Wie unterscheiden wir künftig zwischen Ultra und Ultra? Diese Frage treibt all jene Strategen um, die sich heute schon Gedanken über das Marketing für die Fernseher von morgen machen. Denn: Unser heutiges HDTV ist natürlich nicht das Ende der technischen Fahnenstange. Bewegte Bilder mit einem Vielfachen der heutigen Pixelfülle werden dereinst UHDTV heißen. Das U steht, erraten, für Ultra. Die Internationale Telekommunikations-Union (ITU), ein Supergremium für globale Standards, will das Kürzel UHDTV gleich für zwei verschiedene Auflösungen verwenden: die vierfache Menge der HDTV-Bildpunkte und die sechzehnfache Pixelflut. Welche Verwirrung. Wenn da künftig etwa ein Bildschirm-Kaventsmann mit drei Meter Diagonale und 7680 × 4320 Bildpunkten im Mediensupermarkt steht, Kampfgewicht eine halbe Tonne - peilen wir damit dann auch die richtige UHDTV-Variante an?
Unsere Prognose könnte derlei Sorgen in Luft auflösen: Es dauert bestimmt noch zehn Jahre, bis die Sender einmal HDTV mit 1080 Zeilen im Vollbildmodus funken (ARD und ZDF sind erst bei 720 Vollbild-Zeilen angekommen). Weitere 15 Jahre dürften ins Land gehen, bis die ersten Exoten-Kanäle Bilder in der kleineren UHDTV-Variante mit 2160 Zeilen ausstrahlen. Und das große UHDTV-Format mit 4320 Zeilen und 33 Megapixeln je Einzelbild? Das werden wir im realen Fernseh-Einsatz erleben, wenn wir alle in unseren Palästen großzügige 200-Quadratmeter-Wohnzimmer haben, einen zehn Quadratmeter großen Wandbildschirm und genügend Windräder auf dem Dach, die den ganzen Spaß mit dem nötigen Öko-Starkstrom versorgen.