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Auto-Kommentar : Fiatal

Klassiker: Die Produktion des Kleinwagens Punto wird im August von Fiat eingestellt. Bild: Reuters

Kleine Autos zu günstigen Preisen herzustellen war die Spezialität des italienischen Automobilherstellers Fiat – mit dem Produktionstop des Punto wird dieses Geschäftsmodell nun endgültig begraben.

          Fiat setzt einen Schlusspunkt unter die Produktion des Kleinwagens Punto. Am 11. August wird sie eingestellt. Bemerkenswert ist der Umstand, dass dieses Auto keinen Nachfolger erhält. Dabei war der Punto jahrelang Herzstück der Modellpalette von Fiat, hielt früher einmal in der europäischen Zulassungsstatistik Platz eins vor dem Volkswagen Golf. Das aktuelle Modell, erschienen 2005 als Grande Punto, leistete einen entscheidenden Beitrag zur Rettung des Fiat-Konzerns aus einer tiefen Krise.

          Die Geschichte des Punto zeigt nun, dass das ursprüngliche Geschäftsmodell von Fiat am Ende angelangt ist. Es war die Spezialität der Italiener, kleine Autos zu günstigen Preisen anzubieten und damit große Stückzahlen zu erzielen. Doch im Marktsegment preisgünstiger Kleinwagen lässt sich kein Geld mehr verdienen. Zuletzt gab es in Italien zum drastisch herabgesetzten Preis des Punto einen moderneren und besser ausgestatteten Ford Ka+ aus indischer Produktion.

          Die Versprechen sind wenig wert

          In Italien produziert Fiat künftig nur noch das Kleinstmodell Panda, dessen Ende ebenfalls abzusehen ist, daneben den Crossover 500X als einzigen Fiat mit Premium-Preis. Die verbliebenen Fiat-Modelle werden in Polen, Serbien und der Türkei hergestellt. Selbst deren Zukunft ist offen. Denn dem Fiat-Chrysler-Chef Sergio Marchionne war die historische Hausmarke bei der jüngsten Analystenkonferenz nicht einmal mehr eine Strategiepräsentation wert. Marchionne propagiert nun Wachstum für Alfa Romeo: bis 2022 sieben neue Modelle und eine Produktion von 400.000 Autos in den italienischen Fiat-Fabriken.

          Das klingt vertraut, es entspricht dem, was vor vier Jahren für 2018 versprochen und nie eingehalten wurde. Doch für Marchionnes Erfolgsprämien ist nicht maßgeblich, ob er attraktive Modelle für die Gemeinde der Alfisti entwickeln lässt. Wichtig sind kurzfristiger Gewinn und Senkung der Schulden. Die Entwicklung neuer Autos wurde daher verschoben. Und nun sind die Versprechen noch weniger wert, denn Marchionne geht im nächsten Jahr.

          Tobias Piller

          Wirtschaftskorrespondent für Italien und Griechenland mit Sitz in Rom.

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