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Pflege von Gartenmöbeln : Mittel gegen das Grauen

Vier Stunden Arbeit trennen den linken Gartenstuhl vom rechten. Bild: Victor Hedwig

Alte Gartenmöbel aus Holz kann man so grau lassen, wie sie sind – oder versuchen, sie etwas aufzuhübschen. Wir haben das einmal ausprobiert.

          Die Sommerferien sind eine schöne Zeit, nicht nur wegen des Urlaubs. Der Gartenbesitzer kann sich ein wenig entspannen, die wichtigsten Arbeiten sind gemacht. Jetzt hockt er sich also hin und will die Füße hochlegen – da fällt sein Blick auf die Sitzgelegenheit. Wie es sich für anständige Naturfreunde gehört, sind Bank, Tisch und Stühle aus Holz. Waren die nicht früher rötlich und von samtig glatter Oberfläche?

          Lukas Weber

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Nach fast zwei Jahrzehnten, in denen sie der Witterung ausgesetzt waren, ist davon nichts übriggeblieben, die rauhe Oberfläche ist silbrig grau mit schwarzen Flecken, und auf ihr sitzen Wespen, die Material für ihr Nest herausnagen. Nun gibt es zwei Möglichkeiten: Man kann es sich einfach machen, die Verwitterung als gottgegeben hinnehmen und sie sich als Patina schönreden. Oder in die Hände spucken, nichts wird es in diesem Sommer mit dem Müßiggang.

          Keine Frage, Holz braucht gelegentlich etwas Zuwendung. Im Freien dringt Feuchtigkeit in Ritzen und Spalten, das bildet den Nährboden für Fäulnis. Auch der ständige Beschuss mit UV-Licht bekommt der Oberfläche nicht, es zerstört das natürliche Bindemittel Lignin. Früher oder später setzt das Altern ein – egal, ob die Möbel lasiert, lackiert oder geölt sind. Was davon, ist eine Frage der persönlichen Vorlieben. Durch feinste Risse im Lack dringt aber gern Feuchtigkeit, die dann nicht mehr richtig abtrocknet, irgendwann platzt er ab. Wir mögen außerdem die natürliche Maserung und den angenehmen Griff des weitgehend naturbelassenen Holzes, also waren unsere geölt. Davon mussten sie bis heute zehren. Dass sie trotz des Alters unter der Last ihres Besitzers noch nicht zusammengebrochen sind, ist dem Baum zu verdanken, der das Material spendete. Er schützt sich mit Stoffen gegen Befall, die für Pilze und Insekten giftig sind. Das gelingt je nach Art mehr oder weniger erfolgreich.

          Es muss nicht unbedingt Tropenholz sein

          Holz wird in fünf Resistenzklassen eingeordnet, die inzwischen nach DIN EN 350-2 Dauerhaftigkeitsklassen heißen. Demnach ist, wie nicht anders zu erwarten, hartes Tropenholz am widerstandsfähigsten. In die erste Klasse gehört unter anderem das beliebte Teak, während Eiche oder Kastanie nur Klasse zwei erreichen. Die meisten europäischen Nadelhölzer rangieren weit abgeschlagen in den Klassen vier und fünf, sie können aber zum Beispiel durch eine Imprägnierung haltbarer gemacht werden, Douglasie und Lärche schneiden etwas besser ab. Ein seit ein paar Jahrhunderten in Europa eingebürgerter Baum erreicht allerdings fast die Werte der Exoten: Es ist die Robinie, die manche auch falsche Akazie nennen. Das dornige Gewächs entwickelt reichlich natürliches Gift, das es vor dem Vergammeln schützt. Hautkontakt mit frischgeschlagenem Holz kann unangenehm sein, an oberflächenbehandelten Möbeln ist davon nichts mehr zu spüren. Robinie geölt war also, statt eines Tropenholzes, damals erste Wahl.

          Aus heutiger Sicht können wir die Haltbarkeit bestätigen. Was wir aber nicht ahnten: Robinienholz neigt dazu, Risse und eine rauhe Oberfläche zu bekommen. Das macht das Vorhaben, den Gartenmöbeln wieder ein frisches Aussehen zu verleihen, nicht gerade leichter. Vor ein paar Jahren kam der Autor dieser Zeilen auf die krude Idee, den Schmutz in den Spalten und die Flechten auf der Oberfläche mit dem Hochdruckreiniger hinwegzuspülen. Das funktioniert sogar, aber der scharfe Strahl greift das Holz an, es wird noch rauher und setzt sich anschließend umso schneller wieder zu.

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