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IFA 2013 : Schlaue Uhren und gestochen scharfe Bilder

  • -Aktualisiert am

Was guckst du? 4K. Und womit? Mit HDMI 2.0 Bild: AP

Auf der Funkausstellung in Berlin wurde ein Gerät mit der neuen HDMI-Spezifikation feierlich enthüllt; damit können endlich Ultra-HD-Videos aus externen Quellen angezeigt werden.

          Den Endspurt hat sie noch vor sich, die Internationale Funkausstellung (IFA) in Berlin, aber wir haben längst genug Überblick, um auszumachen, welche Unterhaltungselektronik-Pretiosen mit den größten Bugwellen Kurs auf das Weihnachtsgeschäft nehmen. Es war ausgerechnet eine der kleinsten Neuheiten, die den stärksten Hype auslöste, allerdings gefördert mit einer Inszenierung, über deren Kosten wir gar nicht zu spekulieren wagen: die Smart Watch Galaxy Gear von Samsung. Der von einem hysterischen Moderator überdrehte Versuch, dem Armband-Utensil vor mehr als zweitausend geladenen Gästen und einem zugeschalteten Jubelpublikum am New Yorker Times Square nach Apple-Manier eine religiöse Aura zu verpassen, zeigte aber nur bedingt Wirkung, denn allzu vielen Fachleuten war klar: Samsung ist weder der einzige noch der erste Anbieter solcher Geräte.

          Ging völlig unter, dabei hat Sony auch eine Smartwatch
          Ging völlig unter, dabei hat Sony auch eine Smartwatch : Bild: AP

          Der japanische Hersteller Sony etwa trat in Berlin schon mit der zweiten Version einer Smart Watch an, die uns sogar noch etwas zierlicher und eleganter als das Samsung-Exemplar vorkam. Immerhin: Die koreanische Variante hat allen anderen bisherigen Modellen vielleicht wichtige Funktionen voraus: Ein Mikrofon am Armband und ein Winzig-Lautsprecher befähigen das Gerät zum Telefonieren mit dem Handgelenk am Ohr, eine gleichfalls ins Armband eingebaute Mini-Kamera filmt diskret und mit begrenzter Auflösung aus der Manschette. Außerdem muss man sagen: Die bewusst schlichte, plakative Bedienoberfläche ist den Designern von Samsung sehr gut gelungen, die gezeigten knatschbunten Plastik-Armbänder sind allerdings Geschmackssache.

          Ob daraus nun das propagierte Milliardending wird, muss sich erst noch erweisen, zumal Geräte dieser Art nicht wirklich autark arbeiten: Sie brauchen für alle Kommunikationsfunktionen den Bluetooth-Kontakt zum Smartphone in der Hosentasche. Samsung bindet diese Partnerschaft gar nur an ausgewählte Smartphones und Tablets der eigenen Marke, etwa das gleichfalls brandneue, mit einem schönen Lederrücken geschmückte Tab 3, das es gleich in drei Größen gibt, nämlich als 7-, 8- und 10-Zoll-Variante.

          Endlich kommen Ultra-HD-Geräte im Umlauf

          Das nächste große Ding in der Fernsehwelt hört auf den Namen Ultra HD, gemeint ist damit ein ultrahochauflösendes Bild. Auch hier zieht es Samsung vor, zu klotzen statt zu kleckern: Das mächtigste Ultra-HD-Kaliber des Herstellers hat ein Diagonalmaß von 110 Zoll, das sind 280 Zentimeter. Im Weihnachtsgeschäft werden eher zierlichere Apparate Erfolg haben, etwa das neue 65-Zoll-Modell TX-L65WT600 von Panasonic. Dieser Apparat, sagt der Hersteller, hat als Erster einen HDMI-Anschluss nach der neuen, in Berlin feierlich enthüllten Spezifikation 2.0 an Bord und dazu noch einen Display Port für die Verbindung zu Computern mit leistungsfähigen Grafikchips. Praktisch bedeutet das: Endlich kommen Ultra-HD-Geräte im Umlauf, die bewegte Bilder in Ultra-HD-Auflösung und mit der angemessen hohen Bildfrequenz von 60 Einzelbildern je Sekunde aus externen Quellen anzeigen können; bisher ging das nur mit langsameren Bildfolgen.

          Curved Oled soll es jetzt sein
          Curved Oled soll es jetzt sein : Bild: dpa

          Die HDMI-Schnittstellen von Ultra-HD-Fernsehgeräten, die schon in den Läden stehen, lassen sich zum Teil nachrüsten: Sony und Toshiba haben Software-Updates angekündigt, Philips will eine Hardware-Aktualisierung vornehmen, und Samsung setzt auf sein „Evolution Kit“, eine Gerätearchitektur, die den Austausch aller in ein Extragehäuse ausgelagerten Anschlüsse erlaubt. Echte Hardware-Aktualisierungen, also Umbauten durch den Service-Techniker, sind eigentlich der Königsweg. Denn nur mit schnelleren Chips lassen sich die Vorteile der neuen HDMI-Spezifikationen in vollem Umfang nutzen: HDMI 2.0 sieht Übertragungsgeschwindigkeiten bis zu aberwitzigen 18 Gigabit je Sekunde vor - beinahe die doppelte Datenrate der bisherigen HDMI-Schnittstelle. Dieses Tempo ist nötig, wenn nicht nur die Schwarzweiß-Informationen, sondern auch alle Farbkomponenten in der vollen Auflösung des Ultra-HD-Rasters und mit der Bildwechselfrequenz 60 Hertz auf die Mattscheibe sollen.

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