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Intelligente Stromzähler : Kalte Dusche

Intelligente Stromzähler (Smart Meter) setzen sich hierzulande nur zögerlich durch. Das ist in den wirtschaftlich schwächer dastehenden Südländern Italien, Spanien und Portugal wie auch in Frankreich anders.

          Intelligente Stromzähler (Smart Meter) setzen sich hierzulande nur zögerlich durch. Das ist in den wirtschaftlich schwächer dastehenden Südländern Italien, Spanien und Portugal wie auch in Frankreich anders. Hier sind die schlauen Messeinrichtungen teils schon flächendeckend installiert - was vor allem zwei Gründe hat: So hat man etwa in Italien das Umrüsten von analogen Stromzählern auf die fortschrittliche Elektronik gesetzlich vorgeschrieben. Zudem sind die sicherheitstechnischen Anforderungen an die Geräte in diesen Ländern vergleichsweise lax.

          Das ist in Deutschland anders. So wird das Bundesamt für Datensicherheit in der Informationstechnik nicht müde, vor den Gefahren durch Missbrauch beim Verarbeiten personenbezogener Verbrauchsdaten zu warnen. Doch der entscheidende Grund für die Zurückhaltung sind mangelnde finanzielle Anreize. So muss man bei der geringen Spreizung der Tarife von wenigen Cent viel Wäsche während der „billigen“ Nachtstunden waschen, bis sich die rund 150 Euro teuren Apparate rechnen. Auch die Stromverkäufer tun sich schwer, die Vorteile zu erläutern. Was jedoch mit Smart Metern geht: Man kann zahlungsresistenten Kunden nur so viel Leistung ins Haus schicken, wie für den Betrieb etwa eines (lebenswichtigen) Kühlschranks erforderlich ist. Sonnenbank, Whirlpool und Klimaanlagen bleiben abgeschaltet.

          Georg Küffner

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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          Quelle: F.A.Z.

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