http://www.faz.net/-gya-7456k

Fahrtbericht BMW 330d Touring : Endlich ein richtiger Kombi

Bild: Hersteller

Der 3er-BMW als Touring war bisher eher Lustlaster als Nutztier. Die neue Generation hat mehr Platz für Passagiere und Ladung, die schöne Form hat dabei kaum gelitten.

          Der 3er ist und bleibt - trotz immer weiter ausufernder Modellpalette - das Herz von BMW. Die immer noch jung auftretende kompakte Limousine hat in der sechsten Generation (seit Februar am Markt) deutlich an Format und Statur gewonnen, und seit kurzem bereichert die Kombiversion Touring das Programm.

          Frank Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Sie wird sich schnell einen Anteil von 50 Prozent der Verkäufe in Deutschland erarbeiten, so war es zumindest bisher. Vielleicht werden es auch ein paar Prozentpunkte mehr, denn dieser BMW hat jetzt endlich das Talent zum Laden, das den Vorgängergenerationen etwas abging: Sie frönten zu sehr dem Lifestyle-Charakter der Formen.

          Jetzt aber streckt sich der Touring (wie die Limousine) auf die schöne Länge von 4,62 Meter und bietet mit einem Kofferraumvolumen von 495 Liter (bis zur Sichtkante) 35 Liter mehr als bisher. Die maximale Kapazität beträgt gar 1500 Liter (plus 115 Liter) bei einer Länge des Laderaums von fast 1,90 Meter. Da ist der Abstand zum größeren 5er-BMW nicht mehr weit.

          Platz für Passagiere

          Und weil der Radstand im Vergleich zum Vorgänger um fünf Zentimeter gewachsen ist, sitzen die Rückbänkler jetzt endlich bequem. Die Beinfreiheit ist sehr gut, selbst wenn vorn Große sitzen, die Kopffreiheit stimmt sowieso.

          Kofferraum

          Dazu kommt, dass das Ladeabteil sehr aufgeräumt und qualitativ hochwertig gemacht ist. Die Heckklappe öffnet elektrisch (serienmäßig), wie bisher kann man das Heckfenster separat öffnen. Die niedrige Ladekante (62 Zentimeter) erfreut ebenso wie die dreifach geteilte Rückbanklehne (40 : 20 : 40) und die Edelstahleinlagen an der Ladekante, die vor Kratzern schützen.

          Der schwere Rollokasten mit Kofferraumabdeckung samt horizontalem Gepäcknetz gehört der Vergangenheit an. Dieses ist jetzt zweigeteilt und recht leicht herauszunehmen. Ein Set von Alu-Schienen kann helfen, den Laderaum sinnvoll zu unterteilen, es kann wie das Verdeckrollo in einem Fach unter dem Kofferraumboden verstaut werden. Das einzige, was man bemängeln könnte, ist das Fehlen eines Ersatzrades. Aber der 330d hat Reifen mit Notlaufeigenschaften.

          Bild: F.A.Z.

          Um die maximale Laderaumkapazität zu nutzen, müssen nur die Lehnen nach vorn geklappt werden, was mit einem Handgriff erledigt ist. Die entstehende Ladefläche ist fast eben. Gefallen haben uns auch die hinteren Kopfstützen, die sich bei Nichtgebrauch wegklappen lassen, so stören sie nicht mehr die ohnehin eingeschränkte Sicht nach hinten. Leider kostet dieses Detail 60 Euro Aufpreis.

          Preise

          Ohnehin ist die 44 Seiten starke Preisliste eine schöne Beschäftigung für regnerische Herbstnachmittage (ganz abgesehen von der Bedienungsanleitung). Zwar ist der BMW von Haus aus nicht schlecht bestückt - erwähnt seien nur vier elektrische Fensterheber und die Klimaanlage. Doch BMW wäre kein Premiumhersteller, würde der Kunde nicht mit mannigfaltigen Möglichkeiten gequält, noch mehr Geld auszugeben, als er es ohnehin schon tun muss. So addierten sich bei unserem Testwagen zu den 46 150 Euro Grundpreis noch Extras für 21.910 Euro. Macht schlappe 68.060 Euro. Wir verschweigen aber nicht, dass ein entsprechendes T-Modell der Mercedes-Benz C-Klasse im Grundpreis gut 3000 Euro über dem 3er BMW liegt.

          Weitere Themen

          Skandal? Egal. Video-Seite öffnen

          Markenvertrauen : Skandal? Egal.

          Die Abgastests an Tieren und Menschen – das ist nur der letzte Skandal um Volkswagen. Vorher wurde der Autobauer als Betrüger in Sachen Diesel-Messwerte entlarvt. Allerdings ohne wirtschaftliche Konsequenzen, im Gegenteil. Warum ist das so?

          Rolls-Royce „Black-Badge“ Ghost Video-Seite öffnen

          Fahrbericht : Rolls-Royce „Black-Badge“ Ghost

          Sie sind dunkler, sportlicher, kraftvoller und teurer – mit der neuen Linie „Black-Badge“ will Rolls-Royce jüngere Kunden erreichen. Der „Black-Badge“ Ghost ist die Limousine der Reihe und bietet viel Luxus. Von Lammfell-Matten bis Sternenhimmel ist alles möglich.

          Topmeldungen

          Russland und der Westen : Es bleibt frostig

          Der Winter kommt nicht, er ist längst da. Trumps Sicherheitsberater McMaster und Russlands Außenminister Lawrow schenken sich auf der Sicherheitskonferenz in München nichts.
          Nur den QR-Code scannen: Anders als die Deutschen zahlen die Chinesen gern mit dem Smartphone.

          Bezahlsystem : Chinas Antwort auf Paypal

          Hunderte Millionen Chinesen zahlen mit der Smartphone-App Alipay. Ginge sein Betreiber Ant Financial – zu Deutsch: Finanzameise – an die Börse, wäre er so viel wert wie Goldman Sachs.
          Der Fotograf Patrick Demarchelier bei einer Fashion-Show im Herbst 2012.

          Belästigungsskandal : Models erheben schwere Missbrauchsvorwürfe

          Neue Missbrauchsvorwürfe in der Modebranche: Mehr als 50 Frauen beschuldigen mindestens 25 Männer der Modewelt, sie sexuell belästigt oder missbraucht zu haben. Sie sprechen damit ein Jahrzehnte altes Problem der Branche an.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.