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Fahrbericht Audi A5 Coupé : Der A5 ist der schönere A4

Bild: F.A.Z., Hersteller

Über Coupés lässt sich streiten. Weniger Auto fürs Geld oder Individualität und schönere Linien? Die Wahrheit liegt in der Mitte. Und im Audi A5 Coupé.

          Schon zu Zeiten des Kutschenbaus waren die Coupés jene Gefährte mit der schnittigeren Form, schon damals ging es also offenbar nicht nur um Praktikabilität, sondern auch ums Schöne und wahrscheinlich auch darum, gesehen zu werden. So viel hat sich bis heute also nicht geändert. Dennoch sind Coupés eine Gattung Auto, die es eigentlich nicht geben dürfte, würde man immer nur die rein sachliche Nützlichkeit in der Vordergrund stellen. Aber es gibt sie: Audi, BMW, Mercedes-Benz und andere verdienen gutes Geld damit. Neu ist zum Beispiel der Audi A5, der schnittigere Bruder des A4. 320 000 Einheiten vom Vorgängermodell hat der Hersteller aus Ingolstadt verkauft, und wenn es mal wieder eines Beweises bedarf, dass es beim Autofahren und -besitzen um viel mehr geht als nur ums Fahren von A nach B, hier ist er.

          Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Ohne Frage ist der A5 im Vergleich mit dem A4 der schönere Audi. Zwei Türen fehlen, das Dach zieht eine hübsche Linie nach unten, die hinteren Kotflügel sind etwas breiter ausgestellt. Wer sich für den zweitürigen A4 entscheidet, hat zunächst die Wahl aus drei Benzin- und zwei Dieselmotorisierungen. Den 2,0-Liter-Turbo-Vierzylinder aus dem Testwagen gibt es statt mit 252 auch mit 190 PS. Das Basismodell ist für 39 500 Euro zu haben. Ein 3,0-Liter-V6 mit 354 PS und Allradantrieb firmiert als S5 im Programm ab 62 500 Euro. Bei den Dieseln umfasst die Palette einen 2,0-Liter-Vierzylinder mit 190 PS zu 42 550 Euro sowie ein V6-Aggregat mit 218 PS aus drei Litern Hubraum.

          Seine Eleganz ist eher kühl

          Zu Gast in der Redaktion war der starke Vierzylinder-Benziner, den es nur in Verbindung mit einer Siebengang-Automatik gibt, technisch gesehen ein Doppelkupplungsgetriebe. Im Grundpreis von 49.800 Euro stecken 2350 Euro Aufschlag für den Allradantrieb, den man sich vielleicht gönnen sollte. Da steht er nun vor einem, der A5 in Scubablau Metallic. Dieser Lack kostet 890 Euro extra, wie jede Farbe, außer Schwarz und Weiß. Schick ist er, der A5, gewiss, doch seine Eleganz ist eher kühl, aber das kann man ja mögen. Der A4 kostet übrigens in gleicher Konfiguration 44.900 Euro; mehr Auto für weniger Geld, das alte Lied. Wer aber die Rückbank nicht täglich braucht, der mag sich für das schickere Auto entscheiden. Klar ist, dass der Fond nur von jüngeren und noch gelenkigen Menschen geentert werden kann. Die Angebote der 86 Jahren alten Schwiegermutter, „Ich kann mich doch auch mal hinten reinsetzen“, haben wir immer dankend abgelehnt. Rein ginge vielleicht noch, aber wieder raus?

          Einmal hinten angekommen, sitzt man besser als erwartet, selbst die Kopffreiheit geht für 1,85-Meter-Menschen noch in Ordnung. Die hinteren Seitenscheiben sind starr, man fühlt sich trotzdem nicht ganz so eingesperrt wie in anderen Coupés in der zweiten Reihe. Hinter den zwei Fondpassagieren wartet der flache, aber tiefe Kofferraum auf seinen Einsatz, der mit einem Fassungsvermögen von 465 Liter - 15 Liter weniger als im A4 - tatsächlich auch für vier taugen mag. Ein platzsparendes (Not-)Reserverad kostet 125 Euro Aufpreis. Die Rückbank lässt sich mittig geteilt umlegen, was die Variabilität beim Transport etwas erhöht. Das kostet keinen Aufpreis, was eine Erwähnung wert ist, denn der Testwagen war wieder einmal über und über mit Ausstattung vollgepackt, angefangen von der Rücksitzbank mit kleiner Ablageschale in der Mitte (30 Euro) bis zum Paket „Technology Selection“ für 3350 Euro.

          Mit dabei sind dann der Komfortschlüssel inklusive sensorgesteuerter Gepäckraumentriegelung, das virtuelle Cockpit, die Navigation, das Smartphone Interface und der Connect Notruf & Service. Unser A5 hatte Zusatzausstattung für 23.005 Euro an Bord, viele Assistenzsysteme waren dabei, aber auch die Dynamiklenkung für 1000 Euro, das Fahrwerk mit Dämpferregelung zu 980 Euro oder die Lederausstattung Feinnappa für weitere 1400 Euro. Das trägt selbstverständlich zum sehr guten Eindruck bei, den der Wagen hinterließ. Ein selbstzahlender Käufer wird sich seinen Wagen kaum derart vollstopfen. Wie dem auch sei, der A5 ist ein prima Auto, er fährt vorzüglich, federt gut und bringt die Kraft dank des Allradantriebs jederzeit auf die Straße.

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