18.02.2012 · In den wilden, unschuldigen Anfangszeiten des Internet war das mit den Passwörtern einfacher. Man hatte eins für alles. Jetzt ist alles anders.
Von Dagmar OberndorferIn den wilden, unschuldigen Anfangszeiten des Internet war das mit den Passwörtern einfacher. Man hatte eins für alles, das hieß "Amazon". Dieses System kollabierte, als gerissene Kriminelle herausfanden, wie sich mit gestohlenen Zugangsdaten jede Menge Geld ergaunern ließ. Heute wählt jeder vernünftige Mensch für seine diversen Profile im Bereich "Meine Bahn", beim Telefonanbieter oder in sozialen Netzwerken verschiedene, sichere Kennwörter und wechselt sie regelmäßig. Wobei "Wörter" für eine Kombination wie "Ihm1Pv!" eine beschönigende Bezeichnung ist.
Dieses Kürzel sind nämlich die Anfangsbuchstaben des Satzes "Ich habe mein Passwort vergessen!", wobei das "mein" zu "m" und "1" verändert wurde. Die Kombination aus Zahlen, Buchstaben und Sonderzeichen ist besonders sicher und . . . Moment mal. Falsches Passwort? Ach ja, beim Profil des Buchhändlers ist seit Februar die Ohrtätowierung der Katze das Zugangswort. Auch nicht. Vielleicht der Lieblingsautor mit einer 2 als "z"? Wie, das Profil wurde gesperrt? Also per E-Mail ein neues Passwort anfordern. Dumm nur, dass man sich dazu mit der Kundennummer identifizieren muss. Die steht zwar auf jeder Rechnung, aber um diese abzurufen, müsste man auf das Profil zugreifen. Vielleicht findet es sich in irgendeiner alten E-Mail. Verflixt, wie war noch mal das Passwort für die private Mail-Adresse?
Schlüsselbund
Dr. Andreas Frick (Hephaistos)
- 18.02.2012, 17:09 Uhr