http://www.faz.net/-gy9-74yi8

HiFi für Smartphones : Mit Ghettoblastern geht’s rund

Zwei Runde und zwei Eckige: Sony und Libratone für den mobilen Einsatz, Yamaha und Samsung für die stationäre Verwendung Bild: Hersteller

Kompakte HiFi-Anlagen der digitalen Art: auf Smartphone oder Tablet PC Musik abspielen, damit sie kabellos zum Lautsprecher strömt. Wir haben uns vier sehenswerte Produkte angehört.

          Die Musiksammlung steckt im Smartphone? Und die Lieder wollen sich über Lautsprecher Gehör verschaffen? Gute Voraussetzungen, um kurz vor Weihnachten noch ein nettes Geschenk zu finden. Einfach ist es allerdings nicht: Die Menge der Geräte, die digitale Audiosignale verarbeiten und wiedergeben können, ist unüberschaubar. Zudem gibt es verschiedene Ansätze, wie die Musik übertragen wird. Sogenannte Audio-Dockingstationen nehmen die Signale auf verschiedenen Wegen in Empfang: an einem Steckaufsatz oder kabellos über W-Lan oder Bluetooth. Dann gibt es Produkte, die nur auf W-Lan setzen und dafür mobil sind. Jede Lösung hat ihren Charme. Deswegen haben wir uns vier Varianten angeschaut.

          Sonys solider schwarzer Kegel

          Warum ein runder Lautsprecher mit 360-Grad-Sound eine clevere Idee ist, zeigt Sony mit seinem SA-NS510 vor allem beim mobilen Einsatz. Den schwarzen Kegel mit eingelassenem Griff kann man an jeder Stelle in der Wohnung abstellen, denn der Sound strahlt in jede Richtung aus. Wechselt man das Zimmer, nimmt man ihn einfach mit. Für diesen Einsatz ist der Lautsprecher schnell eingerichtet. Mit Hilfe einer App bindet man ihn ins heimische Netzwerk ein. Smartphones oder Tablets können dann ihre Musik über das Sony-Gerät ausgeben.

          Sony SA-NS510: Für 349 Euro eine runde Sache. Nur der Akku könnte allerdings besser sein
          Sony SA-NS510: Für 349 Euro eine runde Sache. Nur der Akku könnte allerdings besser sein : Bild: Hersteller

          Für den mobilen Einsatz sorgt ein Akku, der sich während des Netzbetriebs auflädt. Das geht zwar recht zügig, aber das gilt auch für das Entladen - selbst im Standby-Betrieb. Das ist schade, denn gerade der mobile Umgang mit dem NS510 macht viel Spaß. Der Sound ist für diese Geräteklasse sehr ordentlich. Manchmal bildet er eine leichte „Wanne“: Die Mitten treten dann zurück, so dass der Tieftonbereich und die Höhen dominieren. Dafür ist der Bass recht knackig, aber nicht aufdringlich.

          Schicker Filz von Libratone

          Der kleine Filzzylinder „Libratone Zipp“ klingt noch besser als Sonys Riesenhütchen. Ein linearer und dennoch harmonisch abgestimmter Sound ist zu hören - auch hier mit gelungenem 360- Grad-Effekt. Die Mitten überzeugen, der Gesang ist angenehm klar. Im direkten Vergleich klingt das Sony-Gerät sogar etwas dumpf. In der Tiefe könnte der Libratone dafür ein bisschen mehr „Wumms“ vertragen.

          Libratone Zipp: Super schick, sehr praktisch, guter Sound. Und recht teuer: 399 Euro
          Libratone Zipp: Super schick, sehr praktisch, guter Sound. Und recht teuer: 399 Euro : Bild: Hersteller

          Libratone hat den Mitnehm-Henkel als Schlaufe konzipiert. Er kann somit auch irgendwo aufgehängt werden. Die Membranen verstecken sich hinter dem Stoffbezug, den man dank des Reißverschlusses wechseln kann. Außer dem guten Klang steckt beim Libratone noch ein weiterer Trumpf hinterm Filz. Er arbeitet mit Play Direct: Nach dem Einschalten der Lautsprecher taucht Libratone als eigenständiges W-Lan auf. Wählt man dieses mit iPhone oder iPad aus, strömt die laufende Musik dorthin. Play Direct ist eine Form von Wi-Fi Direct. Mit diesem Standard können Daten direkt zwischen zwei Geräten ausgetauscht werden, ohne dass ein Router dazwischen-geschaltet ist. Libratone Zipp kann man also - wie früher den Ghettoblaster - mit in den Park oder ins Schwimmbad nehmen. Für den Einsatz zu Hause lässt sich Libratone Zipp mit einer App ins Netzwerk einbinden.

          Samsung setzt alles auf die Röhre

          Nun wird es eckig, schwerer (8,6 Kilogramm) und teurer (599 Euro). Der Samsung DA-E751, in glänzenden Klavierlack gehüllt, will mit seinen beiden rötlich glimmenden Röhren an möglichst exponierter Position aufgestellt werden. Der fehlenden Mobilität setzt Samsung Flexibilität bei der Signaleinspeisung entgegen. iPhones und Samsung-Smartphones haben ihre Steckplätze, Musik kann über W-Lan und Bluetooth gestreamt werden, es gibt einen Audio- und USB-Eingang. Klinken- und Lan-Kabel liegen ebenso bei wie eine Fernbedienung. Die Einbindung ins Netzwerk funktioniert bei Samsung nicht mit Hilfe einer App. Das mobile Gerät wird einfach aufgesteckt. Den Rest regelt das Gerät. Anspielbar ist es am besten mit einem iPhone oder Samsung-Gerät.

          Samsung DA-E751: Ein ambitionierter Ansatz mit Schwächen in Klang und Preis. 599 Euro teuer
          Samsung DA-E751: Ein ambitionierter Ansatz mit Schwächen in Klang und Preis. 599 Euro teuer : Bild: Hersteller

          Der Klang ist der Schwachpunkt des Geräts. Der integrierte Röhrenverstärker mag für hinreichend laute Beschallung sorgen, doch was herauskommt, ist weder „High-Fidelity-Musikgenuss“ noch ein „harmonisches Klangbild“, wie es Samsung verspricht. Der Sound klingt für ein Gerät dieser Preiskategorie zu dumpf, bei voller Instrumentenvielfalt eher matschig. Die Dockingstation wirkt leicht träge, hat Schwächen in der Dynamik. Der Bass ist - wohl aufgrund des Subwoofers - sehr dominant, leider auch etwas breiig. Manche Höhenfrequenzen gehen völlig unter.

          Yamahas farbenfroher Alleskönner

          Die MCR-B142 von Yamaha hat eine ähnliche Form, sie ist etwas kleiner und leichter, die Oberfläche besteht aus lackiertem Metall, das es in allerlei Signalfarben gibt. Die beiden Lautsprecher liegen frei an der Basis an, so dass sie sich variabel im Raum plazieren lassen. Yamaha verzichtet auf W-Lan und lässt Bluetooth die Audiodateien kabellos übertragen. Es ist sogar eine musikalische Rundumversorgung möglich, denn das Gerät kann auch CDs abspielen, ist für Radioempfang gerüstet und kann als Wecker fungieren. Eine App darf nicht fehlen: Sie kann die Fernbedienung ersetzen.

          Yamaha MCR-B142: Passt prima in Arbeits- und Jugendzimmer. 329 Euro sind noch okay.
          Yamaha MCR-B142: Passt prima in Arbeits- und Jugendzimmer. 329 Euro sind noch okay. : Bild: Hersteller

          In puncto Klang spielt Yamaha seine ganze Erfahrung aus. Die kleine Kiste spielt fehlerfrei. Tiefen, Mitten und Höhen sind gleichberechtigt. Blecherne, matschige oder dumpfe Momente kommen nicht vor. Von einem echten Raumklang zu sprechen, wäre übertrieben. Aber dafür, dass der Sound aus so einem Gehäuse kommt, vermittelt er einen unerwartet luftigen Ausdruck.

          Quelle: F.A.Z.

          Weitere Themen

          Frosch-Forschung per App Video-Seite öffnen

          Amphibienschutz in Australien : Frosch-Forschung per App

          In Australien haben sich Biologen mit IBM zusammengetan, um eine Smartphone-App zu entwickeln, die dabei helfen soll, die vom Aussterben bedrohten Frosch-Populationen besser zu untersuchen. Die Frog-ID-App kann Frosch-Quaken aufzeichnen und melden ohne dass die Tiere dabei gestört werden.

          Innovations-Hotspot Taiwan Video-Seite öffnen

          Technik der Zukunft : Innovations-Hotspot Taiwan

          High-Tech-Produkte haben Taiwan reich gemacht. Hier gebaute Computer, Laptops und Smartphones werden auf der ganzen Welt genutzt. Die neue Generation von Startups entwickelt nun die Technik von morgen: Software-Produkte, Apps, künstliche Intelligenz.

          Hier können Sie die Rechte an diesem Artikel erwerben.

          Topmeldungen

          Der Offshore-Windpark Butendiek etwa 30 Kilometer vor Sylt in der Nordsee

          F.A.Z. exklusiv : EU streicht Betrieben Ökostrom–Befreiung

          Für bis zu 10.000 Betriebe steigt ab Januar die Stromrechnung, weil die EU ihnen die Befreiung von der Ökostromumlage gestrichen hat. Zusatzkosten in Millionenhöhe werden erwartet.
          Wären Bitcoins tatsächlich Münzen, könnten sie zum Beispiel so aussehen.

          Thema für G20 : Frankreich will Bitcoin stärker regulieren

          Während der Bitcoin-Kurs weiter explodiert, rät Frankreich zur Vorsicht und sieht Spekulations-Risiken. Der nächste G-20-Gipfel soll sich mit der Kryptowährung beschäftigen. Bis dahin gehen allerdings noch Monate ins Land.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.