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Audi RS 7 Sportback : Eine heiße Nummer, unter der es alles gibt

Ein Statement: Die 5,01 Meter lange Limousine mit vier Türen und einem perfekt ausmodellierten Heck Bild: Hersteller

Der Audi RS7 Coupé ist der wohl elegantesten Kraftkerl unter den deutschen Limousinen-Sportlern. Für 113.000 Euro bekommt man 560 PS, eine hohe V8-Leistung - und ein Statement der Souveränität.

          Für die ganz heißen Nummern gibt es bei Audi eine flotte Tochter: Die quattro GmbH ist erfolgreicher denn je und hat jetzt den wohl elegantesten Kraftkerl unter den deutschen Limousinen-Sportlern vorgestellt. Der Audi RS 7 Sportback debütiert im Herbst bei den Händlern, hat den Vier-Liter-V8 mit Biturbo-Technik unter der Haube und kostet ohne Extras 113.000 Euro.

          Wolfgang Peters

          Freier Autor in der Wirtschaft.

          Damit gehören zur RS-Riege acht Modelle oder Varianten, von denen keine weniger als 340 PS (250 kW) leistet. Die Motoren verteilen ihre Hubräume auf fünf Zylinder in Reihe oder auf acht in V-Formation. Für die in jedem Fall nachdrücklich auftretende Leistungsabgabe sind Hochdrehzahl- oder Biturbo-Konzepte verantwortlich.

          Ein Motor, der alles kann und alles gibt

          Beide Lösungen sind von eigenem Reiz. So liefert zum Beispiel im RS 4 Avant/RS 5 Coupé der hubraumgrößere 4,2-Liter-V8 sein maximales Drehmoment von 430 Nm erst von 4000 bis 6.000/min. Das klingt nach Drehmomentschwäche im unteren Tourenbereich, wird in der Praxis aber als jubelndes Erfolgserlebnis wahrgenommen, weil der streng klingende V8 rasch auf Touren kommt. Im jetzt vorgestellten RS 7 wird wie im RS 6 Avant der kleinere 4-Liter-V8 mit Aufladung über zwei Abgasturbolader eingesetzt.

          Ein Motor, der alles kann und alles gibt, und das ist nicht wenig: bei 5.700/min werden auf die nach quattro-Art angetriebenen vier Räder mit mechanischem Mittendifferential 412 kW (560 PS) verteilt. Das Dampfhammer-Drehmoment von 700 Newtonmeter wird über die Drehzahlspanne von lächerlich niedrigen 1750/min bis zu bösartigen 5500/min ausgeliefert. Weil die Achtgang-Tiptronic jederzeit die passende Schaltstufe treffsicher anwählt, reagiert der V8 selbst auf kleinere Gaspedalbewegungen mit höchster Intensität.

          Mit ruhiger Selbstverständlichkeit: in 3,9 Sekunden auf 100 km/h
          Mit ruhiger Selbstverständlichkeit: in 3,9 Sekunden auf 100 km/h : Bild: Hersteller

          Die 5,01 Meter lange Limousine mit vier Türen und dem perfekt ausmodellierten Heck (Audi sagt gleichzeitig Sportback und Coupé dazu) ist im öffentlichen Straßenverkehr ein Statement der Souveränität und der Agilität. Aus dem Stand kommt der RS 7 ohne Spektakel und mit einer ruhigen Selbstverständlichkeit in 3,9 Sekunden auf 100 km/h, und die serienmäßig anwesende Limitierung auf 250 km/h kann man sich mit zwei Dynamikpaketen (für 3.500 Euro bis 280 km/h oder für 11.400 bis 305 km/h) entsperren lassen.

          Der Achtzylinder ist ein kompakter Beinahewürfel und wiegt etwa 224 Kilogramm. Er wird von Audi in der Kategorie Downsizing geführt, arbeitet mit direkter Kraftstoffeinspritzung und fährt bei niedriger oder mittlerer Leistungsanforderung des Fahrers (bis etwa 3500/min) mit nur vier Zylindern. Elektronik übernimmt die Aktivierung des Systems, das als COD (Cylinder on Demand) bezeichnet wird. Es arbeitet durch die Abschaltung der Zylinder zwei, drei, fünf und acht ohne negative Folgen auf Laufruhe oder Leistungsbereitschaft und dient allein der Reduzierung des Verbrauchs.

          Der Wechsel vom V8 zum Vierzylinder oder umgekehrt vollzieht sich in Hundertstelsekunden und ist praktisch nicht zu bemerken. Dass der V4 mit anderen Schwingungen als der V8 aufwartet, wird von aktiven Motorlagern unterdrückt. In Zusammenhang mit weiteren motorinternen Maßnahmen und mit gezieltem Leichtbau erreicht der Audi RS 7 Sportback einen definierten Gesamtverbrauch von 9,8 Liter für 100 Kilometer.

          Im Fahrwerk übernimmt neben dem quattro-Antrieb die serienmäßige Luftfederung eine dominierende Rolle. Sie senkt die Karosserie bei hohen dynamischen Anforderungen um 20 Millimeter ab, und die integrierte Dämpfung nimmt als Maßstab für ihre Tätigkeit Straßenzustand und Fahrstil. Zudem kann der Fahrer unterschiedliche Betriebszustände für Lenkung oder Motormanagement abrufen.

          Sportliches Fahren definiert sich im RS 7 nicht nur über Schnelligkeit, sondern auch über Präzision und Konzentration. Statt auf 20-Zoll-Rädern kann man auf 21-Zöllern rollen, und die innenbelüfteten Bremsscheiben weisen vorn für dauerhafte Verzögerungsleistungen einen Durchmesser von 390 Millimeter auf. Das ist die andere Seite der heißen RS-Nummern.

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