In Zeiten wie diesen gibt es Dinge, auf die kann der gemeine Mitteleuropäer nun wirklich nicht verzichten. Nein, wir reden nicht von Bedienungsanleitungen für erfolgreichen Tiki-Taka-Fußball oder von sachdienlichen Hinweisen, wie Politiker oder Banker am effektivsten das Geld anderer aus dem Fenster werfen. Es geht hier um profane Dinge, um Haushaltsgeräte.
Kühlschränke etwa können heutzutage Eiswürfel spucken oder Richterin Barbara Salesch zum Zitronenkuchen reichen. Manche, hört man, können sogar Bier kühlen, was angesichts bevorstehender Sportereignisse von unschätzbarem Wert wäre. Das Gerät in der von der jüngeren Verwandtschaft bezogenen Wohnung entpuppt sich als Auslaufmodell, es stellt in gleichem Maße die Arbeit ein, wie es eine bräunliche Soße herunterrinnen lässt.
Der Anruf bei der Hotline von Liebherr fördert erwartbares zutage, Anfahrt, Nachdenken, Reparieren oder Wegwerfen ist so teuer, dass der Weg besser gleich zum Media Markt führt. Dort wird auf dem Niveau studentischer Finanzmittel ein Kühlschrank der Hausmarke OK zu 150 Euro erworben und das flaue Gefühl, er werde womöglich bald KO gehen. Wer OK wo herstellt, will Media Markt nicht verraten. Doch Preis, zwei Jahre Garantie und Energieklasse A+ sind gewichtige Argumente. Beim Ausbau des alten Kühlschranks kommt ein Schildchen zum Vorschein: Baujahr 1977. Ob wir doch besser wieder Liebherr genommen hätten?
Made in Germany
horst lien (gentlemensch)
- 15.07.2012, 15:21 Uhr
Nein, natürlich nicht. Aber danke für die Suggestivfrage
trotzdem. Klare Anwort, den vermutlichen
Jürgen Braun (perfekt57)
- 13.07.2012, 20:49 Uhr