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IFA 2014 : Elektronik der Zukunft

  • -Aktualisiert am

Erst anschauen, dann bauen: 3D-Druck erstellt professionelle Modelle. Bild: Hersteller

In der Zukunftsabteilung der Internationalen Funkausstellung tummeln sich Forschungsinstitute, Hochschulen und junge Unternehmen. Sie präsentieren ihre Ideen und geben Einblicke in die Elektronik von morgen.

          Riesige Fernseher, schlaue Waschmaschinen, vielkanalige Heimkino-Pretiosen - das sind die Stars der großen Messe IFA, die am kommenden Freitag in Berlin für sechs turbulente Tage die Pforten öffnet. Die Veranstaltung unter dem historischen Funkturm hat tiefe Wurzeln: 1924, vor 90 Jahren, fand sie zum ersten Mal statt - als Leistungsschau einer aufkeimenden Radio-Industrie. Wohin sie sich in den nächsten neun Jahrzehnten entwickelt, wissen wir nicht, aber was in den kommenden drei oder vier Jahren die Schlagzeilen der Messeberichterstattung bestimmen wird, zeichnet sich jetzt schon ab.

          Dafür hat die IFA eine spezielle Zukunftsabteilung, neudeutsch TecWatch genannt: In der Messehalle 11.1 zeigen Forschungsinstitutionen wie die Fraunhofer-Gesellschaft, Hochschulen, Industrieorganisationen und junge Start-Ups ihre Ideen für die Welt von morgen. Und weil es schade wäre, wenn deren Botschaften im allgemeinen Neuheitengetöse untergingen, berichten wir darüber schon einmal vorab.

          Zum „nächsten großen Ding“ der Elektronik-Branche hatte Sony-Chef Kazuo Hirai schon auf der amerikanischen Messe CES im Januar die „Wearables“ geadelt, körpernahe Sensoren, Mikro-Rechner und Displays, die Herzschlag und Schritte zählen, kommunizieren und navigieren. Beiträge zu diesem Thema zeigt auch TecWatch, variiert das Thema aber zugleich mit originellen Ideen, zum Beispiel mit den Mini-Sensoren des Start-ups Sen.se, die man wie bunte Bonbons im ganzen Haus verteilen kann, wo sie als Nervenzellen des „Internets der Dinge“ ganz unterschiedliche, frei definierbare Mess- und Monitor-Aufgaben übernehmen - und wenn es sein muss, ihren Besitzer sogar an die Medikamenteneinnahme erinnern.

          3D-Drucker für Normalverbraucher?

          Ein fast schon historisches Synonym für das Internet der Dinge ist das Smart Home, das in der TecWatch-Halle bereits so etwas wie seine natürliche Heimat gefunden hat. Eine e-Haus genannte Groß-Installation des Handwerksverbands ZVEH zeigt am lebensnahen Modell, welche Fortschritte die Industrie in der Zusammenarbeit ganz unterschiedlicher vernetzter Geräte erzielt. Fachleute intonieren dazu gern die Forderung nach „Interoperabilität“, die es inzwischen bis in die Agenden von Bundesregierung und Europäischer Union geschafft hat.

          Das e-Haus demonstriert aber auch, welche Beiträge Vernetzung und intelligente Steuerung zur Energieeinsparung leisten können - ein wichtiger Mosaikstein zur Energiewende. Dazu passen frische Ideen zur Umgestaltung des Individualverkehrs. Das Start-up Carzapp zeigt sie an seinem Stand. Ein vielleicht nicht ganz so großes, aber durchaus spannendes „Next big Thing“ ist der 3D-Druck. Aussteller 3yourmind zum Beispiel wirbt mit einschlägigen Dienstleistungen: Aus abstrakten Datenvorlagen fertigt das junge Unternehmen komplexeste 3D-Modelle, etwa von Architekturprojekten. Andere TecWatch-Exponante zeigen, wie ambitionierte Normalverbraucher schon heute 3D-Drucker einsetzen können.

          Multimediale TecWatch-Beiträge

          Die Zukunftshalle behält aber auch die elektronische Medienwelt fest im Visier. Ein Gemeinschaftsstand der deutschen TV-Plattform präsentiert die technischen Elemente eines Ökosystems für das Fernsehen mit Ultra-HD-Auflösung, das die Gerätehersteller mit ihren IFA-Neuheiten schon vorwegnehmen. Notiz am Rande: Die elektronische Videothek Maxdome und ihr internationaler Konkurrent Netflix wollen noch in diesem Jahr mit Ultra-HD-Angeboten starten.

          Mindestens so interessant sind multimediale TecWatch-Beiträge wie die Exponate des Fraunhofer Instituts Fokus und der Beuth Hochschule Berlin: Hier geht es um den technischen Unterbau für neue interaktive Medienformen, die alle Arten von Bildschirmen gleichzeitig adressieren. Ein wichtiges Element ist zum Beispiel die Kodierung MPEG Dash, die Videoübertragungen automatisch an verfügbare Bandbreiten und Bildschirmgrößen anpassen kann. Dash unterstützt auch Multikanal-Übertragungen in einem Datenstrom; der Nutzer am Bildschirm kann sich dann zwischen verschiedenen Darstellungsvarianten entscheiden.

          Neben all diesen Exponaten bietet die Zukunftshalle der IFA in ihrem Forum an sämtlichen Messetagen auch ein umfassendes Programm von Vorträgen und Diskussionsrunden an. Am Dienstag, dem 9. September, widmet das Forum einen ganzen Tag der jungen Gründerszene, die dort ihre Ideen im sportlichen Wettstreit präsentieren - zu vielen Fragen, die uns nicht erst auf der IFA in 90 Jahren beschäftigen werden.

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