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E-Lastenfahrräder : Verkehrt herum

Der Pizzabäcker in der Nähe lässt seine Auslieferer schon seit einiger Zeit mit dem Elektrofahrrad Capricciosa und Konsorten ausfahren. Das erschien zunächst begrüßenswert.

          Eigentlich nötigte es zunächst Anerkennung ab, als sich herausstellte: Der Pizzabäcker in der Nähe lässt seine Auslieferer schon seit einiger Zeit mit dem Elektrofahrrad, hinten die mit dem Duft von Oregano und Olivenöl beräucherte Warmhaltekiste drauf, Capricciosa und Konsorten ausfahren. Endlich nicht mehr diese schrottreifen, ölig qualmenden Scooter, die dem Fußgänger auf dem Zebrastreifen entgegentröteten und, geparkt vor dem Bürohaus, hässliche schwarze Flecken unter sich ließen. Ob die Umstellung aus finanziellen oder aus welchen Erwägungen auch immer geschah, bleibe mal dahingestellt.

          Der Umstieg aufs Lastenrad mit E-Motor erschien einfach als Fortschritt und begrüßenswert. Das dauerte genau so lange, bis zu abendlicher Stunde ein Pizzaboote auf selbstverständlich unbeleuchtetem Expressrad vom Bürgersteig entgegen der Fahrtrichtung auf die Fahrbahn direkt vor den Autokühler schleuderte, um als Geisterfahrer weiter an den entgegenkommenden Autos vorbeizufahren. Er hatte offensichtlich vor, via Luftlinie zu seinem heimatlichen Steinofen zurückzukehren. Dieses Erlebnis eines gerade noch verhinderbaren Unfalls und eine Reihe weiterer Erlebnisse summieren sich dem wahrhaft fahrradfreundlich gesinnten Beobachter zu der Erkenntnis: Der Boom der - häufig elektrifizierten - Lastenfahrräder führt zu einem weiteren Verfall der ohnehin nicht stark ausgeprägten Verkehrsmoral von Lieferanten.

          Hans-Heinrich Pardey

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

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