealbedingungen eine elektrische Leistung von 48 Watt

          Das amerikanische Unternehmen Solar Roadways arbeitet ebenfalls mit kleinen Solarmodulen. Sie sind sechseckig und liefern mit einer Fläche von jeweils rund 0,4 Quadratmetern laut Hersteller in der neuesten Version unter Idealbedingungen eine elektrische Leistung von 48 Watt. Eine Heizung ist eingebaut. Außerdem sind bunte Leuchtdioden enthalten: für Verkehrsweisungen und auch für Werbezwecke. Als Pilotflächen gibt es derzeit einen Parkplatz in Idaho und demnächst einen kurzen Bürgersteig-Abschnitt neben der berühmten Route 66. Außerdem bieten die Module Kabelkanäle beispielsweise für Versorgungsleitungen, was die in Amerika meist oberirdisch verlegten und bei Sturm gern niedergeblasenen Stromkabel obsolet machen könnte.

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