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Sichere Alternativen : Was kommt nach Whatsapp?

2014 hat Facebook den Messenger-Dienst Whatsapp mit dem Versprechen übernommen, keine Daten auszutauschen. Im letzten Jahr fing der Konzern dennoch damit an. Bild: ZB

Wer seine Nachrichten nicht mehr mit dem zu Facebook gehörenden Whatsapp teilen will und eine sichere Alternative sucht, werfe einen Blick auf die Rivalen. Einer ist sehr empfehlenswert.

          Wer einmal lügt, dem glaubt man nicht. Als Facebook 2014 den Messaging-Dienst Whatsapp übernahm, genehmigten die europäischen Kartellbehörden diesen Schritt nur unter der Voraussetzung, dass kein Datenaustausch zwischen beiden Unternehmen stattfinden würde. Facebook willigte ein. Im August vergangenen Jahres war das alles Makulatur: Facebook setzte sich plötzlich über Recht und Gesetz hinweg und begann, die Handynummern von Whatsapp-Nutzern an seine Zentrale in Kalifornien zu übertragen, unabhängig davon, ob die jeweilige Person auch in dem sozialen Netz aktiv ist. Ferner wurden alle Nummern aus dem Whatsapp-Telefonbuch ebenfalls nach Amerika geschickt.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Die europäischen Datenschützer wehren sich, und seit Anfang November pausiert Facebook gnädigerweise mit Datenweitergabe. Wie immer der Streit zwischen den Datenschützern und EU-Behörden einerseits und dem amerikanischen Konzern andererseits ausgeht: Der gute Ruf ist ruiniert. Begeisterte Whatsapp-Nutzer müssen sich darauf einstellen, dass Facebook stärker denn je Einfluss auf den zugekauften Messenger nehmen wird. Das schnörkellose, werbefreie Whatsapp-Design könnte schon bald verschwinden.

          Ein zweites Problem mit Whatsapp schien sich im Januar anzudeuten: Zwar gilt die Datenübertragung zwischen den Nutzern des Messengers als abhörsicher, weil die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung zum Einsatz kommt. Dennoch stand der Vorwurf eines Hintertürchens beim Schlüsseltausch im Raum. Whatsapp legte überzeugend dar, dass von einer Sicherheitslücke keine Rede sein könne. Führende Kryptographen aus aller Welt pflichteten bei.

          Unzählige Alternativen, doch nur wenige mit guter Verschlüsselung

          Aber das Unbehagen wächst. Whatsapp ist in den vergangenen Jahren fast schon „zu gut“ geworden und hat sich als nahezu alternativlose Plauderplattform für Allzeitvernetzte tief in den Lebensalltag von mehr als einer Milliarde Nutzern eingeklinkt. Ohne Whatsapp geht in den meisten Beziehungen, Familien, Vereinen und Freundeskreisen fast nichts mehr. Es ist die wichtigste App, am meisten geladen, am häufigsten verwendet. Der Erfolg basiert auf dem Netzwerkeffekt: Der Nutzen eines Dienstes für den Einzelnen ist umso größer, je höher die Gesamtnutzerzahl steigt. Je mehr Menschen dem jeweiligen Netz angehören, desto mehr potentielle Gesprächspartner hat man.

          Aus dieser Nummer wieder herauszukommen ist schwer. Natürlich gibt es Alternativen zu Whatsapp. Aber Freunde und Bekannte müssen auch mitgehen. Das ist das Hauptproblem. Ein Blick auf die Konkurrenz lohnt sich dennoch. Wer nach anderen Systemen sucht, die Facebook und alle weiteren großen Internetkonzerne außen vor lassen, um schon einmal zu sondieren, was nach Whatsapp oder zumindest neben Whatsapp interessant sein könnte, findet Hunderte von Angeboten. Tatsächlich ist die Auswahl jedoch nicht so groß, wenn die Sicherheit im Vordergrund steht. Die Ende-zu-Ende-Verschlüsselung gehört unabdingbar dazu. Damit sind dann populäre Dienste mit 300 Millionen Nutzern wie Skype oder das in Asien beliebte Wechat (850 Millionen) gleich außen vor.

          Ein Konkurrent wird auch von Edward Snowden empfohlen

          Wer alle Whatsapp-Rivalen durchbuchstabiert und auf die Details achtet, landet über kurz oder lang bei Signal von Open Whisper Systems. Es ist der Messenger, den Edward Snowden wiederholt empfohlen hat, es ist der Favorit der Netzelite. Die Software ist Open Source und auf Github verfügbar, also einsehbar, im Unterschied etwa zu Telegram (100 Millionen Nutzer) oder Threema, deren Sicherheitsversprechen man glauben muss, weil man sie nicht prüfen kann. Threema mit fünf Millionen Nutzern hat zudem ein weiteres Problem: Die geplante Schweizer Vorratsdatenspeicherung würde das Unternehmen zwingen, nahezu sämtliche Kommunikationsdaten den staatlichen Behörden herauszugeben.

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