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Der neue Dreier BMW : Größer, gewichtiger, erwachsener

Der neue Dreier BMW: Viel Fortschritt Bild:

Erst im Frühjahr 2005 beginnt der Verkaufsstart des neuen Dreier von BMW. Schon jetzt gibt es aber die ersten Fotos und sehr detaillierte technische Daten zu dem wichtigsten Modell der Marke.

          Auch das ist ein Hinweis auf die angespannte Situation des deutschen Automarkts: Erst am 5. März 2005 beginnt der Verkaufsstart des neuen Dreier von BMW und bereits jetzt gibt es die ersten offiziellen Fotos und schon sehr detaillierte technische Daten zu dem wichtigsten Modell der Marke.

          Wolfgang Peters

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          BMW nimmt damit ein nachlassendes Interesse für die noch laufende Baureihe E46 bewußt in Kauf, um sich bessere Karten bei jenen potentiellen Kunden zu verschaffen, die eine Entscheidung in den nächsten Monaten treffen müßten. Zu den Preisen gibt es noch keine Angaben, sie werden wohl auf dem Niveau der abgelösten Baureihe liegen.

          Mehr Platz im Innenraum

          Nach den jetzt vorliegenden technischen Daten sind wir der Ansicht: etwas Geduld könnte sich lohnen. Denn der neue Dreier ist größer geworden, er wirkt gewichtiger und erwachsener (über das Design reden wir nach der Begegnung in einer realen Situation), er bietet im Innenraum mehr Platz und BMW hat auch bei dieser Baureihe den Fortschritt beschleunigt. Der Reigen der neuen Dreier beginnt mit der viertürigen Limousine, setzt sich fort mit dem Touring (Kombi), der zweitürigen Version und mit dem Cabrio. Bis etwa 2007 wird die gesamte Baureihe die neuen Züge tragen. Daß Entwicklungschef Burkhard Göschel noch weitere Dreier-Trümpfe in der Hand hält, wird man annehmen dürfen.

          Um 49 Millimeter länger als sein Vorgänger

          Zur Markteinführung gibt es drei Ottomotoren und einen Diesel. Zunächst wird der 320i die Einstiegsvariante sein und er hat nur vier Zylinder, der bisherige 2,2-Liter-Sechszylinder aus dem alten 320i wird zumindest vorerst nicht angeboten. Die neue Maschine basiert auf dem 2-Liter-Aggregat, das bisher im 318i seine Dienste verrichtete. Jetzt leistet es 110 kW (150 PS), das maximale Drehmoment blieb unverändert, nur liegt es jetzt bei 3600 und nicht mehr bei 3750 Umdrehungen in der Minute an; der Vierzylinder-320i erreicht damit 220 km/h und verbraucht nach Norm 7,4 Liter Superbenzin auf 100 Kilometer.

          27 PS mehr

          Der kleinste Sechszylinder (es bleibt für diese Motorform durchweg bei der Reihenbauweise) im Dreier ist beim Marktstart das 2,5-Liter-Aggregat (160 kW/218 PS), damit wird der 325i ausgerüstet. Stärkster Dreier ist der 330i mit 190 kW (258 PS), damit wird der gleichnamige Vorgänger um 20 kW (27 PS) übertroffen. Der laut BMW "leistungsstärkste und leichteste Sechszylinder" in diesem Segment liefert ein Drehmomentmaximum von 300 Newtonmeter von 2500 bis 4000/min. Die Höchstgeschwindigkeit des 330i ist auf 250 km/h begrenzt und sein Normverbrauch beträgt 8,7 Liter Super. Im 320d geht (wie im neuen Einser-BMW) die zweite Generation der Common-Rail-Technik ans Werk: aus vier Zylindern wachsen 120 kW (163 PS) und es entsteht eine maximale Zugkraft von 340 Nm bei 2000/min. Der 320d erfüllt Euro 4, begnügt sich mit 5,7 Liter Diesel auf 100 km und erreicht 225 km/h.

          Im Vergleich zu der seit 1998 gebauten, bisher erfolgreichsten Dreier-Reihe setzt BMW etliche Akzente des Fortschritts. So sind serienmäßig künftig sechs Vorwärtsgänge, sowohl bei manuellem, als auch bei automatischem Betrieb. Dabei wird der erste Gang so ausgelegt, daß mehr Zugkraft schon bei niedrigen Drehzahlen zur Verfügung steht. Der Motor wird mit einem Druck auf die entsprechende Taste gestartet, die weitere Steuerung übernimmt die Elektronik, so werden zum Beispiel Bedienfehler (zu viel Gas beim Starten, zu hohe Motordrehzahl) vermieden

          Die gesamte Doppelgelenk-Vorderachse wurde neu für den Dreier entwickelt, sie besteht komplett aus Aluminium. Die Achslasten sind idealerweise je zur Hälfte verteilt, zusammen mit der leichten Vorderachse und der Fünflenker-Hinterachse sollen daraus wieder die typischen BMW-Agilitätsgefühle entstehen. Auch im Dreier wird es die mit dem neuen Fünfer eingeführte Aktivlenkung geben, sie arbeitetet jetzt mit einem erweiterten Wirkungskreis: beim Bremsen auf unterschiedlich glatter Fahrbahn stabilisiert sie das Auto schneller als es der Normalfahrer könnte. Auch das Fahrwerkregelsystem DSC (Dynamic Stabilitäts Control) ist schlauer geworden, es legt zum Beispiel kurz und leicht ohne Zutun des Fahrers die Bremsen an, um die Scheiben bei Regen immer trocken zu halten.

          Ein Auto mit „Komfortzone“

          Und natürlich ist der neue Dreier auch größer geworden. Im Vergleich zu seinem Vorgänger ist er mit 4,52 Meter um 49 Millimeter länger, 78 Millimeter (1,82 Meter) breiter und 6 Millimeter (1,42 Meter) höher. Der Radstand erfuhr eine entscheidende Verlängerung um 35 Millimeter auf 2,76 Meter. Damit, so BMW, ergibt sich ein "Raumkomfort der Premiumklasse". Das Cockpit sei "fahrorientiert", in der Mitte des Armaturenträgers und im Bereich der Konsole liege die "Komfortzone". In der Tat gibt es an den klassisch-schlichten Instrumenten wenig auszusetzen, überhaupt herrscht im Innenraum jener sachliche Stil, der uns schon vom Einser-BMW her bekannt ist. Das bedeutet auch, daß der gesamte Armaturenträger zwischen den beiden Türen von horizontalen Linien dominiert wird, Rundungen gibt es nur auf der Hutze über den Instrumenten.

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