http://www.faz.net/-gy9-7h7u6
HERAUSGEGEBEN VON WERNER D'INKA, JÜRGEN KAUBE, BERTHOLD KOHLER, HOLGER STELTZNER

Veröffentlicht: 05.09.2013, 10:58 Uhr

Samsung Galaxy Gear Der Computer für das Handgelenk

Samsung hat früher als alle Konkurrenten seine Smartwatch vorgestellt. Die Galaxy Gear arbeitet nicht eigenständig. Sie ist nur eine Erweiterung eines Smartphones oder Tablets.

von , Berlin
© AP JK Shin, Leiter der IT und Mobile Sparte bei Samsung, bei der Präsentation der Galaxy Gear

Im Wettlauf um die erste Präsentation einer Computeruhr hat Samsung die Konkurrenz zunächst einmal ausgestochen. Doch der Schnellste muss nicht auch gleich der Gewinner sein - wie schlägt sich also Samsungs neues Modell, die Galaxy Gear im ersten Kurztest. Zunächst vorweg genommen: Sie arbeitet nicht eigenständig. Sie ist nur eine Erweiterung eines Smartphones oder Tablets. Auf ihr arbeitet eine spezielle Androidversion. Samsung schränkt die Nutzung derzeit sogar auf zwei Modelle ein. Der Grund: Die App, mit der Smartphone und Uhr gekoppelt werden können, kann nur unter Samsung Apps heruntergeladen werden. In Kürze soll sie auch für das Galaxy S4 und andere aktuelle Modelle zur Verfügung stehen.

Marco Dettweiler Folgen:

Was macht also die Computeruhr? Sie zeigt an, wenn ein Anruf eingeht, eine Nachricht gesendet wurde oder ein Termin ansteht. Wird ein Kalendereintrag, eine SMS oder Mail angeklickt, öffnet sich die Nachricht auf dem Smartphone. Auf dem kleinen Bildschirm der Galaxy Gear würde es keinen Sinn machen, eine längere Mail zu lesen. Der Griff zum Smartphone bleibt also nicht aus. Es sei denn, die am Handgelenk angezeigte Information kann getrost ignoriert werden, weil der Nutzer bereits weiß, von wem sie ist.

Samsung Galaxy Gear © AP Vergrößern Die Bedienung der Galaxy Gear funktioniert per Touchscreen, aber auch über Spracherkennung

Samsungs Galaxy Gear verfügt auch über eine Kamera - ein Schnappschuss lässt sich aus dem Handgelenk machen. Allerdings wegen einer geringen Pixelzahl nur in mäßiger Qualität. Auch die Musik auf dem Smartphone lässt sich über die Computeruhr steuern. Für all diese Funktionen hat die aber nur eine einzige Taste. Befehle nimmt sie entweder per Sprachsteuerung oder per Wischgeste auf dem Touchdisplay entgegen. Text für SMS oder Mails können eingesprochen werden und wandern dann zum Smartphone.

Ein Produktmanager nannte die Galaxy Gear deshalb eine „Verlängerung“ des Smartphones. Ihr Nutzer müsse nicht ständig in die Hosen- oder Sakkotasche greifen, um nach Terminen oder Mails zu schauen. Das mag für den gehetzten Manager praktisch sein, wenn Termine, Mails und Anrufe minutenweise eingehen. Für normale Smartphonenutzer ist das aber keine notwendige Anwendung.

Gut zu tragen, nicht ganz zuverlässig zu bedienen

Die Galaxy Gear fühlt sich besser an, als man aufgrund der Fotos vermuten könnte. Das Armband ist aus Plastik, lässt sich einigermaßen gut verschließen. Das Display reagiert nicht ganz zuverlässig. Aber mit etwas Geduld und Übung lässt sich zwischen den Apps wechseln. Sprachbefehle nahm die Galaxy Gear spätestens nach dem zweiten Versuch an.

Wir konnten die Uhr nur wenige Minuten ausprobieren. Spaß machte das schon, es könnte jedoch sein, dass der Effekt nach wenigen Wochen schnell verpufft. Preise verrät Samsung noch nicht. Bleibt also die Frage, wie viel man für ein nettes Spielzeug ausgeben will - und wofür man es braucht.

Mehr zum Thema

Die Samsung Galaxy Gear in Zahlen
  • Kamera mit 1,9 Megapixel
  • Videoaufzeichnung in 720p mit maximal zehn Sekunden Dauer
  • Arbeitsspeicher 512 Megabyte
  • Flashspeicher 4 Gigabyte
  • Angebot von 70 Apps (maximal 10 auf einmal installierbar)
  • Amoled-Display in 1,6 Zoll
  • Auflösung 320 × 320 Pixel
  • Bildschirm nicht biegbar
  • Gewicht knapp 74 Gramm
  • Single-Core-Prozessor mit 800 Megahertz
  • Bluetooth 4.0
  • Mikro-USB nur an der Schutzhülle
  • Akku soll einen Tag halten
  • Spracherkennungs-App „S Voice“
  • Mikrofon zur Sprachsteuerung
  • Kommuniziert nur mit Samsung Galaxy Note 3 und Note 10.1
  • Geplanter Verkaufsstart 25. September

Quelle: FAZ.NET

 

Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben

Weitere Empfehlungen
Galaxy Note 7 Samsung hat Lieferprobleme bei seinem Top-Modell mit Stift

Die Auslieferung des Galaxy Note 7 hakt, weil Samsungs Zulieferer Engpässe haben. Konkurrent Apple will dagegen wohl schon bald nachlegen. Mehr

24.08.2016, 11:34 Uhr | Wirtschaft
Samsung Note 7 im Video Das Smartphone mit dem Stift

Mit dem neuen Galaxy Note 7 führt Samsung auch neue Funktionen der Software ein. Hier zeigen wir einige Beispiele im Video. Mehr

02.08.2016, 16:59 Uhr | Technik-Motor
Samsung Note 7 im Test Notieren Sie sich dieses Smartphone

Das Besondere an Samsungs Note 7 ist zweifelsohne der Stift. Braucht ein modernes Smartphone so eine Eingabehilfe? Wir haben ihn beim Test eine Woche lang möglichst oft eingesetzt. Mehr Von Marco Dettweiler

29.08.2016, 10:30 Uhr | Technik-Motor
Samsung 360 360-Grad-Video

360-Grad-Video Mehr

04.08.2016, 19:14 Uhr | Technik-Motor
Blackberry Dtek 50 Google soll sicher werden

Das hauseigene Betriebssystem von Blackberry wird durch Android ersetzt. Mit dem Dtek 50 kommt das zweite Blackberry mit Googles Betriebssystem. Mehr Von Michael Spehr

22.08.2016, 09:21 Uhr | Technik-Motor