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Kopfhörer von PSB : Genuss und Zusatznutzen

  • -Aktualisiert am

Perfekt verarbeitet: Erstling von PSB Bild: Hersteller

Der M4U 2 ist ein Alleskönner: Er liefert nicht nur besten Klang an der HiFi-Anlage, sondern auch an iPod, iPhone & Co. Der Kopfhörer von PSB ist nämlich für den passiven und aktiven Betrieb ausgelegt.

          Das Kopfhörer-Angebot ist riesig. Wenn ein neuer hinzukommt und das auch noch zu einem Preis von 450 Euro und von einem Newcomer auf diesem Feld, dem kanadischen Lautsprecherhersteller PSB, dann sollte es etwas Besonderes sein. In der Tat hat man hier alles getan, um den Erstling der Marke mit dem wenig inspirierten Namen M4U 2 zum Alleskönner zu machen: mit bestem Klang nicht nur an der HiFi-Anlage, sondern auch an iPod, iPhone & Co. So ist er nicht nur für den üblichen Passivbetrieb gerüstet, der einen vorgeschalteten Kopfhörerverstärker voraussetzt, sondern auch für eine aktive Option, bei der die Verstärkung im Kopfhörer selbst vorgenommen wird.

          Das wirkt sich bei mobiler Verwendung äußerst segensreich aus. Der eingebaute Verstärker, der von zwei der gängigen Micro-Batterien (für bis zu 60 Stunden Betrieb) versorgt wird, verlängert die Akkulaufzeit beim iPod oder MP3-Spieler und verhindert Verzerrungen. Im Aktiv-Modus kommt zudem „Room Feel“ ins Spiel, eine von PSB-Chef Paul Barton in zweijähriger Entwicklungszeit erdachte Übertragungsfunktion, die lautsprecherähnlichen, offenen Raumklang erzeugen soll. Dazu wird das ankommende Signal vor der Verstärkung digitalisiert und nach der Bearbeitung ins Analoge zurückgewandelt. Obwohl der M4U 2 als geschlossener Kopfhörer gegen Außengeräusche gut abgeschirmt ist, bietet er zusätzlich eine aktive Geräuschunterdrückung um 18 Dezibel (Active Noise Cancelling, ANC), die auf der analogen Ebene arbeitet und den Umgebungslärm mit vier Mikrofonen erfasst. Zwei davon liegen außen und erleichtern so die Kommunikation: Per Schalter kann man im ANC-Modus die Musik unterbrechen und ohne Absetzen des Geräts hören, was eine hinzutretende Person zu sagen hat (Stereo-Monitor-Funktion).

          Der M4U 2 verträgt sich mit seiner Impedanz von 35 Ohm (passiv) bis 10.000 Ohm (aktiv) und seiner Verstärkung von 5 bis 15 Dezibel mit praktisch allen Zuspielern. Seine Schallwandler arbeiten mit 40-Millimeter-Neodym-Magneten. Die Modi - passiv, aktiv, aktiv mit ANC - werden mit einem etwas fummeligen Schalterchen an der rechten Muschel gewählt und mit farbigen Dioden angezeigt. Mitgeliefert werden zwei verschiedene Signalkabel, die links oder rechts angesteckt werden können; eines davon hat Steuerfunktionen und ist für den Einsatz mit Smartphones gedacht, das andere dient zum Anschluss an die HiFi-Anlage und dürfte gern etwas länger sein. Möglichst leichte Materialien (der faltbare Bügel besteht aus Aluminium) und anatomisch richtig geformte Muscheln sollen eine bequeme Benutzung gewährleisten. Zum Lieferumfang gehören Tragebox, ein zweiter Satz Muscheln, Klinkenadapter, Karabiner zum Befestigen etwa an der Kleidung und ein Adapter zum Anschluss im Flugzeug.

          Schon im Passivbetrieb hat uns der M4U 2 voll überzeugt, mit einer abgewogenen, nirgends übertreibenden Darstellung der Musik. So sind lange Hörsitzungen selbst für Kopfhörer-Skeptiker angenehm zu absolvieren, zumal der Tragekomfort durchaus dem zugesicherten entspricht - trotz des mit 368 Gramm (ohne Kabel, mit Batterien) nicht eben geringen Gewichts. Zu ganz großer Form läuft der Kanadier im Aktiv-Modus dank Room Feel auf, zumal wenn er mit einem Zuspieler aus dem Apple-Sortiment - etwa dem iPod touch - zusammenarbeitet. Da haben wir bisher noch nichts Besseres gehört: Die Räumlichkeit ist beeindruckend, sie kommt dem von Lautsprechern Gewohnten schon recht nah, und die Finesse der Darstellung ist insgesamt so perfekt, dass man sich vom Musikgenuss nur schwer lösen kann. Dass der Preis des Kopfhörers Apple-ähnlich selbstbewusst ist, kann man angesichts dieser Qualitäten und der untadeligen Detailverarbeitung verschmerzen.

          Vom Noise Cancelling sollte man sich nicht allzu viel versprechen: Es ist spürbar, mildert aber vor allem gleichförmige Störgeräusche (wie etwa im Flugzeug) effektiv. Das Unterbrechen der Musik im ANC-Modus stellt den gewünschten Kontakt zur Außenwelt einwandfrei her, es geht allerdings mit einem störenden Knackser einher. Doch das ist auch der einzige Schönheitsfehler, den wir an einem sonst überzeugenden Angebot gefunden haben.

          Quelle: F.A.Z.

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