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Maskottchen der Eintracht Adler auf der Brust

Attila und Hennes sind tierische Maskottchen von Eintracht Frankfurt und dem FC Köln. Ob sie Ahnung von Fußball haben? Jedenfalls fährt der Adler gern Auto.

© Eilmes, Wolfgang Vergrößern Transporter von Fiat, Futter und VIP-Karten von der Eintracht: Attila kann bis zu 50 Jahre alt werden

Er ist der einzige Eintracht-Fan, der keinen Adler auf der Brust trägt. Das wäre ja auch noch schöner, schließlich ist er seit sieben Jahren das Maskottchen selbst: Attila, ein veritabler Steinadler. Zu jedem Heimspiel der Kicker aus Frankfurt schwebt er in das Commerzbank-Arena genannte Waldstadion ein und soll seinen Teil für Tore auf der richtigen Seite beitragen. Dabei versteht Attila, wie sein Falkner Norbert Lawitschka sagt, reichlich wenig von Fußball. „Aber wenn das Spiel nicht gut ist, übertrage ich meine Unruhe auf ihn. Dann wird auch er unruhig - und das wollen wir doch nicht.“ Hingegen könne Attila bestens Auto fahren, und er mache das sogar liebend gern. „Wenn ich Attila hinten auf seiner mit Kunstrasen belegten Planke absetze und losfahre, legt er sich in die Kurven, und beim Bremsen oder Beschleunigen geht er richtig mit“, berichtet Lawitschka. Oftmals freilich reist der Adler in einer Kiste, denn es könnte ihm sonst in den Sinn kommen, mit Reißhakenschnabel und Atzklauen das automobile Interieur zu Kleinholz zu verarbeiten. Beachtenswerte 80 Kilogramm Druck kann der Adler mit seinen Klauen aufbauen, da möchte man weder Hase noch Reh noch Inneneinrichtung sein. Das fußballerische Tierleben hat seine Besonderheiten, die sonst in der Bundesliga nur Hennes kennt, der seit 1950 für den 1. FC Köln auflaufende Geißbock. Hennes der VIII. lebt in einem Stall in Köln-Widdersdorf. Für die Fahrt zu den Heimspielen des FC sorgt die Firma Gottschalk Logistik, die zu diesem Zweck einen eigenen Transporter bereitstellt. Sein Pflichtspieldebüt in Müngersdorf feierte Hennes am 24. August 2008 beim 1:1 gegen ... Eintracht Frankfurt.

Fußball - 1. FC Köln - Eintracht Frankfurt © picture-alliance/ dpa Vergrößern Das fußballerische Tierleben hat seine Besonderheiten, die sonst in der Bundesliga nur Hennes kennt, der seit 1950 für den 1. FC Köln auflaufende Geißbock

Attila nutzt für seinen Weg vom heimischen Wildpark in Klein-Auheim zum Stadion, zu Autogrammstunden oder für die Fahrten in die Fußballschule zur Unterstützung der kickenden Jungadler einen Doblo-Kastenwagen, den Fiat zur Verfügung stellt. Die Eintracht kommt für sein Futter auf und spendiert zwei VIP-Karten je Spiel. Attila müsse oft unter Leute, sagt sein Falkner, damit er an deren Verhalten gewöhnt bleibe, schließlich dürfen ihm die grölenden Fans in der Kurve keinen Schreck einjagen. „Cool sollte so ein Tier schon sein.“ Gibt es überhaupt etwas, das ihn beunruhigt? „Bayern-Fans“, antwortet Lawitschka mit einem Schmunzeln - und das, obwohl der 4 Kilogramm schwere Adler am 30. April 2004 im bayerischen Coburg geboren wurde.

Ist Attila nicht im Dienst, darf er seine 1,90 Meter Flügelspannweite für Ausflüge über dem 4000 Quadratmeter großen Areal in Klein-Auheim nutzen. Das macht er nahezu jeden Tag, und eine Funksonde am Bein meldet sein Dasein auch dann noch auf den Boden, wenn er längst außer Sicht ist. Bis zu 5000 Meter hoch fliege Attila und sei bis zu zwei Stunden fort, sagt sein Falkner. Nur an einem Tag herrscht Flugverbot: Jeweils am Tag vor dem Heimspiel darf Attila nicht in die Luft. „Stellen Sie sich vor, er haut ab, ich komme ohne Maskottchen ins Stadion und die Eintracht verliert. Was dann los wäre“, sagt Lawitschka.

Quelle: F.A.S.

 
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Von Boris Schmidt

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