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Beleuchtung fürs Fahrrad : Blendende Aussichten

Das sind 150 Lux der Ixon Space von Busch und Müller - mit dem Segen der Straßenverkehrsordnung und deutlicher Hell-Dunkel-Grenze. Bild: Hersteller

Die Dunkelmänner ohne Licht am Fahrrad waren gestern das Problem. Heute können es die leistungsstarken Scheinwerfer werden.

          Radler haben es wirklich nicht leicht –, vor allem nicht mit der Beleuchtung. Dass sie alle grundsätzlich im Dunkeln ohne Licht unterwegs seien, ist natürlich völliger Unsinn. Dieses hartnäckig wiederholte Pauschalurteil hat noch nie gestimmt – und es stimmt zusehends immer weniger: Ein gut zu beobachtendes Beispiel dafür, und das nicht nur am Elektrorad, ist das Tagfahrlicht. Es wird allgemein häufiger mit Licht geradelt. Dafür gibt es technische Gründe, aber auch rechtliche. Die Vorschriften haben sich im Sommer gerade mal wieder – ein wenig – geändert. Und auf den Fahrradmessen wurden gleichzeitig innovative Leuchten präsentiert, die uns von der kommenden Saison an ein Licht aufstecken wollen. Dass sie auf einhellige Zustimmung stoßen werden, steht nicht zu erwarten.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Zweiradfahrer, schmal und schnell, wie sie nun mal sind, lassen sich generell im Verkehrsgeschehen leicht übersehen. Wer als Fahrradfahrer aus Ignoranz oder Gleichgültigkeit auf alle vorgeschriebene Lichttechnik wie Scheinwerfer, Rückleuchten und Reflektoren verzichtet, wird schon in der Dämmerung und erst recht bei Dunkelheit zum Schreckgespenst für andere Verkehrsteilnehmer vom Fußgänger bis zum Trucker – andere Radfahrer eingeschlossen.

          Im günstigsten Fall werden solche unbelehrbaren Unbeleuchteten beschimpft oder angehupt. Nicht selten aber sind die Folgen fatal für den jeweilig Schwächeren einer Begegnung der finsteren Art. Sehr häufig trifft es den Dunkelmann selbst (es gibt selbstverständlich auch Dunkelfrauen). Doch keineswegs immer wird der Lenker des unbeleuchteten Fahrrads als Täter durch Unterlassung auch zugleich zum Opfer.

          Vernünftigerweise zieht man aus diesem Gefährdungspotential die Konsequenzen und installiert eine Beleuchtungsanlage nach dem Stand der Technik – und der deutschen Vorschriften – an seinem Fahrrad. Wer das tut, hat sich dennoch immer öfter eher Unfreundliches anzuhören. Dabei geht es meistens darum, dass andere – Fußgänger mit und ohne Hund, entgegenkommende Radler mit und ohne Kindertross, aber auch Autofahrer – sich geblendet fühlen. Früher zu dunkel, jetzt zu hell, wie kann das sein?

          So unterschiedlich sind Scheinwerfer am Fahrrad: LEDsBike FX70 von Osram (links) und Busch und Müller Ixon Space

          Manches Mal sind die Beschwerden schlicht substanzlos: Es gibt keinen Grund, warum Fahrradscheinwerfer nur trübe Funzeln sein dürften – auch wenn sie das jahrzehntelang waren. Wenn ein Sechszylinder blauweiß-kaltes Licht auf die Straße werfen darf, warum sollte das ein Fahrrad nicht auch dürfen – korrekte Einstellung mal vorausgesetzt. Der Radler kann sich aber durchaus fragen: Brauche ich ständig 80 Lux oder noch mehr, wenn ich eigentlich nie in völliger Dunkelheit, weil meistens in der Stadt unterwegs bin. Nachts über Land mit dem Fahrrad zu fahren ist etwas ganz anderes. Wo nicht mal in der Ferne eine Straßenlaterne und auch kein Mond leuchtet, ist man für eine Flutlichtanlage wie die in Anbetracht von 150 Lux verblüffend zierliche Akku-Leuchte Ixon Space von Busch und Müller am Lenker zutiefst dankbar. Unmittelbar vor dem Vorderrad im Nahbereich beginnend wird die Fahrbahn in einem flachen Rechteck ausgeleuchtet, das eine scharf ausgebildete Oberkante hat. Diese genau definierte Hell-Dunkel-Grenze verhindert Blendung.

          Als wahrhaft seinen Namen verdienender Scheinwerfer, der nebenbei auch als Powerbank dem schwächelnden Smartphone mit Energie aushelfen kann und der mit rund 200 Euro nicht eben billig ist, hat die Ixon Space noch eine Besonderheit: Wie bei manchen anderen Frontleuchten – beliebig herausgegriffene Beispiele wären etwa die in der Spitze allerdings nicht so leistungsstarken LS 950 von Trelock oder die Vancouver von Büchel – lässt sich die Leuchtstärke in mehreren Stufen regeln. Diese Funktion wird dem Kunden meist nahegebracht als Möglichkeit, eine längere Leuchtdauer zu erzielen. Aber wenn ich in der Stadt mit meiner Beleuchtung hauptsächlich nur gesehen werden will und das Licht nicht brauche, um zu erkennen, wo ich hinfahre, warum sollte ich dann den Scheinwerfer voll aufdrehen? Da ist also der Benutzer und sein vernünftiger Umgang mit der Leistungsstärke seiner Beleuchtung gefordert.

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