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Veröffentlicht: 07.09.2013, 19:16 Uhr

IAA Wer will rein elektrisch fahren?

Auf der IAA werden die Besucher so viele kaufbare E-Autos wie nie zuvor begutachten können. Kommt jetzt der Durchbruch, wenn Marktführer VW endlich ins Geschäft einsteigt und BMW den i3 auflegt?

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© Hersteller Der Up (links) und der Golf treten nun mit E-Antrieb an

Unendliche Geschichte Elektroauto. Sie hat gegen Ende des vorvorigen Jahrhunderts gemeinsam mit der vom Verbrennungsmotor angetriebener Vehikel begonnen. Und zunächst war sogar das Elektroauto vorn: Camille Jenatzy fuhr mit einem Stromer als erster Mensch schneller als 100 km/h (1899). Doch dann verschwand der elektrische Antrieb fürs Auto nahezu von der Bildfläche. Schon damals war die mangelnde Reichweite das Hauptproblem. Dann tat sich Jahrzehnte nichts. Hin und wieder flackerte das Thema auf, BMW baute für die Olympischen Spiele in München 1972 einen 1602 um, Mitte der 1990er Jahre gab es einen großen Feldversuch auf der Insel Rügen, an dem fast die gesamte deutsche Autoindustrie beteiligt war. Doch mehr als Fingerübungen waren das nicht.

Frank Boris Schmidt Folgen:

Als dann Toyota mit dem Prius (seit 1997) den Elektromotor zumindest als Helferlein für das Verbrenner-Triebwerk wieder ins Spiel brachte, nahm das lange Zeit kaum jemand ernst. Doch irgendwann brachen alle Dämme. Selbst VW-Chef Winterkorn verkündete schließlich, dass man in allen Modellreihen Hybridfahrzeuge anbieten werde. Sie sind nichts Halbes und nichts Ganzes. Teure, doppelte Technik, wenn auch gewisse Verbrauchserfolge erzielt werden können. Plug-in-Hybride, die bis zu 50 Kilometer rein elektrisch fahren können, treiben das Konzept auf die Spitze. Technisch und preislich. Hybridautos sind schlicht und einfach teuer, das macht es für sie schwer, sich im Markt zu behaupten. Die Masse wird mit der Technik nicht erreicht.

Bild / E-Auto / Tesla Modell S © Hersteller Vergrößern Erfolgsmodell: In Amerika ist das Modell S sehr gefragt

Und das reine Elektroauto? Es tut sich noch schwerer. Zwar ist das Tesla Model S, das mit seiner großen Batterie tatsächlich 400 bis 500 Kilometer Reichweite bietet, in Kalifornien ein Renner, doch in Deutschland wird das Luxusauto allenfalls eine breite Nische besetzen, schon allein weil keine Verkaufsorganisation à la BMW oder Mercedes-Benz dahintersteht und die verfügbare Stückzahl für Europa begrenzt ist.

Doch einige Massenhersteller sind schon in die Bresche gesprungen. Der kleine Mitsubishi i-Miev (auch als Peugeot oder Citroën) war vor knapp drei Jahren der erste Stromer, der in Deutschland offeriert wurde (und wird). Nissan kam mit dem Leaf (“Auto des Jahres“) gleich danach, dazu setzt Renault ziemlich viel auf die E-Karte und hat jetzt gleich mehrere Autos im Angebot, die auf Strom pur setzen. Was in anderen Ländern einigermaßen läuft (auch gefördert mit staatlicher Unterstützung), holpert in Deutschland jedoch nur so dahin. Der Renault Zoé, der als reines E-Auto konzipiert wurde, hat sich in diesem Jahr (bis Ende Juli) bislang nur 541 mal verkauft, obwohl er mit 21 700 Euro relativ günstig zu haben ist. Der Leaf kommt auf 519 Einheiten, der Mitsubishi-Drilling auf knapp 400. Ach ja, den rein elektrischen Smart haben wir fast vergessen. Der Marktanteil der E-Autos in Deutschland an den Neuzulassung beläuft sich (2013 bis einschließlich August) auf 0,1695 Prozent.

Bild / E-Auto / BMW i3 © Hersteller Vergrößern Nieren wir ein Großer: Der BMW i3 besticht zudem mit einem futuristischen Innenraum und gegenläufigen Türen

Doch nach dieser IAA könnte alles anders werden. BMW hat mit dem i3 Großes vor, bewirbt ihn mächtig, und dann ist da noch Volkswagen, der Marktführer, der jetzt endlich ins Geschehen eingreift. Deutschlands Auto Nummer 1, der Golf, und der kleine Up werden elektrifiziert. Wenn das nicht hilft.

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