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Die Werkstätten freut’s : Motorschäden machen Reparaturen immer teurer

  • -Aktualisiert am

Motorschäden nehmen weiter zu. Bild: dpa

Die Reparaturkosten für Gebrauchtwagen steigen immer weiter. Und 2017 erreichte die Quote der Motorschäden den höchsten Stand seit zehn Jahren. Ein neuer Report nennt die Gründe dafür.

          Was geht am Auto am häufigsten kaputt? Der Tüv-Report ist hier nur begrenzt aussagefähig, weil er lediglich Schäden an sicherheitsrelevanten Bauteilen aufschlüsselt. Das komplette Schadenspektrum dagegen umfasst die jüngste Analyse von Car Garantie. Sie basiert auf der Auswertung von 980.247 Gebrauchtwagen- und Neuwagenanschlussgarantien sämtlicher Marken und Modelle, die im vergangenen Jahr ausgelaufen sind.

          Der Anteil der Motorschäden am Gesamtvolumen der regulierten Baugruppenschäden von Gebrauchtwagen stieg von 10,9 auf 11,2 Prozent, womit sich der seit Jahren stetig steigende Negativtrend abermals fortsetzte. „Zunehmender Kostendruck bei den Herstellern und immer mehr Elektronik führen offenbar dazu, dass die Langzeitqualität sinkt“, vermutet Prüfingenieur und Motorenexperte Thomas Schuster von der Sachverständigenorganisation KÜS. „Downsizing und das Streben nach immer höherer Effizienz, also Verringerung des Hubraums und der Zylinderzahl, gepaart mit verstärktem Einsatz von Turboladern, haben mit hoher Wahrscheinlichkeit Auswirkungen auf die Lebensdauer der Triebwerke.“

          Bezogen auf die Schadenhäufigkeit lag 2017 abermals das Kraftstoffsystem einschließlich Turbolader mit einem Anteil von 19,7 Prozent an der Spitze der Baugruppenschäden, gefolgt von Elektrikschäden (17,3 %). Nicht darin enthalten sind Schäden an der sogenannten Komfortelektrik, auf die weitere 10,3 Prozent der Defekte entfielen. Auf dem dritten Platz rangierten Motorschäden mit 11,2  Prozent. Vergleichsweise niedrig waren dagegen die Schadensquoten bei Klimaanlage (8,2 %), Getriebe (5,2 %), Bremssystem (3,2 %), Lenkung (2,9 %), Abgasanlage (2,8 %) oder Sicherheitssystemen (2,2 %).

          Schlüsselt man die Schäden nach der Höhe der Regulierungsbeträge auf, verschiebt sich erwartungsgemäß das Bild: Hier lagen Motorschäden mit Abstand an der Spitze. Allein für sie musste Car Garantie im vergangenen Jahr 24,2 (Vorjahr: 22,9)  Prozent der Regulierungskosten aufwenden. Auf den nächsten Plätzen folgten Kraftstoffanlage inklusive Turbolader (17,7 %) und Getriebe (11,7 %). Die durchschnittlichen Reparaturkosten pro Schadenfall stiegen auf 514 Euro (Vorjahr: 502 Euro), laut Car Garantie der höchste Zuwachs seit Jahren.

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