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Flugpreis : Über jede Gebühr

  • -Aktualisiert am

Der Flug annulliert. Kostenfrei hätte die Airline ihm das Ticket erstattet. Keine Chance. Er hatte nicht dort, sondern übers Internet-Reisebüro gebucht.

          Streik. Lang ist die Liste der annullierten Flüge. Gratis hätte die Fluggesellschaft den Reisenden auf einen anderen Tag umgebucht. Aber sein Termin ist heute. Und kostenfrei hätte die Airline ihm das Ticket erstattet. Keine Chance. Er hatte nicht dort, sondern übers Internet-Reisebüro gebucht.

          So muss er sich an seinen Vertragspartner wenden. Der Kundenservice Opodo aber bearbeitet Stornierungen nur telefonisch. Daher lauscht er gedankenverloren dem Geträller der Opodo-Warteschleife, die ihm verspricht, der nächste freie Mitarbeiter werde ihm in Kürze weiterhelfen. Nach 20 Minuten ist das Ergebnis des Gesprächs nicht gerade wertvoll, aber teuer: Für die Erstattung des annullierten Flugs muss Opodo 25 Euro zahlen. Er macht eine kleine Rechnung auf: Der Flug sollte 130 Euro kosten, günstig und frühzeitig gebucht. Davon entfallen knapp 60 Euro auf Steuern und Gebühren, die Staat und Flughafen erheben. Der Rest besteht aus Treibstoff- und Sicherheitszuschlägen - noch einmal rund 60 Euro -, so dass für den Flugpreis nur noch 10 Euro bleiben.

          Nicht viel, was die Fluggesellschaft kassiert, zu knapp, um mit dem Vermittler zu teilen. Das Reisebüro verdient daher nur über die Buchungsgebühr, die es selbst erhebt. Auf genau diese TSC verzichtet allerdings Opodo, vermittelt somit den Flug umsonst. Nun aber, da der Fluggast am Boden bleibt, wird er mit 25 Euro zur Kasse gebeten. Ganz schön teuer, denkt er, nicht zu fliegen. Für Opodo aber kein schlechtes Streikergebnis.

          Quelle: F.A.Z.

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