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Star aus Cupertino : Was die Apple Watch wirklich kann

Die Apple Watch Bild: Reuters

Sie war der Star des Abends. Als die ersten Bilder der smarten Armbanduhr gezeigt wurden, ging ein Raunen durchs Publikum. Doch was kann die Apple Watch?

          Sie war der Star des Apple Events am Dienstag, die smarte Armbanduhr aus Cupertino. Als sie in ersten Bildern auf der Leinwand des voll besetzten Flint Centers gezeigt wurde, ging ein Raunen durchs Publikum. So hatte man sich die Uhr nicht vorgestellt. Denn während nahezu alle technischen Daten der beiden neuen iPhones schon vorab in der Gerüchteküche des Internet zu lesen waren, gab es zur Apple Watch nichts. Eine gelungene Überraschung.

          Michael Spehr

          Redakteur im Ressort „Technik und Motor“.

          Wie die bereits erhältlichen Smartwatches ist die Apple Watch schon wegen Display und Akku alles andere als ein Hungerhaken. Aber ihr Bediensystem unterscheidet sie fundamental von den aktuellen Modellen à la Android Wear oder Pebble. Die Apple Watch verhält sich wie ein Smartphone am Handgelenk. Sie kann viel mehr – und sie bringt deshalb echten Mehrwert, das ist das Versprechen und der Clou.

          Sie bringt ein eigenständiges Betriebssystem mit, das eigene und fremde Apps dynamisch auf dem Startbildschirm sammelt. Funktionen ruft man mit der „digitalen Krone“ am rechten Rand auf, mit dieser blättert man durch Menüs, startet Apps oder zoomt in die Displaydarstellung hinein. Unter der Krone befindet sich die einzige Taste der Uhr. Sie holt die wichtigsten persönlichen Kontakte auf den Vordergrund: zum Telefonieren oder Chatten, letzteres sogar mit handgemalten Strichzeichnungen. Sogar des Rhythmus des eigenen Herzschlages lässt sich übertragen.

          Das Display, dessen Auflösung auch auf Nachfrage nicht kommuniziert wird, unterscheidet ferner zwischen einem Tippen mit dem Finger und einem längeren Drücken. Saphirglas kommt zum Einsatz, das zweithärteste Material nach Diamant. Die Uhr verwendet eine eigene Recheneinheit mit Prozessor, Beschleunigungs- und Pulsmesser. Auf der Rückseite sind vier Sensoren sichtbar angebracht. Die Sensorik unterscheidet zwischen Stehen, Gehen und Sport; Aktivitäten und Ruhephasen werden erfasst.

          Mit GPS und Wireless-Lan des gekoppelten iPhones erfasst die Uhr ferner zurückgelegte Distanzen. Für die Anbindung mit Bluetooth ist mindestens ein iPhone 5 mit iOS 8 erforderlich. Die Uhr hat kein eigenes Mobilfunkmodul. Entwickler können mit dem „Watchkit“ weitere Anwendungen schreiben, zum Start wird man zum Beispiel Facebook vorfinden. Auch Apples neues Bezahlsystem Apple Pay wird unterstützt.

          Ferner beherrscht die Apple Watch das Standardrepertoire der aktuellen Smartwatches: Die Anzeige von Nachrichten, Meldungen und Anrufen auf dem angekoppelten iPhone, die Steuerung der Musikwiedergabe  und sogar die Navigation mitsamt Kartendarstellung. Selbst die Fotos des iPhone lassen sich auf der Uhr anzeigen. Zudem kann man Siri starten und beispielsweise nach dem aktuellen Kinoprogramm fragen.

          Neben der Bildschirmauflösung bleibt auch die Akkulaufzeit unklar. Geladen wird der Uhrenakku mit einem induktiv arbeitenden Adapter, der an der Unterseite andockt. Die kurzen Laufzeiten jenseits der Steckdose sind die Schwachpunkte aller aktuellen Smartwatches.

          Sieht edel aus: die Apple Watch Bilderstrecke

          Die Apple Watch kommt indes erst 2015 auf den Markt, das ist ein geschickter Schachzug. Mit der Vorführung in Amerika werden schon jetzt Begehrlichkeiten und Leidenschaften geweckt. Die Konkurrenz sieht blass aus. In Cupertino lief zwar auf den Vorführuhren nur ein Demoprogramm. Aber einige Apple-Mitarbeiter hatten funktionierende Beta-Versionen am Arm, die sehr beeindruckend das Potential der neuen Geräte zeigten. Die Apple Watch wird in zwei Größen und drei Varianten erhältlich sein, die teuerste „Watch Edition“ hat ein Gehäuse aus 18 Karat Gold, während die günstigste schon für 350 Dollar angekündigt ist.

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