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Fahrtbericht Porsche Cayenne S Diesel : Mit Bärenstärke weiter an der Spitze

Bild: Hersteller

Porsche hat im letzten Jahr 141.000 Sportwagen verkauft. Sportwagen? Mehr als die Hälfte davon waren Cayenne. Und der ist ein SUV. Mit dem noch stärkeren Dieselmotor bleibt kaum ein Wunsch offen.

          Gar nicht auszudenken, wenn Schuster bei seinen Leisten geblieben wäre und weiterhin nur Elfer und Boxster gebaut hätte. Längst ist der Cayenne, der anfangs so verspottet wurde, das Herzstück von Porsche und es zweifelt niemand mehr daran, dass er ein echter Zuffenhausener ist.

          Frank Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Aber eben einer, in dem vier bis fünf Personen mitfahren können, dem man ordentlich was aufpacken kann, der das schwere Boot zieht, und der auch noch im Gelände seinen Mann steht. Ein Cayenne eben. Dazu bietet er quasi nebenbei Fahrleistungen wie ein Sportwagen.

          Selbstzünder

          Und der neue S-Diesel räumt letzte Zweifel daran aus. Unverständlich lange hatte Porsche gezögert, beim Cayenne auf einen Selbstzünder zu setzen, der „kleine“ Diesel wurde dann sofort vom Kunden akzeptiert, selbst mit „nur“ 180 kW (245 PS) aus drei Liter Hubraum und einem maximalen Drehmoment von 550 Newtonmeter bei relativ hohen 3800 Umdrehungen in der Minute (Dieselanteil in Deutschland 2012: 73 Prozent).

          Jetzt gibt es sogar knapp 4,2 Liter Hubraum, V8-Zylinder, 281 kW (382 PS) und ein maximales Drehmoment von 850 Nm (mehr als beim Audi S8), und das schon bei 2000/min. Dass der Grundpreis für den S Diesel um gut 16.000 Euro höher liegt, sei am Rande erwähnt.

          Leistung

          Aber das Geld ist gut angelegt. Der Motor ist wirklich eine wahre Wucht. Nahezu spielerisch reißt er den schweren Wagen in 6,5 Sekunden aus dem Stand von 0 auf 100 km/h, die Topspeed beträgt 252 km/h, was wir wegen der Winterreifen nicht überprüfen konnten. Wir zweifeln nicht daran.

          Getriebe

          Tempo-Bolzen kann der Cayenne zwar, doch die wahre Stärke ist die Gelassenheit, die er an den Tag legt. In Verbindung mit der famosen Achtgang-Automatik, die sehr sanft schaltet, lässt es sich wunderbar bummeln, bei 100 km/h im größten Gang liegen nur 1400/min an, bei Tacho 140 sind es auch nur 1950/min. Schaltpaddel (zu große nach unserem Geschmack) zum manuellen Eingriff gibt es auch, und verschiedene Fahrprogramme, die wir wie immer für überflüssig halten.

          Verbrauch

          Beim Umgang mit dem so teuren Kraftstoff darf man keine Wunder erwarten. Vorbildlich groß ist der Tank (100 Liter), auch ein zuverlässig arbeitendes Start-Stopp-System gibt es, aber der Bedarf liegt bei 11,2 Liter im Schnitt. Aber: der kleine Diesel kann es nicht besser, hier maßen wir 11,8 Liter, im Porsche Panamera dagegen waren es mit dem kleinen Diesel sensationelle 8,2 Liter. Die Panamera-Limousine ist etwas leichter, baut nicht so hoch, und es wird nur eine Achse angetrieben.

          Zurück zum Cayenne: Die kalte Witterung sei nicht unerwähnt, aber selbst bei einer Sparfahrt auf der Autobahn (nicht schneller als 120 km/h) blieb es bei 9,2 Liter, und der Porsche-Pressesprecher hatte doch eine Acht vor dem Komma versprochen. Detail am Rande: Der Bordcomputer errechnete für diese Fahrt einen Bedarf von 8,1 Liter.

          Motorentwicklung

          Der V8-Motor ist wie das V6-Triebwerk eine Leihgabe von Schwester Audi, Porsche hat jedoch dem Triebwerk mit Hilfe einer neuen Elektronik sowie einer aufwendigeren Edelstahl-Auspuffanlage, anders geformten Kolben und härteren Auslassventilen schärfer gemacht.

          Geräusche

          So hört sich das Triebwerk übrigens auch: Scharf, aber nicht nach Diesel. Man muss die Ohren spitzen, ums Nageln zu hören. Sonst erinnert nur ein kurzes Vorglühen bei Minustemperaturen an die Verbrennungstechnik, und zugegeben, beim Anlassen schüttelt sich der Cayenne etwas.

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