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Fahrtbericht Opel Astra : Frisch wie am ersten Tag

Bild: Hersteller

Nach drei Jahren wurde der Astra leicht überarbeitet und kaum verändert. Auch seine Position ist gleich: Der wichtigste Opel fährt im Schatten des neuen VW Golf. Aber er ist mehr denn je die erste Alternative.

          Die Statistik kennt keine Gnade. Opel hat in den ersten zehn Monaten des Jahres unter den Top Zwanzig auf dem deutschen Markt mehr verloren als jede andere Marke. Gleichzeitig hat Hyundai (hinter der Schwester Kia) in Prozentpunkten am meisten gewonnen.

          Wolfgang Peters

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Kann das Zufall sein? Immerhin hält der Opel Astra hinter VW Golf, Passat und Polo sowie der C-Klasse von Mercedes-Benz den fünften Rang in der Zulassungsstatistik. Dass das kein Zufall ist, hat unsere jetzt erneuerte Prüfung ergeben: Der Opel Astra 1.4 Turbo Ecoflex Innovation (die Topversion hieß früher Cosmo) ist auch bei verschärfter Konkurrenz mehr als nur eine Probefahrt wert.

          Konkurrenz

          Seit dem Debüt der neuen Astra-Generation ist in der kompakten Mittelklasse viel passiert. Drei Jahre sind im scharfen Wind des Wettbewerbs eine kleine Ewigkeit. Da gibt es keine Schonung für angeschlagene Marken. Der austarierte VW Golf in seiner Titanen-Position, die geschärften Mercedes der A- und B-Klassen, der perfektionssüchtige Audi A3 und der Ehrgeiz-Einser von BMW, der Ford Focus mit seinem kleinen Wundermotor und die Scharen aus Frankreich und Fernost: alle gegen den Astra.

          Design

          Sein Design wirkt immer noch frisch wie am ersten Tag. Gerade der neue VW Golf hat gezeigt, wie dynamisch ein Opel auftreten kann. Das wird jetzt deutlich, weil er zunehmend eine Rolle in der alltäglichen Möblierung der Straßen spielt. Klare Linien, muskulöse Wölbungen und ruhige Proportionen sind gezielte Aktion auf Rädern und gleichzeitig souverän durch großen Radstand, knappe Überhänge und flachen Bug (könnte der obere Kühlergrill nicht etwas größer sein?). Das Heck: ein Versprechen aus Dynamik und Vorwärtsstreben.

          Platzangebot

          Allerdings hat auch der Astra mit den Nachteilen der neuen, mit dem Insignia eingeschlagenen Designlinie zu kämpfen: In Relation zu den äußeren Abmessungen enttäuschen die Freiheitsgrade im Innenraum. Zwei breitere Figuren kabbeln sich vorn, und drei Fahrgäste hinten sind nach einer längeren Reise drei verlorene Freunde mehr, der mittlere ist der schlechteste Platz im Astra, aber das gilt für viele andere ebenso.

          Sicht

          Die Rundumsicht für den Fahrer ist mies, und er fürchtet sich vor engen Parkgaragen. Selbst bei freier Rückbank bleibt nur ein etwas höherer Sehschlitz, da erreichen die gut arbeitenden Assistenzsysteme beim Einparken höchste Berechtigung. Allerdings hockt die hintere Kamera direkt im Griff der Heckklappe und beim Öffnen greift jeder erst mal in die Linse.

          Bedienung

          Seinen Fahrer verwöhnt der Astra mit körpernahem und dennoch bequemem Sitz, man benötigt etwas Zeit für die Justierung der Arbeitsposition, auch wegen des irgendwie nicht perfekt passenden Lenkradwinkels. Hat sich der Fahrer eingefügt, fällt seine rechte Hand wie von selbst auf den Schalthebel, und das Auge landet auf einem Feld der Vielfalt: Die Mittelkonsole gibt den Krieg der Knöpfe. Allerdings lernt der Fahrer rasch, welche er tatsächlich benötigt und welche er links liegenlassen kann.

          Ausstattung

          Der Testwagen war bestens ausgestattet, über einen Mangel an Ablagen war nicht zu klagen, seine Verarbeitung war tadellos, dass die hinteren Seitenscheiben sich nur manuell mit Kurbeln bewegen ließen, war allerdings eine Überraschung. Einfach ist das Klappen der hinteren Lehnen, der Stauraum ist ausreichend. Lob verdient die helle und weiträumige Ausleuchtung der Fahrbahn, Opel ist in der Lichttechnik führend. Eher als störend wurde die Verkehrszeichenerkennung empfunden, weil sie vielleicht aus Freude über ihre Tätigkeit die jeweilige Tempoangabe viel zu lange einspielte.

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