Home
http://www.faz.net/-gy9-74m6v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, BERTHOLD KOHLER, GÜNTHER NONNENMACHER, FRANK SCHIRRMACHER, HOLGER STELTZNER

Mobiles DVB-T Fernsehen einfach überall

 ·  Mit einem Adapter lassen sich Smartphones und Tablets zu DVB-T-Empfängern und mobilen Fernsehern umfunktionieren. Schade nur, dass es in vielen Regionen schlecht funktioniert.

Artikel Bilder (2) Lesermeinungen (3)
© Hersteller Vergrößern iPad-Fernsehen mit Tivizen Pico

Ja, iPhone, iPad und all die kongenialen Gerätschaften aus der Android-Welt sind von Natur aus Meister des bewegten Bildes, und folglich haben sie auch unübersehbares Talent als Taschen-, Terrassen- und Überallfernseher. Wie die TV-Programme aus der Satellitenschüssel auf die Mini-Mattscheiben kommen, haben wir erst kürzlich erörtert. Heute befassen wir uns mit dem digitalen Medientransfer via Fernsehturm, kurz DVB-T. Dazu bietet der koreanische Spezialist iCube, eine Tochterfirma von Humax, zwei Elektronik-Winzlinge an, die sowohl mit iOS- als auch mit Android-Geräten funktionieren. Wir haben zunächst den Adapter Tivizen Pico ausprobiert, einen weißen Dongle, der kleiner geriet als eine Streichholzschachtel und den man direkt an den mobilen Bildschirm stöpselt.

Das Mini-Kästchen hat einen eigenen Akku an Bord, den man über ein USB-Kabel auflädt, damit die Strom-Vorräte von Smartphone oder Tablet nicht zu schnell schwinden. Die nötige Antenne ist dem Empfangszwerg in Gestalt einer flexiblen weißen Kabelschlaufe fest angewachsen - jedenfalls, soweit es die beiden Versionen für iOS und für die meisten Android-Geräte betrifft. Eine Sonderedition für Samsungs Galaxy Tab ist etwas breiter und geht mit einer filigranen Stabantenne auf Senderfang.

Das sollte den Privatsendern zu denken geben

Die Vorbereitungen für den Fernsehgenuss sind im Handumdrehen erledigt. Man lädt einfach zum Nulltarif die passende Tivizen-App, steckt den Dongle an und startet einen Sendersuchlauf - das ist alles. Fortan startet die Software automatisch, sobald das Mobilgerät Kontakt zu seinem Außenborder hat. Auf einem iPhone lief die App einwandfrei und stabil. Sie zeigt auf Wunsch Senderlisten und zu jeder Station eine ausführliche Vorschau über das Programm der nächsten Tage - abhängig davon, wie weit im Voraus die Sender ihre Pläne elektronisch verbreiten. Mit einem roten virtuellen Knopf kann man sogar Aufnahmen starten, die, sobald sie abgeschlossen ist, in einer Liste zur Wiedergabe bereitstehen. Programmierungen allerdings nimmt die App nicht entgegen. Das Tivizen-Pico-Modell kostet 80 Euro, aber wer sich beeilt, kommt günstiger an den Knirps: Bis zum 30. November ist er für 49,95 Euro zu haben.

Das zweite DVB-T-Utensil, Kostenpunkt ebenfalls 80 Euro, heißt Tivizen iPlug und sieht aus, der Name legt es schon nahe, wie ein handelsübliches Steckernetzteil. Seinen Versorgungsstrom bezieht es einfach aus der Dose, über eine mitgelieferte, über ein Kabel angestöpselte Stabantenne fängt es die Sender ein und setzt sie in W-LAN-Signale um. Jedes iOS- oder Android-Gerät in Reichweite kann dann auf diesem Weg die bewegten Bilder beziehen. Die passende App für den iPlug-Empfang gleicht der Pico-Version fast aufs Haar; es gilt lediglich, zur Empfangsvorbereitung im Voreinstellungsmenü des Bildschirmgeräts den iPlug-Umsetzer als W-LAN-Station auszuwählen. Schade nur, dass die kurze Bedienungsanleitung diesen Vorgang etwas kryptisch beschreibt.

Alles in allem gefallen uns beide Lösungen gut, und sie erinnern uns daran: Eigentlich ist es schade, dass sich das DVB-T-Angebot in vielen Regionen auf die wichtigsten öffentlich-rechtlichen Programme beschränkt. Mobile, videotaugliche Geräte gibt es schließlich genug, und dass sie sich so einfach zu Fernsehern aufrüsten lassen, sollte den Entscheidern der Privatsender zu denken geben: Sie verschenken mit ihrer partiellen Enthaltsamkeit viel technische Reichweite, wie die Medien-Marketingleute sagen würden.

  Weitersagen Kommentieren (8) Merken Drucken
Weitere Empfehlungen
Streaming-Geräte Raus aus dem starren Fernsehkorsett

Die Sehgewohnheiten der Verbraucher ändern sich. Google und Amazon reagieren darauf - und bringen eine Branche ins Wanken. Mehr

09.04.2014, 09:49 Uhr | Wirtschaft
Software-Design Vertrauter von Steve Jobs wird Kreativkopf bei Apple

Er hat das Wischen zum Entsperren des iPhones erfunden: Apple-Designer Greg Christie. Jetzt verlässt er Apple. Jonathan Ive, mit dem Christie gelegentlich Streit hatte, wird neuer starke Mann beim Software-Design. Mehr

10.04.2014, 10:32 Uhr | Wirtschaft
Gewusst wie Mit dem Smartphone einen Parkplatz buchen

Einen Parkplatz zu finden, ist mit einer entsprechenden App einfacher: So geht’s. Mehr

15.04.2014, 13:12 Uhr | Finanzen

30.11.2012, 10:11 Uhr

Weitersagen
 

Alleinfahrzentrale

Von Michael Spehr

Irgendwann sollen autonom fahrende Autos ihre Zielpersonen einsammeln, deren Routen koordinieren und sich ohne störenden Parkplatzsuchverkehr wieder entfernen. Mehr 11