Mit diesem Thema haben wir schon manchen Abend gerettet. Wenn irgendwie beruflich über das Auto verbundene Männer mittleren Alters nach dem nächtlichen Dinner noch hocken müssen, weil es erwartet wird, und die Köpfe fast schon auf die Dessertteller knallen, jeder sein Lieblingsauto vorgestellt und von Pleiten, Pech und Pannen erzählt hat und keinem noch eine Anekdote aus Detroit, aus der Wüste oder von dem unsagbar dicken (wahlweise dürren, wortkargen, geschwätzigen etc.) Kollegen mehr einfällt, dann werfen wir in die peinlichen Gesprächspausen mit der leisen Stimme von Dustin Hoffmann, in der Verfilmung vom Tod eines Handlungsreisenden die schlichte Frage nach den Autos, die mit Recht in Vergessenheit geraten sind. Fast jeder, der noch einen Rest von Energie in sich trägt, entflammt beinahe, und man spürt, wie die Rührwerke in den müden Gehirnen wieder in Betrieb genommen werden.
Jeder kramt mit unerwarteter Wachheit seine Erinnerungen und Favoriten hervor, kann sie mit Rostfraß, rutschenden Kupplungen, bröselnden Getrieben und leckenden Motoren, mit wandernden Hinterachsen, mit Wassereinbrüchen und mieser Verarbeitung sowie brechenden Sitzlehnen oder dubiosen Fahreigenschaften belegen und mit falsch ziehenden Bremsen erklären. Die Stimmung steigt. Wenn es wieder ruhiger werden sollte, dann werfen wir drei Kandidaten in die Tischmitte: VW 411/412, den Nasenbären aus den Siebzigern, den rumpeligen Ford Escort in seiner zweiten Generation mit Starrachse und Hinterachsantrieb, den unberechenbaren NSU (Prinz) 1000, der in der Erinnerung nur noch als martialisch aufgebrezelter TT existiert, und schon ist gutmütiger Streit ausgebrochen. Wir werden wunderbare Abende oder Sonntage mit den Autos, die zu Recht in Vergessenheit geraten sind, verbringen. Denken wir nur mal an die Engländer.