http://www.faz.net/-gy9-90oor

Feldmaßnahmenmanagement : Guter Ruf?

Hat sich das Feldmaßnahmenmanagement von Mercedes-Benz eigentlich einen Plan gemacht, bevor es im Juni einen Werkstattaufenthalt für einige seiner Patienten verordnet hat?

          Es geht nichts über einen guten Plan. Nehmen wir also an, dass sich das Feldmaßnahmenmanagement (das heißt wirklich so) von Mercedes-Benz einen Plan gemacht hat, bevor es im Juni einen Werkstattaufenthalt für einige seiner Patienten verordnet hat. Einen für A-Klasse und B-Klasse und CLA und GLA. Solche Rückrufe sind nichts Ungewöhnliches, erst vergangene Woche haben wir an dieser Stelle die Rückruf-Queen gekürt. Man sollte halt nur annehmen, der Rückrufende sei auf seinen eigenen Rückruf vorbereitet. In diesem Fall geht es um Unterdruckleitungen vom Bremsgerät zur Unterdruckpumpe, was zumindest den Verdacht schürt, ein Fehlverhalten derselben könne unerfreulichere Folgen zeitigen als der Ausfall der Bluetooth-Verbindung. Wobei man sich da heutzutage nicht mehr so sicher sein kann.

          Jene Leitungen also sollen ausgetauscht werden, befiehlt das Werk, was dem die Suppe auslöffelnden Handel leider ein wenig schwerfällt, weil die Leitungen gar nicht lieferbar sind. Rund 35.000 Autos sollen in Deutschland behandelt werden, ein paar mit Dieselmotor konnten verarztet werden, für die Varianten mit Benziner gibt es derzeit keine Ersatzteile. Der Lieferant, will die Gerüchteküche wissen, sitze in Tschechien und mache jetzt erst mal drei Wochen Sommerferien, was das Stuttgarter Feldmaßnahmenmanagement mitten in der sommerlichen Ferienzeit womöglich ein wenig überrascht hat. Wann die wenigen zehntausend offenen Reparaturmaßnahmen durchgeführt werden können, vermag derzeit niemand zu sagen.

          Dafür kann der offenbar strapaziösem Schlankheitswahn verfallene Vertrieb aber immerhin an anderer Stelle präzise Auskunft geben. Wer heute mit einer geplatzten Windschutzscheibe auf den Hof des Mercedes-Betriebs seines Vertrauens rollt, bekommt die neue schon Mitte November. „Just in time finde ich echt super“, sagt ein Händler. „Neulich sind im Zentrallager sogar die Ölfilter ausgegangen.“ Aber garantiert steckt dahinter ein guter Plan.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

          Folgen:

          Weitere Themen

          Audi Etron Video-Seite öffnen

          Weltpremiere : Audi Etron

          So sieht die Antwort von Audi auf Tesla und den Jaguar I-Pace aus. Der Audi Etron ist ein SUV, kostet in der Basisversion 80.000 Euro und kommt noch in diesem Jahr.

          Inklusion muss man wollen

          Integrationsklassen : Inklusion muss man wollen

          Überlastete Lehrer und frustrierte Eltern klagen: Der Traum vom gemeinsamen Unterricht für Kinder mit und ohne Behinderung scheitert. Doch worauf muss es ankommen, damit er in Erfüllung geht? Ein Schulbesuch.

          Topmeldungen

          Rededuell vor der Landtagswahl : Der nette Herr Söder

          Die SPD steckt im Umfragetief und darf deshalb nicht zum Fernsehduell mit dem bayerischen Ministerpräsidenten. In Nürnberg trifft SPD-Spitzenkandidatin Kohnen doch noch auf Söder – und steht vor einer besonderen Herausforderung.

          Nordkorea : Kim Jong-un will nach Seoul reisen

          Der nordkoreanische Machthaber hat beim Gipfel mit Südkoreas Präsident Mon Jae-in konkrete Schritte zur nuklearen Abrüstung angekündigt. Kim plant zudem erstmals einen Besuch im Süden.

          Newsletter

          Immer auf dem Laufenden Sie haben Post! Abonnieren Sie unsere FAZ.NET-Newsletter und wir liefern die wichtigsten Nachrichten direkt in Ihre Mailbox. Es ist ein Fehler aufgetreten. Bitte versuchen Sie es erneut.
          Vielen Dank für Ihr Interesse an den F.A.Z.-Newslettern. Sie erhalten in wenigen Minuten eine E-Mail, um Ihre Newsletterbestellung zu bestätigen.