Lärm mag niemand, nachts schon gar nicht. Und wenn in einer Stadt wie, sagen wir, Frankfurt des pulsierenden Flughafens wegen ohnehin eine heiße Diskussion im Gange ist, kann weitere Beschränkung wohl nicht schaden. Womöglich sind startende Flugzeuge und rollende Autos unterschiedlich zu bewerten, aber das kümmert die Verantwortlichen am Main nicht. Sie führen zwischen 22 und 6 Uhr auf fünf Hauptstraßen (wohlgemerkt, nicht in engen Wohngebieten, dafür gäbe es Sicherheitsargumente) Tempo 30 ein. Probeweise, klar, und allein aus Gründen des Lärmschutzes. Dass die Erforschung des Limits 280.000 Euro kostet, egal, die Kommunen haben’s ja.
Was kommt als nächstes? Ein zertifiziertes Fahrertraining, wie mit 30 km/h im dritten Gang zu fahren ist und nicht im dafür üblichen, aber lauteren zweiten. Diesel sollten nur noch 20 km/h fahren dürfen? Motorräder? Verbieten. Schon wirkt die Stimmungsmache, Darmstadt sei „einen Schritt weiter“, heißt es, dort gilt bereits Tempo 30. Vielleicht könnten die Stadtväter das Geld sinnvoller einsetzen und die „verkehrsberuhigenden“ Blumenkübel wieder wegräumen, die bei Gegenverkehr zum Anhalten und lärmenden Wiederanfahren zwingen. Oder Schlaglöcher beseitigen. Oder die krachendes Klack-Klack verursachenden künstlichen Fahrbahnschwellen einebnen. Oder geht es am Ende nur um ein die Staatskasse füllendes Blitzlichtgewitter?
Lärm? Ist nur dann schlimm, wenn man betroffen ist
Dietmar Nickles (NiDi83)
- 01.06.2012, 11:13 Uhr
Tempo 30
Horst Delmen (Dr.Delmen)
- 01.06.2012, 10:00 Uhr