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Fahrtbericht: Skoda Rapid Elegance Die simple Cleverness der wahren Werte

Es muss nicht immer Kaviar sein. Das gilt auch für Autos, und da ist Skoda, die Vollkornmarke im VW-Konzern, die richtige Adresse. Der neue Rapid bringt intelligente Nüchternheit zum Vorzugspreis. Aber Liebreiz fühlt sich anders an.

© F.A.Z, Skoda, F.A.Z., Skoda Vergrößern F.A.Z.-Fahrtbericht: Skoda Rapid

Beinahe über Nacht sind sie gekommen. Flammneue, moderne Autos mit Miniverbräuchen, die man bezahlen kann. Sogar im VW-Konzern, der nicht unbedingt als Erfinder des Billigautos geführt wird, gibt es sie. Die für Vernunftmobile mit einem Hauch von Cleverness zuständige Konzernmarke Skoda entdeckte zwischen ihrem kleinen Fabia und dem größeren Octavia noch eine Nische und füllte sie mit dem Rapid. Er soll gegen die preisbrechenden Koreaner von Kia und Hyundai antreten und den rumänischen Dacia aus dem Renault-Konzern die elegante Stirn bieten. Die technischen Zutaten lieferten die VW-Regale, das Design blickt in die Skoda-Zukunft, das Auto wird definiert als unscheinbarer Held des Alltags.

Die Qual der Wahl

Wolfgang Peters Folgen:  

Der potentielle Käufer hat zunächst die Qual der Wahl. Will er sparen und fährt im Jahr etwa 10 000 Kilometer, dann greift er am besten zum Einsteiger-Rapid mit 1,2-Liter-Dreizylinder-Otto, der allerdings (mit 55 kW/75 PS und 112 Nm) nur bescheidene Dynamik-Ansprüche erfüllt. Doch man wird nicht zum Verkehrshindernis und kommt in Verbindung mit der recht frugalen Active-Ausstattung auf nur 13990 Euro, ohne Klimaanlage. Wer mehr Leistung spüren und die Wärme von ruhigem Luxus genießen will, der hangelt sich durch die Rapid-Riege, landet schließlich auf der Elegance-Ebene und hat den bekannten 1,6-Liter-TDI, allerdings nur in Verbindung mit manuellem Fünfganggetriebe unter der Haube. Die DSG-Box steht nur für Benziner bereit, eine Sechsgangschaltung ist für diesen Diesel nicht vorgesehen. Dennoch wirkte der Testwagen auf den ersten Blick keineswegs ärmlich.

Er kostete allerdings ohne Extras schon 22 160 Euro, und das lässt sich nicht mehr aus dem Sparstrumpf zahlen. Deshalb gilt auch für den Skoda Rapid: Günstige Tarife werden nur an der Basis geboten; für passive Sicherheit mit Airbags und Bremseingriffen ist aber immer gesorgt, mit gewissen Komfort-Einschränkungen muss man aber leben.

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Reisen ohne Kofferbeschränkung

Nur geringe Beschränkungen muss man sich auferlegen, wenn es um die Transportansprüche geht. Der Radstand von 2,60 Meter und ein füllig geratener Überhang hinten sind schöne Hinweise auf Platz für Passagiere und Gepäck. Notorisch mobile Menschen, die gern im Kofferraum ihren kompletten Hausrat mitführen oder für die Ferien nicht auf die große Garderobe verzichten wollen, haben nach dem gut unterstützten Anheben der großen Klappe im Heck des Rapid Tränen der Ergriffenheit in den Augen: Hinter der recht hoch geratenen Ladekante (Abstand zum Boden etwa 70 Zentimeter) tut sich eine Höhle auf, wie sie in dieser Klasse sonst keiner bietet. In der Tiefe misst sie bis zu den Rücksitzen auf dem Boden etwa 105 Zentimeter (aufgrund der sehr schräg installierten Rücksitzlehnen geht weiter oben Ladetiefe verloren), in der Breite sind es zwischen den Radkästen rund 104 Zentimeter. Daraus ergibt sich ein Stauvolumen von 550 Liter. Das lässt sich durch Umklappen der ein zu zwei Drittel geteilten Lehne erweitern, maximal gibt es 1490 Liter. Da zahlt es sich aus, dass der Rapid zwar ein Stummelheck, aber dennoch eine Heckklappe hat. Clever ist der zwar hässliche, aber hilfreiche, nach unten ragende Kunststoffgriff zum Schließen der Klappe. Eher ein Gag ist der in der Tankklappe hausende, teigschaberähnliche Eiskratzer.

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Veröffentlicht: 17.01.2013, 19:14 Uhr

O Tannenbaum

Von Wolfgang Peters

Nicht jedes Auto eignet sich für den nadelreichsten Transport des Jahres. Wie immer tagt der Familienrat. Da fügt es sich gut, im Haushalt über mehrere Gefährte zu verfügen. Mehr 1 1