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Im Store : Fahrradstil

Das Fahrrad wird als Lifestyle-Produkt nicht im Industriegebiet am Stadtrand vermarktet, sondern dort, wo die als zahlungskräftig vermutete Kundschaft arbeitet und Shopping macht.

          Am Eröffnungstag musste man noch so tun, als wolle man zur Bank, wenn einen diese Fahrräder interessierten. Nicht um für den Erwerb einen Kredit aufzunehmen, sondern um durch einen Seiteneingang überhaupt in den Laden zu gelangen, der in bester City-Lage an der Frankfurter Gallusanlage schöne Fahrräder anbietet. Wie Preziosen ausgestellt, stehen da die eleganten Modelle von Schindelhauer aus Magdeburg mit ihrem unverwechselbaren Design und ihrem Riemenantrieb neben Falträdern von Brompton oder Riese+Müller. Die City-Räder von Globe - hinter der Marke steckt Specialized - sind von 700 Euro an aufwärts Einsteigerangebote zum kleinen Preis.

          Solche schicken Läden, pardon: Stores, entstehen zurzeit in vielen Innenstädten. Die Marken sind mal diese und mal jene, die Preise bewegen sich stets auf mittlerem bis hohem Niveau, dazu gibt es einen bunten Strauß von Accessoires, die nicht jeder x-beliebige Fahrradladen im Sortiment hat.

          Kurzum, das Fahrrad wird als Lifestyle-Produkt nicht im Industriegebiet am Stadtrand vermarktet, sondern dort, wo die als zahlungskräftig vermutete Kundschaft arbeitet und Shopping macht. Diese Geschäftsidee klingt an sich plausibel. Wenn man aber mit Kennerblick für Qualität und Preis sich sommers anguckt, mit welcher Art Fahrrad der Frankfurter Jungbanker zur Arbeit fährt, dann bewegt die Mehrzahl der dunkel Gezwirnten entsetzliche Gurken. Ihr stylishes Schindelhauer wäre ihnen viel zu schade, um irgendwo angekettet auf einen anderen Liebhaber zu warten.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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