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Europäischer Automarkt : Opel-Zerstörer

Nun hat Opel gerade einige Komplimente für seinen mutigen neuen Kleinwagen Adam eingeheimst. Die Mitarbeiter jenseits von Bochum witterten schon Morgenluft. Da schlägt der Blitz wieder ein.

          Die Wege von General Motors sind unergründlich. Seit Jahren mühen sich die Entwickler in Rüsselsheim ab und bauen gute Opel. Die feinsten Motoren und Getriebe sind ihnen zwar nicht immer vergönnt, manches kommt mit Verspätung auf den Wettbewerb in den Markt, ohne ausreichendes Budget lässt sich eben nicht zaubern. Aber für gute Fahrzeuge hat es allemal genügt.

          Dann fing General Motors an, seine koreanische Dependance Daewoo in Chevrolet zu verwandeln und sie lieber zu haben als seine europäischen Töchter. 451 Millionen Euro erhalten die Kicker von Manchester United dafür, dass sie sieben Jahre lang den Namen Chevrolet auf der Brust tragen. Das trifft Vauxhall, die englische Opel-Schwester, mitten ins Herz. Aber Chevrolet ist offenbar dazu auserkoren, Rückstand in Technik, Qualität und Ansehen mit allen Mitteln aufholen zu dürfen.

          Nun hat Opel gerade einige Komplimente für seinen mutigen neuen Kleinwagen Adam eingeheimst, und wenigstens die Mitarbeiter jenseits von Bochum schienen Morgenluft zu wittern. Da schlägt der Blitz wieder ein. Der amerikanische Aufsichtsratsvorsitzende droht mit vorzeitiger Werksschließung, sofern vereinbarte Tariferhöhungen durchgezogen werden. Ja, der europäische Automarkt ist derzeit ein Desaster. Aber GM tut auch alles dafür, dass es für Opel eines bleibt. Das Lehrstück, wie man Image zerstört, es spielt in Rüsselsheim.

          Holger  Appel

          Redakteur in der Wirtschaft, zuständig für „Technik und Motor“.

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