09.09.2008 · Es ist eines der Schiffe, vor denen im Hafen jeder stehen bleibt, um zu gucken, um zu träumen. Von weither stammt die Friendship 40, sie hat sich in Europa schon Freunde gemacht und einen Feind. Ein Anwalt schaute vorbei und drohte Ärger an wegen des Namens, der hier schon vergeben ist.
Es ist eines der Schiffe, vor denen im Hafen jeder stehen bleibt, um zu gucken, um zu träumen. Von weither stammt die Friendship 40, sie hat sich in Europa schon Freunde gemacht und einen Feind. Ein Anwalt schaute vorbei und drohte Ärger an wegen des Namens, der hier schon vergeben ist. Die Yacht wird in Neuseeland gefertigt, ist aber amerikanischer Abstammung. Ted Fontaine hat sie gezeichnet als eine segelnde Version des noblen Picnic-Motorboots von Hinckley. Sowohl die Motor- als auch die Segelyacht haben als Vorbilder die alten Hummerfang-Boote der amerikanischen Ostküste. Daher die großen Freiräume an Deck, die heute nicht mehr zum Arbeiten, sondern zum ernsthaften Nichtstun genutzt werden.
Die Friendship hat eine herrlich traditionelle Gestalt mit langen Überhängen, niedrigem Freibord und einem ausgeprägt positiven Deckssprung. Keine Reling stört den Anblick, man erkennt schon daran, dass sie nicht gerade als Hochseeyacht gedacht ist, sondern als Superluxus-Daycruiser mit Übernachtungsmöglichkeit. Nichts ist billig daran, die Sorgfalt im Detail überall spürbar. Eine Schlafkabine sucht man vergebens. Im kleinen Salon unter Deck gibt es eine fein ausgestattete Pantry sowie ohne Abtrennung ein Doppelbett am vorderen Ende. Mehr als zwei Personen übernachten nicht an Bord der Friendship.
Segeln lässt sich die aus Epoxidharz und Glasfasern gefertigte, mit Klappschwert ausgestattete 12-Meter-Yacht von einem Solisten. Fast alles ist hydraulisch vom Sofa hinterm Steuerrad aus zu regeln. Getrimmt wird per Knopfdruck mit den Fuß- und Fingerspitzen, Winschen, Bugstrahler, Achterstag und Segelrollanlagen sind auf diese Weise zu bedienen, zumindest solange die Batterien mitmachen. Nur fünf bis sechs Stück im Jahr werden hergestellt, das macht das Boot umso begehrenswerter. Meist lösen sich die Bewunderer ruckartig vom Anblick, wenn sie den Preis von knapp einer Million Dollar erfahren. Aus der amerikanische Traum. Auch ein günstiger Wechselkurs macht daraus noch kein Schnäppchen.