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Fahrradbeleuchtung Der Strom kommt aus der voluminösen Vorderrad-Nabe

21.12.2007 ·  Inzwischen hat der Nabendynamo dem klassischen Dynamo den Rang abgelaufen. Seine Vorteile liegen klar zutage: Nässe und Dreck lassen ihn nicht durchrutschen, er ist nicht der Gefahr ausgesetzt, verbogen zu werden oder gar in die Speichen zu geraten.

Von Hans-Heinrich Pardey
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Von der Pflicht befreit, mit einem Dynamo ausgestattet zu sein, sind nach Paragraph 67 StVZO nur Rennräder mit einem Fahrzeuggewicht von unter elf Kilogramm. Das ist ein Punkt, in dem Vorschrift und Praxis weit auseinanderklaffen. Denn nach dem Motto „Hauptsache, irgendwas leuchtet“ werden fleißig Blinklichter nach allen Seiten gesetzt - auch an und auf Rädern, zu denen eigentlich ein Dynamo gehörte. Doch der hat wegen seiner Anfälligkeit verspielt: zumindest der herkömmliche Seitenläufer, wie die Dynamos genannt werden, deren Reibrad auf der Flanke des Reifens mitgenommen wird. Einige Jahre lang wurden Rollendynamos, die, hinter dem Tretlager montiert, an die Lauffläche des Reifens geklappt werden und dort mitlaufen, als überlegene Lösung gepriesen und an besseren Rädern montiert.

Aber auch denen hat inzwischen der Nabendynamo den Rang abgelaufen. Seine Vorteile liegen klar zutage: Nässe und Dreck lassen ihn nicht durchrutschen, er ist nicht der Gefahr ausgesetzt, verbogen zu werden oder gar in die Speichen zu geraten. Der Nabendynamo darf nur nicht klobig und zu schwer sein oder sich durch allzu großen Widerstand unliebsam in Erinnerung bringen. In ebendiesen Punkten haben die vergangenen Jahre stetige Fortschritte gebracht. Als Rolls Royce unter den Nabendynamos gilt dabei nach wie vor der von Schmidt Motorentechnik Anfang der neunziger Jahre auf den Markt gebrachte SON.

Kaum rollt das Rad

Mit Preisen von 170 Euro an zwar nicht ganz billig, ist der Klauenpolgenerator (dieser Bautyp wird in fast allen herkömmlichen Fahrraddynamos verwendet), mit 66 Prozent ein Wirkungsgrad-Riese. Kaum rollt das Rad, geht flackernd das Licht an. Dieses Flackern hängt mit der Wechselstromfrequenz zusammen und wandelt sich oberhalb von 8 km/h rasch zu einem ganz normalen Dauerlicht. Dieser Dynamo arbeitet völlig geräuschlos; gekoppelt mit einer sich automatisch einschaltenden Beleuchtung, kann man die Lichtanlage einfach vergessen. Wenn man Licht braucht, ist welches da.

In einem Aufsatz hat Wilfried Schmidt, Inhaber von Schmidt Motorentechnik, eine Zukunft mit kleinen, leichten (weil nicht so groß dimensionieren wie augenblicklich von den Vorschriften gefordert) Nabendynamos skizziert. Es wäre doch denkbar, dass solch ein Lichtmaschinchen den ganzen Tag mitläuft und ständig Strom produziert. Der ließe sich zunächst für andere Zwecke verwenden, würde vor allem aber in einem Akku gespeichert. Aus dem könnte sich dann bei Dunkelheit die Beleuchtung des Fahrrads bedienen, und zwar nicht nur mit der Leistung, die der Dynamo aktuell zu liefern imstande ist, sondern auch mit einer höheren.

Quelle: F.A.Z., 18.12.2007, Nr. 294 / Seite T1
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Jahrgang 1949, Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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