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Autonome E-Busse im Test : Fahrerlos und elektrisch durch die Innenstadt

  • -Aktualisiert am

Einsteigen und mit 20 km/h durch die Stadt Bild: Hersteller

Mit zwei fahrerlosen Elektrobussen will die Stadt Sitten im Schweizer Kanton Wallis neue Maßstäbe im öffentlichen Nahverkehr setzen. So soll es funktionieren.

          Mit zwei fahrerlosen Elektrobussen will die Stadt Sitten im Schweizer Kanton Wallis neue Maßstäbe im öffentlichen Nahverkehr setzen. Die Minibusse sind mit 4,80 Meter Länge und 2,05 Meter Breite kaum größer als ein Van, überragen ihn jedoch mit 2,60 Meter Höhe beträchtlich. Sie haben elf Sitz- und vier Stehplätze, sollen allerdings nur mit acht sitzenden Fahrgästen betrieben werden. Gebaut wurden sie vom französischen Fahrzeughersteller Navya. Betreiber ist die Stadt in Kooperation mit der Post Auto Schweiz AG und Best Mile, einem Entwickler von Flottenmanagement-Software.

          Im Rahmen des Pilotversuchs werden die fahrerlosen Shuttlebusse in der Innenstadt von Sitten ihre Fahrgäste mit höchstens 20 km/h befördern, obwohl sie bis zu 45 km/h schnell fahren könnten. Als Antrieb dient ein 15 kW leistender Elektromotor, der von einem 16,5 kW/h starken Akku gespeist wird. Die mögliche Fahrtdauer wird mit fünf bis sieben Stunden angegeben, die Aufladung dauert etwa ebenso lang. Der Ladestrom stammt aus erneuerbaren Energiequellen.

          Das Herzstück der Busse besteht aus sechs Lidar-Sensoren, von denen zwei die unmittelbare Fahrzeugumgebung und vier das Umfeld zwischen 100 und 200 Metern erfassen. Vier Stereokameras im oberen und unteren Front- und Heckscheibenbereich detektieren Ampeln und Verkehrszeichen. Die Fahrtstrecke wurde elektronisch vermessen und in 3D-Karten abgelegt. So können die Busse zentimetergenau fahren. Fahr-, Lenk- und Bremsvorgänge steuert eine Software von Navya. Die installierten zwei Nothaltknöpfe im Fahrgastraum sollen vor allem ängstliche Passagiere beruhigen.

          „Mit diesem zweijährigen Pilotversuch wollen wir neue Mobilitätslösungen erproben“, sagt Marcel Maurer, Stadtpräsident von Sitten. Nach dem Shuttlebetrieb in der Fußgängerzone sind später weitere Fahrten zu den umliegenden Schlössern Valère und Tourbillon geplant.

          Neu an den Schweizer Minibussen ist zwar der Verzicht auf den Fahrer, aber nicht die Antriebstechnik. Elektrobusse gab es in Deutschland schon vor mehr als sechs Jahrzehnten. So baute 1950 die zur Borgward-Gruppe gehörende Lloyd-Maschinenfabrik in Bremen den Lloyd EL 1500, einen zwölfsitzigen Elektrobus, und später sogar einen großen mit 30 Sitzplätzen.

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