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Maybach Eine Luxusmarke am Ende

 ·  Die Maybach-Fertigung wurde eingestellt. Damit ist eine der glänzendsten Marken des automobilen Hochadels zum zweiten Mal nach 1941 untergegangen.

Artikel Bilder (4) Lesermeinungen (16)
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Matthias Böhme

Mercedes patzt nur noch!

Und Zetsche, einst als Heilsbringer gepriesen, kann's offensichtlich auch nicht, wohl Folge der jahrelangen Fehlplanung. Allen deutschen Konzernen ist - und das ist ein tragischer Fehler - eigen, dass Geschäftsführung, Vorstände, Aufsichtsräte fast nur noch aus Betriebswirten und Juristen bestehen, die nur noch auf die kurzzeitig zu erzielende Rendite schielen. Techniker sind nicht gefragt. Und deswegen ist ein Unternehmen wie z. B. Siemens technisch völlig abgestürzt. Auf die Dauer wird sich das auf die Rendite verdammt nachteilig auswirken.

Mercedes hat Maybach völlig falsch angefasst. Man wollte nicht so richtig investieren - deshalb hat man die S-Klasse zur Grundlage gemacht. Eine katastrophale Fehlentscheidung: Einen Japaner das Design machen zu lassen. Wer sich japanisches Autodesign ansieht, muss sich in der Regel übergeben. Die gut gezeichneten Fahrzeuge sind meistens in europäischen oder amerikanischen Studios gezeichnet!

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Horst Günther

Autos werden zum Großteil aus dem Bauch gekauft

Und ich fand immer, dass die Formensprache des Maybach nicht stimmig war.
Solch ein Riesenauto muss Kraft ausstrahlend als solide Einheit, wie ein Fels auf der Straße stehen.
Für mich kam in dieser Richtung nichts rüber, es passte nicht.
Speziell der zusammengekniffen anmutende Hintern brachte eher Verzagtheit rüber

Wenn ein Kunde das Heidengeld für ein solches Fahrzeug ausgeben soll, dann muss er es sehen und - platt gesagt - 'Boah' oder 'Wow' denken.
Das stellte sich bei diesem Auto nicht ein.
Da kann es technisch und von der Funktion her so toll sein wie es will.

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Hans-Martin Fischer

Untergegangen

Auch ist die Marke nicht untergegangen. sondern man hat sich nach dem zweiten Weltkrieg (leider) entschieden, den Automobilbau nicht mehr aufzunehmen.

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Hans-Martin Fischer

Die Marke nicht verstanden

Ich befürchte, man hat bei Mercedes die Marke Maybach nicht verstanden.

Maybach hat sich selbst nie um die Gestaltung der Wagen gekümmert. Aufgabe war die Technik, das heißt Motor, Getriebe, Fahrgestell und das Armaturenbrett, das bei Maybach bezeichnenderweise Apparatebrett hieß. Es hatte funktionell zu sein. Dem entsprechend waren die Karosserien meist sehr zurückhaltend, wenn auch nicht von Maybach, sondern meist von Spohn, Ravensburg. Und so war auch meist die Klientel. Man wollte das Beste, aber bitte dezent. Die so genannten neuen Maybachs waren weit davon entfernt. Früher haben Angehörige des Adels, Unterrnehmer und auch der hohe Klerus Maybach gefahren. Also weniger die Schickeria. Die fuhr eher den mondänen (und zugegeben sehr schönen) Horch. Das will sagen: Das Design war bei den neuen Maybachs kaum dezent, elegant. Das lief eher unter dem Titel: "Pimp my S-Class." Und noch eins: Die möglichen Stückzahlen in diesem absoluten Luxusbereich werden total überschätzt.

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Bernhard Kopp von Brackel

Wo fehlt es eigentlich ?

Maybach können sie nicht, SMART können sie auch nicht. Man kann nur hoffen, dass sie wenigstens das dazwischen irgendwann wieder wirklich gut können. Das Beste oder Nichts. Ein grösserer Management-Wechsel erscheint dringend.

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Lieschen Müller

Das passiert, wenn man die Vermitteung von 'alten Werten' vernachlässigt

In einer Gesellschaft, wo man keinen Wert auf Tradition und alte Werte legt, weder Materialien noch Arbeit schätzt und respektiert, den positiven Teil der Geschichte nicht richtig vermarktet, die Wegwerf-Gesellschaft fördert und meint alles was neu und modern ist, wäre besser ... wen wunderts. Die jungen Konsumenten wachsen doch so auf, leben über ihre Verhältnisse, da jeder Wunsch sofort erfüllt wird, reparieren kennen sie nicht, da wird gleich neu gekauft, kennen weder Vorfreude noch würdigen sie Produkte oder ganz und gar Erbstücke. Wenn man sich sowas 'hoch-zieht' muss man sich nicht wundern.

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Michael Looman

Marktlücke: Flopp-Wetten?

Wäre das nicht was Neues für die spielsüchtigen Autofans? Ich ärgere mich jedesmal, das man nicht irgendwo darauf wetten kann, wenn ein Auto so offensichtlich zum Flopp wird. Beim Maybach wusste ich das sofort, beim Phaeton ebenfalls als auch beim Smart, beim Audi A2, beim VW Corrado, bei der letzten E-Klasse, beim BMW 5er E39 ebenfalls. Na gut, den Fiat Multipla sollte man vielleicht ausklammern, das war ja sicher Absicht! Ebenso die meisten Opel. Ich frage mich nur, was Marketingleute eigentlich können müssen, dass sowas nicht erkannt wird!? Und: warum fragt mich eigentlich keiner?

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Antworten (2) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 07.01.2013 14:42 Uhr
Nikolaus Neininger

Falsches Timing

Ich bin beileibe kein Audi-Fan, aber den A2 würde ich eher in die Kategorie "zu früh und unverstanden" einsortieren. Hier im Südosten fahren im Verhältnis zu anderen ähnlich alten Kompaktautos noch sehr viele. Als er neu war, wußten die Journalisten und anderen Taxonomen nicht so recht wo man ihn einordnen sollte. Aufgeblasener Polo oder abgesägter A3? Auf jeden Fall viel zu teuer.
Insofern war allerdings der Flop vorhersehbar.
Mit auf die Liste nehmen könnte man noch den 3L-Lupo (wesentlich zu teuer, stellte sich auch als begrenzt zuverlässig heraus) und, weiter zurück, die Versuche von Ford oder Opel, in der Oberklasse einen Zeh in die Tür zu bekommen: Granada, Senator (der letzte ebenfalls ein mißlungenes "Upgrade" vom Omega), Admiral...
Auf der anderen Seite wundert es mich immer wieder, daß so entsetzliche Design- und Konzeptkatastrophen wie ein BMW GT oder X6 eine erstaunliche Anzahl Käufer finden.

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Marvin Parsons
Marvin Parsons (mapar) - 04.01.2013 18:43 Uhr

Ein weiterer kapitaler Flop:

Die "Rechtschreibreform", die dazu geführt hat, daß auch Leute mit höherer Schulbildung eher unkomplizierte Wörter wie "Flop" nicht mehr fehlerfrei schreiben können.

Die Elektroautos mit Akkus sind ein weiterer, sehr vorhersehbarer Flop. Dagegen war sogar der Mercedes-Maybach ein Verkaufserfolg.

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Matthias Unger

Phaeton der S-Klasse

Der Phaeton ist ein aufgehübschter Passat mit Aufpreis, der Maibach eine Klasse höher eine aufgehübschte S-Klasse. Und beide zeichnet die Aura der gähnenden Langeweile aus. Und genau war bei einem echten Maybach nicht der Fall. Daimler hat es immerhin erkannt.

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Antwort (1) zu dieser Lesermeinung anzeigen neueste Antwort: 04.01.2013 20:02 Uhr
Closed via SSO
klaus keller (klkeller) - 04.01.2013 20:02 Uhr

Und ein Bentley ist ein aufgehübschter Audi...

Ich denke VW hat mit dem Phaeton mehr verdient als Daimler mit Maybach. Ich würde noch gerne Wissen was Phaeton, Audi A8, Bentley und Porsche Panamera so alles teilen. ggf alles was man nicht sehen oder anfassen kann.

PS der Phaeton ist äußerts zurückhaltend im Auftritt, das gefällt mir durchaus.

PS2 ggf ist die kummulierte Leistung der elektrischen Helfer im Mybach größer als die an der Hinterachse. Zetsche ist halt Elektroing. Hat aber Maybach nicht aus dem Hut gezaubert.

PS3 In der Formel1 versenkt Daimler ggf noch mehr Geld.Die EADS-Beteiligung könnte man auch noch verkaufen. Wenn man dann noch die PKW-Sparte an einen chinesischen Investor veräußert hat man einen passablen LKW und Bus-Hersteller.

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Michael Scheffler

War der Maybach nicht dieser hässliche Wagen mit den Plasteschaltern

aus der A-Klasse? Ich habe nie verstanden, warum der so viel Geld kostet. Für einen Porsche dagegen würde ich das Geld - wenn ich es denn hätte - ausgeben.

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Closed via SSO
klaus keller (klkeller) - 04.01.2013 16:05 Uhr

Das bekannteste Fahrzeug mit Maybach 12-Zylinder-Ottomotor 700 PS (515 kW)

Waren Panzer des Typs Tiger, Ihre größte Schwäche war der Motor. Das Leistungsgewicht lag bei12 PS/tonne.

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Karl Lietsch
Karl Lietsch (Lietsch) - 04.01.2013 15:35 Uhr

Schäbig wie die Nacht, langweilig wie ein Telefonbuch!

Natürlich könnte ich mir so ein Ding nie leisten (man könnte mir Sozialneid vorwerfen, was aber nicht gerechtfertigt ist), habe diese Schleudern ein paar mal auf der Strasse gesehen. Auffällig sind sie ja, aber nicht im positiven Sinne.

Mein Eindruck:
-Aehnlichkeit mit einem Schlafwagen; es hat sogar eine Art Gardienen oder Storen im Rückfenster gehabt
-Einfach nur massig und schwer; sie wirken sehr behäbig und schwerfällig
-Ohne jeden Pfiff und Pepp; einfallslos. So, als sollten die Besitzer suggerieren, sie haben weder Zeit noch Interesse an emotionalen Dingen und wollen nur allen klarmachen, dass sie viel Kohle zum unüberlegten Ausgeben haben.
-Design weder wuchtig, weder aggressiv und schon gar nicht sportlich. L-A-N-G-W-E-I-L-I-G!
-Es fehlt noch der Aufkleber „Rechtsanwalt inside“

Für das viele Geld sollte es für das Zielpublikum spannendere Autos geben: Hummer, Ferrari, Maserati, uswusw..
Immerhin gehört grün nicht auf den Boden, sondern auf die Ampel!

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Michael Westhofen

Langweilig

Mit einer ästethischen Nullösung kann man auch keinen Staat machen..

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Lutz von Peter

Wen wunderts...

Es ist doch sicherlich verfehlt, in diesem Zusammenhang vom zweiten Ende dieser grossen Marke zu sprechen. Denn die Maybachs der letzten Jahre haben die Marke nicht wiederbelebt. Dafür hat dieser Übermercedes einfach zuwenig geboten. Denn ein Wagen der Superluxusklasse ensteht nicht einfach dadurch, dass man einen Luxuswagen aufmotzt und ein anderes Schildchen auf den Kühler klebt.
Man kann eigentlich nur von Zombies reden: lebende Tote. Für die Marke wäre es besser gewesen, dieser halbgare Versuch wäre unterblieben.

Nun ja, nicht nur Mercedes hatte diese Problem: der Phaeton war ja genauso ein Schlag ins Wasser. Beides hervorragende Autos, aber das ist nicht genügend.

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04.01.2013, 12:21 Uhr

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