Home
http://www.faz.net/-gy9-74m6v
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Mobiles DVB-T Fernsehen einfach überall

Mit einem Adapter lassen sich Smartphones und Tablets zu DVB-T-Empfängern und mobilen Fernsehern umfunktionieren. Schade nur, dass es in vielen Regionen schlecht funktioniert.

© Hersteller iPad-Fernsehen mit Tivizen Pico

Ja, iPhone, iPad und all die kongenialen Gerätschaften aus der Android-Welt sind von Natur aus Meister des bewegten Bildes, und folglich haben sie auch unübersehbares Talent als Taschen-, Terrassen- und Überallfernseher. Wie die TV-Programme aus der Satellitenschüssel auf die Mini-Mattscheiben kommen, haben wir erst kürzlich erörtert. Heute befassen wir uns mit dem digitalen Medientransfer via Fernsehturm, kurz DVB-T. Dazu bietet der koreanische Spezialist iCube, eine Tochterfirma von Humax, zwei Elektronik-Winzlinge an, die sowohl mit iOS- als auch mit Android-Geräten funktionieren. Wir haben zunächst den Adapter Tivizen Pico ausprobiert, einen weißen Dongle, der kleiner geriet als eine Streichholzschachtel und den man direkt an den mobilen Bildschirm stöpselt.

Das Mini-Kästchen hat einen eigenen Akku an Bord, den man über ein USB-Kabel auflädt, damit die Strom-Vorräte von Smartphone oder Tablet nicht zu schnell schwinden. Die nötige Antenne ist dem Empfangszwerg in Gestalt einer flexiblen weißen Kabelschlaufe fest angewachsen - jedenfalls, soweit es die beiden Versionen für iOS und für die meisten Android-Geräte betrifft. Eine Sonderedition für Samsungs Galaxy Tab ist etwas breiter und geht mit einer filigranen Stabantenne auf Senderfang.

Das sollte den Privatsendern zu denken geben

Die Vorbereitungen für den Fernsehgenuss sind im Handumdrehen erledigt. Man lädt einfach zum Nulltarif die passende Tivizen-App, steckt den Dongle an und startet einen Sendersuchlauf - das ist alles. Fortan startet die Software automatisch, sobald das Mobilgerät Kontakt zu seinem Außenborder hat. Auf einem iPhone lief die App einwandfrei und stabil. Sie zeigt auf Wunsch Senderlisten und zu jeder Station eine ausführliche Vorschau über das Programm der nächsten Tage - abhängig davon, wie weit im Voraus die Sender ihre Pläne elektronisch verbreiten. Mit einem roten virtuellen Knopf kann man sogar Aufnahmen starten, die, sobald sie abgeschlossen ist, in einer Liste zur Wiedergabe bereitstehen. Programmierungen allerdings nimmt die App nicht entgegen. Das Tivizen-Pico-Modell kostet 80 Euro, aber wer sich beeilt, kommt günstiger an den Knirps: Bis zum 30. November ist er für 49,95 Euro zu haben.

22337075 © Hersteller Vergrößern Der kleine iPlug setzt TV-Signale um

Das zweite DVB-T-Utensil, Kostenpunkt ebenfalls 80 Euro, heißt Tivizen iPlug und sieht aus, der Name legt es schon nahe, wie ein handelsübliches Steckernetzteil. Seinen Versorgungsstrom bezieht es einfach aus der Dose, über eine mitgelieferte, über ein Kabel angestöpselte Stabantenne fängt es die Sender ein und setzt sie in W-LAN-Signale um. Jedes iOS- oder Android-Gerät in Reichweite kann dann auf diesem Weg die bewegten Bilder beziehen. Die passende App für den iPlug-Empfang gleicht der Pico-Version fast aufs Haar; es gilt lediglich, zur Empfangsvorbereitung im Voreinstellungsmenü des Bildschirmgeräts den iPlug-Umsetzer als W-LAN-Station auszuwählen. Schade nur, dass die kurze Bedienungsanleitung diesen Vorgang etwas kryptisch beschreibt.

Mehr zum Thema

Alles in allem gefallen uns beide Lösungen gut, und sie erinnern uns daran: Eigentlich ist es schade, dass sich das DVB-T-Angebot in vielen Regionen auf die wichtigsten öffentlich-rechtlichen Programme beschränkt. Mobile, videotaugliche Geräte gibt es schließlich genug, und dass sie sich so einfach zu Fernsehern aufrüsten lassen, sollte den Entscheidern der Privatsender zu denken geben: Sie verschenken mit ihrer partiellen Enthaltsamkeit viel technische Reichweite, wie die Medien-Marketingleute sagen würden.

Quelle: F.A.Z.

 
()
Permalink

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
MusicCast von Yamaha Vernetzt in alle Ewigkeit

Sonos hat mittlerweile viel Konkurrenz. Multiroom-Systeme liegen bei Herstellern und Käufern voll im Trend. Jetzt ist Yamaha mit MusicCast dran - und spielt einige Trümpfe aus. Mehr Von Marco Dettweiler

24.08.2015, 10:47 Uhr | Technik-Motor
Android-Smartphones im Test HTC One (M9) und Samsung Galaxy S6 Edge

Ein Android als Alternative zum iPhone? Diese neuen Modelle kämen in Frage. Ohne Einschränkung ist das S6 Edge zu empfehlen, das HTC One nur Kamerabesitzern. Mehr

08.04.2015, 10:46 Uhr | Technik-Motor
Ultra-HD-Fernseher von Philips Alleskönner mit Android und App

Wir haben dem neuen Fernseher von Philips nicht nur in seine 8 Millionen Pixel geschaut. Auch wollten wir sehen, wieviel das Betriebssystem Android auf dem TV-Gerät taugt. Mehr Von Wolfgang Tunze

21.08.2015, 15:30 Uhr | Technik-Motor
Samsung Galaxy S6 Edge+ Der Konkurrent des iPhone 6 Plus

Samsung schaut mal wieder auf Apple. Und zieht sein Konkurrenzprodukt Galaxy S6 edge+ früh aus der Tasche. Wir durften das neue Phablet schon mal anfassen. Mehr

13.08.2015, 17:00 Uhr | Technik-Motor
IFA 2015 Samsung macht sie alle rund

Erst eckig, dann rund: Samsung schrumpft seine Smartwatch Gear S, schenkt ihr ein Rad und zwei Versionen. Wir haben sie auf der IFA ausprobiert - und am Rad gedreht. Mehr Von Marco Dettweiler, Berlin

03.09.2015, 19:14 Uhr | Technik-Motor

Veröffentlicht: 30.11.2012, 10:11 Uhr

Auswurf

Von Hans-Heinrich Pardey

Zwischen den Welten der Mechanik und der digitalen Virtualität führt sie ihr stilles, unauffälliges und doch so unbedingt nötiges wie arbeitsames Leben: die Speicherkarte. Mehr 3 2