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Autobeleuchtung : Die Zukunft des Autos ist hell

Ein LED-Matrix-Scheinwerfer im neuen Golf Bild: Hersteller

Ob intelligentes Fernlicht, der Scheinwerfer als Filmprojektor oder eine neue Zeichensprache. Die Fahrzeugentwickler tüfteln am Licht – dank neuer Techniken ist einiges möglich.

          Rechne immer mit der Dummheit der anderen. Dieser Imperativ der automobilen Weisheit, der Eltern und Fahrlehrern flüssig über die Lippen kommt, will heißen: Man kann das Recht noch so sehr auf seiner Seite wissen, der menschliche Irrtum und seine Konsequenzen lassen sich nicht wegrationalisieren. Deshalb wollen nicht nur die Zeichen am eigenen Auto und Körper gedeutet werden, sondern auch die der übrigen Verkehrsteilnehmer. Bestes Beispiel ist der Fußgänger, der die Straße an einem Zebrastreifen überqueren will, auf den gerade ein Auto zusteuert. Rechtlich ist die Sache klar, und dennoch ist es ein Reflex, dem Fahrer durch die Frontscheibe in die Augen zu blicken. Sehen und gesehen werden ist eher eine Frage der Sicherheit als der Ästhetik. Was aber, wenn kein Fahrer mehr hinter dem Steuer sitzt, in dessen Blick wir uns versichern können? Entwickler versuchen, Antworten im Licht zu finden.

          So erprobt zum Beispiel die Konzernforschung von Volkswagen, wie mit Licht kommuniziert werden kann. Dass das grundsätzlich geht, macht die Lichthupe in rudimentärer Form seit Jahrzehnten vor. In Zukunft werden die Kommandos aber komplexer. Farben, Lichtverläufe, Symbole, die auf und vor das Auto gestrahlt werden, Scheinwerfer, die wie Augen mit leuchtenden Pupillen ausgestattet sind, jemandem zublinzeln und folgen können – eine neuartige Sprache werde das, sagen die Ingenieure und Designer. Im Technik-Kompetenz-Zentrum steht deshalb ein sogenannter Lichtdemonstrator. Basierend auf dem Wolfsburger ID-Modell und intern Neo genannt, der im kommenden Jahr auf den Markt kommen soll, blinkt und funkelt und warnt er hier, heißt seinen Fahrer mit weißem Augenaufschlag willkommen und verwandelt bei starken Bremsmanövern dank hauchdünnem Oled gleich seine ganze Heckscheibe in ein rot leuchtendes Achtung mit Ausrufezeichen. Je autonomer die Maschinen werden, desto menschlicher sollen sie funktionieren. Denn auch wenn diese Kommunikation noch nonverbal ist, ein bisschen K.I.T.T. für jedermann schwingt schon mit.

          Aber zurück in die Gegenwart, denn bevor Autos ihr Licht zum Sprechen bringen, erfüllt es bekanntlich einen ganz anderen, aber ebenso ehrbaren Dienst. Etwas banal klingt es – sie machen hell, was eigentlich dunkel ist – doch die Technik, die das ermöglicht, ist es nicht.

          Blinker könnten bald über die Karosserie hinauswachsen. Bilderstrecke

          Anfangs lautete das Credo vor allem: mehr. Insbesondere Scheinwerfer sollten heller werden, die Umgebung weiter und breiter ausstrahlen. Ein erster großer Erfolg war die Halogenleuchte. Sie feierte Anfang der sechziger Jahre ihr Debüt. Über die Jahre wurde sie stetig weiterentwickelt. Von der ersten Generation, der H1, über die H4 bis zur H7, die noch heute verbaut wird, haben sich die Lichtmengen deutlich erhöht. Schaffte die H4 noch 1000 Lumen, sind es bei der H7 bereits 1500. Konkurrenz bekam sie erst 1991, als BMW mit dem 7er eine vollkommen neue Lichttechnik vorstellte. Aus den Leuchtfäden der Halogenlampen wurden Glaskolben mit komplexem Gasentlademechanismus, die das Edelgas Xenon zum Leuchten bringen. Die 3200 Lumen starken Xenon-Systeme mussten erstmals über eine Reinigungsanlage für die Scheinwerfer und Leuchtweitenregulierung verfügen, um auszuschließen, dass andere Verkehrsteilnehmer zu stark geblendet würden. Doch Xenon hat zwei Nachteile: Anschaffung und Wartung sind teuer.

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