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Flensburg : Punkte und Knollen

Das Flensburger Regelwerk ist schwierig zu durchschauen. Da ist es zunächst zu begrüßen, dass es jetzt reformiert werden soll.

          Kein Autofahrer, der nicht Angst vor Punkten in Flensburg hat. Ganz oben in Deutschland sitzt das Kraftfahrt-Bundesamt, und dort werden die gröberen Verkehrsverstöße eines jeden Einzelnen gesammelt und archiviert. Drei Punkte gibt es beispielsweise für das Überfahren einer roten Ampel, vier sogar, wenn das Rot schon mehr als eine Sekunde leuchtet. Wer 21 km/h zu schnell ist und erwischt wird, bekommt ebenfalls einen Malus. Hat man 18 gesammelt, ist der Führerschein weg. Zwar werden die Punkte nach zwei Kalenderjahren gelöscht, aber nur, wenn keine neuen dazu kommen. Das gesamte Regelwerk ist schwierig zu durchschauen, und zunächst ist es zu begrüßen, dass es jetzt reformiert werden soll.

          Das Kabinett hat diese Woche einen ersten Entwurf verabschiedet. Bis alle weiteren politischen Instanzen durchlaufen sind, wird es aber mindestens 2014. Fortan soll der „Lappen“ schon bei acht Punkten abgegeben werden müssen, die einzelnen Vergehen wiegen jedoch punktemäßig weniger schwer. Für das Fahren in eine Umweltzone ohne grüne Plakette gibt es keinen Eintrag in Flensburg, weil das niemanden gefährde. Im neuen Regelwerk wird vieles anders, aber fast nichts einfacher. Die Möglichkeit der Nachschulung zum Punkteabbau soll entfallen. Schade! Und bei aller Diskussion wird eines ganz übersehen: Die Knöllchen sollen empfindlich teurer werden.

          Frank Boris Schmidt

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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