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GPS und W-Lan : Tschüs, Galileo

Die Europäer können sich ihr Galileo-Satellitenprojekt sparen, wenn ein Internetgigant wie Google die Bühne betritt. Dank W-Lan-Ortung weiß das Smartphone jederzeit, wo man sich gerade aufhält.

          Wo bin ich, und in welcher Richtung liegt das Ziel? Wer als Erstes an GPS denkt, also an das Global Positioning System, liegt 18 Jahre nach dem Startschuss für das weltumspannende Satellitenortungssystem nicht mehr ganz richtig. Denn GPS wird zumindest in der Stadt entbehrlich. Google hat bereits vor einigen Jahren mit seiner Straßenfotografieflotte nicht nur die Häuserfassaden in Großstädten fotografiert, sondern auch private und öffentliche W-Lan-Netze systematisch erfasst.

          Vor drei Jahren war das ein Skandal. Nun kann man die Ergebnisse „bewundern“. Wir haben auf dem Android-Smartphone GPS ausgeschaltet. Trotzdem weiß das Smartphone dank W-Lan jederzeit, wo man sich gerade aufhält. Es erfasst nämlich die Kennungen der W-Lan-Router in der Umgebung und ermittelt aus zwei, drei Angaben eine sehr exakte geografische Position. Auch aus diesem Grund ist W-Lan in der ganz neuen Android-Version 4.3 nicht ohne Weiteres abschaltbar. Man muss schon tief in den Menüs suchen.

          W-Lan belastet den Smartphone-Akku deutlich weniger als GPS, sagt Google. Und dieses Beispiel zeigt auch wunderbar, dass sich die Europäer ihr milliardenschweres Galileo-Satellitenprojekt sparen können, wenn ein Internetgigant wie Google die Bühne betritt. Während die einen alte Technik mit viel Aufwand geringfügig verbessern, kommt von den anderen der Paukenschlag.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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