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IFA 2016 : Die Chinesen machen mobil

Das Nubia Z11 für 499 Euro - eigentlich ein Oberklasse-Produkt. Bild: Marco Dettweiler

Die IFA in Berlin wird immer mehr von Smartphone-Herstellern unter Beschlag genommen. Und gerade die Chinesen zeigen, dass sie nun weltweit den Markt übernehmen wollen.

          Nubia? Nie gehört? Die meisten Besucher auf der IFA wahrscheinlich auch nicht. Es ist eine Smartphone-Marke. Oder genauer gesagt: eine Unternehmenstochter von ZTE. Dass Nubia auf der Messe mit einer einstündigen Veranstaltung äußerst selbstbewusst auftritt, liegt zum einen daran, dass man in dieser Branche mittlerweile so auftreten muss. Und zum anderen ist Nubia in China eine feste Größe. Dort verkaufen die Chinesen im eigenen Land schon mal eine Million Handys innerhalb weniger Stunden, wenn das neue Produkt vorbestellt werden kann.

          Und deshalb ist Nubia hier in Berlin der Meinung, dass das neue Highlight unter den Smartphones ihr neues Z11 ist. Es hat mit einer Bildschirmgröße von 5,5 Zoll Phablet-Maße, der Prozessor ist mit dem Snapdragon 820 ein sehr flotter und der Akku mit 3000 Milliamperestunden ein recht üppiger. Diese Merkmale sind nichts besonderes, deshalb legt Nubia den Fokus auf seine Kamera und das Gehäuse. Das Außergewöhnliche am Design ist die Oberseite, weil das Glas des Bildschirms bis an den Rand gezogen ist. Einzigartig ist das nicht, weil zum Beispiel Sony auf dem MWC in Barcelona mit dem Xperia XA ebenfalls ein Gerät vorgestellt hat, dass ein ähnliches Display hat. Allerdings hat Nubia die Software angepasst, sodass mit verschiedenen Wischgesten am Rand Funktionen ausgeführt werden können.

          Die Kamera soll laut Nubia so ziemlich alles können: Viel Licht in dunkler Umgebung einfangen, sehr scharfe Bilder und äußerst dynamische Kontraste liefern und einer Spiegelreflexkamera ähnlich sein. Nun ja, es gilt, das alles noch zu überprüfen. Auf jeden Fall ist der Preis von 499 Euro für die Standard-Edition recht günstig, wenn das Smartphone hält, was sein Hersteller verspricht. Ganz China-Like gibt es übrigens auch eine Black-Gold-Edition mit 6 Gigabyte Arbeitsspeicher und entsprechendem Aussehen.

          Mittelklasse von Huawei

          Den chinesischen Herstellern, die normalerweise auf Messen für eine große Show sorgen, ist auf der IFA ein bisschen die Luft ausgegangen. Das liegt vielleicht daran, dass Huawei schon auf der CES in Las Vegas, auf dem MWC in Barcelona und eigenen Veranstaltungen sein Pulver verschossen hat. Nach Berlin hat Huawei das Nova (und Nova plus, was es aber in Deutschland nicht geben wird) mitgebracht. Mit diesem Smartphone startet Huawei eine neue Linie im Mittelklassenbereich, also Geräte für einen Preis zwischen 350 und 450 Euro.

          Da Huawei bekannt ist für günstige Geräte mit einem guten Preis-Leistungsverhältnis setzen die Chinesen natürlich am unteren Rand an und bieten das Nova für 379 Euro an. Dennoch stellt sich die Frage, warum Huawei in dieses Segment einstiegt - abgesehen von den “Light”-Versionen seiner Premium-Produkte punkten die Chinesen damit, dass sie günstige Oberklassen-Geräte anbieten.

          Wie auch immer. Das Nova hat einen Bildschirm in einer Größe von 5 Zoll in Full-HD-Auflösung, den Snapdragon 625 als Prozessor, einen Arbeitsspeicher von 3 Gigabyte, es kann mit Micro-SD-Karte erweitert werden, die Kamera löst jeweils mit 8 Megapixel auf und der Akku dürfte mit seinen 3020 Milliamperestunden zwei Tage durchhalten. Das Nova ist ein Smartphone für all jene, die ein sehr ordentliches haben wollen, das nicht allzu groß ist, wenig kostet und mit dem man auf der Party nicht angeben kann.

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