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EU-Kommission Lärm um nichts

 ·  Die EU-Kommission ist eine lustige Truppe. Nach dem CO2 möchten die Kommissare diesmal den von Autos ausgehenden Lärm per Gesetz begrenzen. Das Ganze wird als Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit verkauft.

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Die EU-Kommission ist eine lustige Truppe. Kurz bevor man vergessen hat, was sie den lieben langen Tag so treibt, kommt ein Vorstoß aus Brüssel. Nach dem CO2 möchte Industriekommissar Antonio Tajani in trauter Zweisamkeit mit Sergio Marchionne, seines Zeichens Präsident des europäischen Automobilverbands ACEA und im Hauptberuf Chef von Fiat, diesmal den von Autos ausgehenden Lärm per Gesetz begrenzen. Lärm ist nämlich schädlich, das lässt sich prima untersuchen, und gerne dürfen ein paar hunderttausend Euro für Forschungen ausgegeben werden, ob Motoren und Reifen bei 50, 30 oder 0 km/h lauter sind.

Das Ganze wird als Programm zur Steigerung der Wettbewerbsfähigkeit verkauft - und ist eine Nebelkerze. Auf die werbende Botschaft „Wir bauen das leiseste Auto“ dürfte der mündige Konsument auch ohne allumfassende Gesetze reagieren. Ebenso wie er genüsslich einen wohltemperierten Porsche ordern könnte. Vielmehr ist anzunehmen, dass die Stärkung der unter der Staatsschuldenkrise strauchelnden Hersteller aus Italien und Frankreich gemeint ist, die für sich Vorteile heraushandeln wollen. Wenn die EU schon mal wach ist: (Auch) dank des zu lax geschlossenen Freihandelsabkommens steigen die Autoimporte aus Korea seit Sommer 2011 überproportional. Als Nächstes steht eines mit Indien an, und angesichts dieser Dimension ist alles andere Lärm um nichts.

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Jahrgang 1966, Redakteur in der Wirtschaft, verantwortlich für „Technik und Motor“.

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